Die Blauaugen (Pseudomugilidae) sind eine Familie der Ährenfischartigen. Diese etwa fünf Zentimeter klein bleibenden Süß- oder Brackwasserfische kommen nur auf der Insel Neuguinea (Papua-Neuguinea, Westneuguinea), auf den Aru-Inseln und in Australien vor. Einige Arten werden als Süßwasserzierfische gehalten.

Merkmale Blauaugen haben einen schlanken, seitlich stark zusammengedrückten Körper mit großer zweiter Rücken- und Afterflosse, beim Männchen teilweise großer und aufstellbarer Rückenflosse. Die Brustflossen sind teilweise hoch angesetzt, die Spitzen reichen oft über den Körper. Der Körper ist oft durchsichtig oder wenig gefärbt, die Flossen oft farbig. Die relativ großen Augen sind nahezu bei allen Arten kräftig blau. Einige Arten erreichen bis 8 Zentimeter Länge (Männchen). Die unscheinbareren Weibchen bleiben kleiner.

Lebensweise Die natürlichen Lebensräume der Blauaugen sind klare oder teefarbene Gewässer, bei wenigen Arten auch brackige Mangrovenwälder. Blauaugen ernähren sich von Stechmückenlarven und anderen Insekten von der Wasseroberfläche.

Blauaugen sind Dauerlaicher, die Weibchen legen oft über einen längeren Zeitraum täglich einige Eier. Die bis zu 2 mm großen Eier besitzen Haftfäden, mit denen sie sich am Substrat oder an Pflanzen festheften. Die Larven schlüpfen nach etwa zwei bis drei Wochen.

Systematik Die Pseudomugilidae wurden früher als Unterfamilie in die Familie der Regenbogenfische (Melanotaeniidae) gestellt. Sie unterscheiden sich jedoch von diesen durch einen anderen Bau im Bereich der Schädelknochen, was Saeed, Ivantsoff & Allen 1989 veranlasste die eigene Familie der Blauaugen (Pseudomugilidae) aufzustellen.B. Saeed, W. Ivantsoff, G. R. Allen: Taxonomic revision of the family Pseudomugilidae (Order Atheriniformes). In: Australian Journal of Marine and Freshwater Research. 40, 1989, S. 719–787. Seit 2004 gehören sie zusammen mit den Bedotiidae, Telmatherinidae und Melanotaeniidae in die Unterordnung Regenbogenfischverwandte (Melanotaenioidei).John S. Sparks und W. Leo Smith: Phylogeny and biogeography of the Malagasy and Australasian rainbowfishes (Teleostei: Melanotaenioidei): Gondwanan vicariance and evolution in freshwater. Molecular Phylogenetics and Evolution 33, 3, S. 719–734, 2004 Neben den aufgeführten wissenschaftlich beschriebenen Arten sind einige Arten noch unbeschrieben. mini|Gepunktetes Blauauge (Pseudomugil gertrudae) mini|Blaurücken-Blauauge (Pseudomugil cyanodorsalis)

Gattung Kiunga mit zwei Arten Kiunga-Blauauge (Kiunga ballochi) , 1983 Blehers Blauauge (Kiunga bleheri) , 2004 Gattung Pseudomugil mit 16 beschriebenen Arten Connies Blauauge (Pseudomugil connieae) (, 1981) Blaurücken-Blauauge (Pseudomugil cyanodorsalis) , 1983 Gabelschwanz-Blauauge (Pseudomugil furcatus) , 1955 Gepunktetes Blauauge (Pseudomugil gertrudae) , 1911 Unscheinbares Blauauge (Pseudomugil inconspicuus) , 1978 Ivantsoffs Blauauge (Pseudomugil ivantsoffi) , 1999 Pseudomugil luminatus , 2016 Kap-Blauauge (Pseudomugil majusculus) , 1984 Honig-Blauauge (Pseudomugil mellis) , 1982 Neuguinea-Blauauge (Pseudomugil novaeguineae) , 1908 Sumpf-Blauauge (Pseudomugil paludicola) , 1981 Paskas Blauauge (Pseudomugil paskai) , 1986 Transparentes Blauauge (Pseudomugil pellucidus) , 1998 Vogelkop-Blauauge (Pseudomugil reticulatus) , 1986 Pazifisches Blauauge (Pseudomugil signifer) , 1865 Schwarzes Blauauge (Pseudomugil tenellus) , 1964 Gattung Scaturiginichthys mit einer Art Rotflossen-Blauauge (Scaturiginichthys vermeilipinnis) , 1991

Das Pazifik-Blauauge oder Schmetterlingsblauauge (Pseudomugil signifer) ist in seinem Vorkommen aufgrund einer Biogeographischen Grenze in mindestens zwei verschiedene Unterarten gespalten.

Quellen Einzelnachweise

Literatur Hans Herbert Boeck: Blauaugen. »Schmetterlinge« im Aquarium. Natur und Tier-Verlag, 2012, ISBN 978-3-86659-166-0

Weblinks

Adrian R. Tappin: Pseudomugil Species in Australia and New Guinea (englisch). Artenbeschreibungen, Fotos, Biotope, Haltung und Vermehrung.

Kategorie:Ährenfischartige