Edgar Hoffmann (* 22. September 1957 in Karl-Marx-Stadt; † 30. Oktober 2021 in Wien) war ein deutscher, hauptsächlich in Österreich tätiger Slawist.
Leben und Wirken Edgar Hoffmann studierte an der Karl-Marx-Universität Leipzig Slawistik mit Schwerpunkt Russistik und Bohemistik (Tschechische Philologie) sowie Geschichte für das Lehramt und verbrachte zwei Semester an der Universität Woronesch in Russland.
Während des Studiums weckte Ernst Eichler sein Interesse für die Onomastik. Nach dem Universitätsabschluss setzte er seine Ausbildung als Forschungsstudent in der Sektion „Theoretische und angewandte Sprachwissenschaft“ der Universität Leipzig fort und promovierte dort 1984 mit dem Thema Die Entwicklung der slawistischen Namenforschung in Deutschland.
Nach seiner Promotion arbeitete Edgar Hoffmann als Ortschronist der Stadt Zwickau und später als Lehrer für Russisch und Tschechisch am Institut für Fremdsprachen an der Pädagogischen Hochschule Zwickau, wo er auch Untersuchungen zur Fremdsprachenausbildung in Westsachsen seit dem 16. Jahrhundert unterstützte.
Seit 1991 war er am Institut für Slawische Sprachen der Wirtschaftsuniversität Wien tätig und habilitierte sich dort im September 2015 mit dem Thema Konstruktionen nationaler Identität im post-sowjetischen Wirtschaftsdiskurs. Ab 1. März 2016 war er außerordentlicher Professor.
Edgar Hoffmann hatte ein breites Spektrum an wissenschaftlichen Interessen. Neben der Onomastik, die er an der Wirtschaftsuniversität Wien um kultur- und kommunikationswissenschaftliche Aspekte erweiterte, befasste er sich mit der Erforschung der internationalen Wirtschaftskommunikation mit Schwerpunkt auf dem Russischen und anderen slawischen Sprachen, mit interkulturellen Aspekten von Werbung und Reklame, dem Lebensstil russischer Geschäftsleute, mit Auto- und Heterostereotypen in Wirtschaft und Medien sowie mit der Geschichte der slawistischen Sprachwissenschaft.
Er engagierte sich für die Internationalisierung der Wissenschaft und die Förderung des fachlichen Nachwuchses, betreute mehrere Promotionen im Ausland und pflegte zahlreiche Kontakte in die Russländische Föderation und in Staaten wie Kasachstan, Usbekistan, Tadžikistan und in die Tschechische Republik. Wiederholt nahm er Gastprofessuren an der Staatlichen Al-Farabi-Universität in Almaty, Kasachstan wahr.
Edgar Hoffmann war Mitglied des Österreichischen Slawistenverbandes (später Österreichische Gesellschaft für Slawistik, ÖGSl)Website der Österreichische Gesellschaft für Slawistik und ein Gründungsmitglied der JungslavistInnenWebsite der JungslavistInnen. Er war einer der Initiatoren und regelmäßigen Veranstalter des internationalen Workshops „Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen“.
Publikationen (Auswahl)
Literatur Holger Kuße: Erinnerungen an Edgar Hoffmann (22.09.1957–30.10.2021). In: Zeitschrift für Slawistik 67 (2022), Heft 3, S. 486–488, .
Weblinks
Website des Instituts für Slawische Sprachen an der Wirtschaftsuniversität Wien
Einzelnachweise
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