Rekowo (deutsch Reckow, kaschubisch Rekòwò) ist ein Dorf im Powiat Bytowski (Bütower Kreis) der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es gehört zur Landgemeinde Bytów.

Geographische Lage Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, in einer hügeligen Wald- und Seenlandschaft am Ostufer des Dorfsees (poln. Wiejskie), etwa zwölf Kilometer südsüdwestlich der Stadt Bytów (Bütow).

Geschichte mini|Wappen der Freien von Rekowo Die Herkunft des Namens Rekow beruht vermutlich auf dem kaschubischen Wort Rek (polnisch Rak) und bedeutet Krebs. Demnach war Rekow ein krebsreicher Ort. Wahrscheinlich waren demnach der Rekow-See (neben den Staniska-See, der große und kleine Borryn) mit Krebsen bevölkert, deren Verkauf den umwohnenden Grundbesitzern ansehnlichen Erlös eingebracht haben muss. Darauf lässt auch die Verwendung des Krebses in den Wappen der verschiedenen Geschlechter der Rekowskis schließen.

Die erste Erwähnung von Rekowo („mit 30 Hufen“) findet im Jahr 1438 statt und 1559 werden „12 Freien mit 30 Hufen“ erwähnt.

Im Jahr 1607 wurde den Freien zu Rekow der Lehnbrief von Herzog Franz I. erteilt. (Google Books). Belehnt wurden die Geschlechter Stip (Styp), Fritzen (Wrycz), Vantoch (Wantoch), Darseck und Mrosick mit 30 Hufen in Rekow. Diese Geschlechter trugen später allesamt den Namenszusatz Rekowski (d. h. von Rekow). Im Jahr 1658 erfolgte die namentliche Aufführung der Freien zu Rekow im Adelskatalog.

1724 werden für Reckow 17 adlige Herren (Panen; Gutsanteilsbesitzer) genannt. Das waren je ein Herr Carnowsky, Borgkowsky, Klopotek, Glisunsky, Trzebiatkowski, Jutrzenka, Wentoch (Wantoch), sowie vier Herren Styp und sechs Herren Writzen (Wrycz).Jacob Paul von Gundling: Pommerischer Atlas Oder Geographische Beschreibung, Des Hertzogthums Pommern, Und des dasigen Adels Aus Den Landes Urkunden Verfertiget. Potsdam 1724, S. 50–51. Für das Jahr 1780 sind 15 kleine Vorwerke, 27 Feuerstellen und für das Jahr 1855 18 Anteile und 27 abgeschriebene Trennstücke namentlich mit Angabe der Besitzer der Anteile belegt.

Anfang der 1930er Jahre hatte die Landgemeinde Reckow eine Flächengröße von 12 km². Innerhalb der Gemeindegrenzen standen insgesamt 83 bewohnte Wohnhäuser an vier verschiedenen Wohnstätten:Die Gemeinde Reckow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011) Brinken Grenze Woysk Reckow Waldarbeitergehöft Abbau Reckow (heute unbewohnt) Im Jahr 1934 brannte der größte Teil der nördlichen Dorfhälfte (13 Gebäude) ab, und für das Jahr 1936 sind 17 Erbhöfe belegt. Um diese Zeit gab es in Reckow unter anderem einen Gasthof, einen Gemischtwarenladen, zwei Schmieden, einen Tischlerei, eine Stellmacherei und ein Zimmereigeschäft.Klockhausʼ Kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 1097 (Google Books).

Bis 1945 bildete Reckow eine Landgemeinde im Landkreis Bütow im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Reckow war dem Amtsbezirk Stüdnitz zugeordnet.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Reckow wie ganz Hinterpommern von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Es begann nun die Zuwanderung polnischer Zivilisten, die anfangs vorwiegend aus von der Sowjetunion beanspruchten Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen. Der Ortsname Reckow wurde zu ‚Rekowo‘ polonisiert. In der Folgezeit wurden die einheimischen Dorfbewohner von der polnischen Administration aus Reckow vertrieben.

In den Jahren 1975 bis 1998 gehörte das Dorf zur Woiwodschaft Słupsk.

Kirche Dorfkirche mini|Dorfkirche (2011), erbaut 1904 als evangelische Kapelle, bis 1945 Gotteshaus der evangelischen Gemeinde Reckow Die Dorfkirche wurde 1904 als evangelische Kapelle erbaut; im Glockenstuhl bei der Kapelle waren zwei eiserne Glocken von 1892 eingehängt.Gerhard Bronisch, Walter Ohle, Hans Teichmüller: Die Kunst- und Kulturdenkmäler der Provinz Pommern. Kreis Bütow. L. Saunier, Stettin 1938, S. 247–249 (PDF; 40 MB bei Bałtycka Biblioteka Cyfrowa).

Das evangelische Gotteshaus wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von der polnischen Administration zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet und vom polnischen katholischen Klerus ‚neu geweiht‘.

Kirchspiel Die vor 1945 hier ortsansässige Bevölkerung war überwiegend katholisch. Das katholische Kirchspiel war in Damsdorf. Das evangelische Kirchspiel war in Bernsdorf. Die seit 1945 anwesende Einwohnerschaft ist nahezu ausschließlich katholisch. Das polnische evangelische Kirchspiel ist in Bütow.

Trivia Das Dorf hat eine Station der Freiwilligen Feuerwehr.

Literatur Reckow, Dorf, Kreis Bütow, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Reckow (meyersgaz.org) Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 2, Stettin 1784, S. 1089, Ziffer (14) (Google Books). Klaus-Dieter Kreplin: Adel und Gutshäuser im historischen Kreis Bütow, Jahresgabe 2015 (yumpu.com). Franz von Wotoch-Rekowski: Versuch einer Geschichte der aus den Landen Bütow und Lauenburg in Pommern stammenden Adelsgeschlechter von Wotoch, von Styp, von Wrycz und von Gynz-Rekowski, 1. Auflage, Berliner Buchdruckerei-Aktien-Gesellschaft, Berlin 1887 (Google Books).

Weblinks

Amtsbezirk Srüdnitz (Territorial.de) Die Gemeinde Reckow im ehemaligen Kreis Bütow in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011)

Einzelnachweise

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