mini|Der Andromeda-Felsen mit Blick auf die Altstadt von Jaffa mini|Das Plateau des Andromeda-Felsens bei ruhiger See Der Andromeda-Felsen ist ein vor der Altstadt Jaffas, im heutigen Israel, aus dem Mittelmeer herausschauender Felsen und eine lokale touristische Sehenswürdigkeit.Andromedas Felsen, Website der Altstadt von Jaffa, abgerufen am 12. Mai 2023. Der griechisch-mythologischen Legende nach fand hier die Opferung der Königstochter Andromeda an ein Seeungeheuer statt, welches von Perseus jedoch rechtzeitig bezwungen wurde, der daraufhin Andromeda zur Frau nahm.

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Der antike Mythos mini|Andromeda-Gemälde von Edward Poynter, 1869 Neben den Fragmenten der im Jahr 412 v. Chr. uraufgeführten Andromeda-Tragödie des Euripides stellen Quellen aus der römischen Zeit des 1. und 2. Jahrhunderts n. Chr. die wichtigsten literarischen Zeugnisse für die Andromeda-Sage dar.Euripides, Fragmente 114–156+2.; Ovid, Metamorphosen, 4,663–739; 5,1–235; Bibliotheke des Apollodor 2,43–49; Hyginus 64.

Demnach muss Andromeda, Tochter des Königs Kepheus von Aithiopia für die Hybris ihrer Mutter Kassiopeia büßen,Ovid, Metamorphosen 4,670. die – je nach Überlieferungsvariante – sichBibliotheke des Apollodor 2,4,3; Lukian von Samosata, Meergöttergespräche 14. oder ihre Tochter AndromedaHyginus 64. für schöner als die Nereiden hielt. Der erzürnte Meeresgott Poseidon sandte daraufhin das Seeungeheuer Ketos sowie eine Flut. Um das Land von dieser Plage zu befreien, wird Andromeda auf Weisung eines Orakels, das allgemein mit jenem des Ammoneion identifiziert wird,Bibliotheke des Apollodor 2,43; Ovid, Metamorphosen 4,671. bzw. auf Poseidons Forderung, an einen Felsen am Meer gekettet, um dem Ungeheuer geopfert zu werden.

Dort wird sie von Perseus entdeckt, der nicht ganz uneigennützig seine Hilfe anbietet. Nach Ovid, Manilius und der Bibliotheke des Apollodor eilte Perseus zu Andromedas Eltern und macht zur Bedingung für die Rettung ihrer Tochter, dass er sie als Braut mit sich nehmen darf, was die Eltern billigten.Bibliotheke des Apollodor 2,43; Manilius, Astronomica 5, 571-578; Ovid, Metamorphosen 4,695–705. Nach Euripides fragt Perseus Andromeda, welchen Dank er zu erwarten hat, wenn er sie befreit,Euripides, Fragmente 129. woraufhin Andromeda antwortet: „Nimm mich mit, Fremder, als Dienerin, wenn du willst, oder Gattin oder Sklavin.“Euripides, Fragmente 132. Übersetzung nach Gustav Adolf Seeck, in: Euripides: Sämtliche Tragödien und Fragmente. Band 6, Artemis Verlag, München 1981, S. 59. Perseus tötet daraufhin das Ketos mit dem Schwert,Ovid, Metamorphosen 4,718–734. befreit Andromeda und nimmt sie zur Frau.

Die Legende von Joppe Während der Schauplatz der Legende wohl ursprünglich südlich von Ägypten an der afrikanischen Rotmeerküste verortet wurde, etablierte sich ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. der neue Schauplatz der Legende von Andromeda; als Erster nennt Pseudo-Skylax die Stadt Joppe, das heutige israelische Jaffa, als Opferungsort der Andromeda.Vgl. Martin Mulzer: Andromeda und Jona in Jafo. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Band 122, Heft 1, 2006, S. 46–60, hier S. 47.

Anstoß dafür, den Handlungsort nach Joppe zu verlegen, war womöglich die ebenfalls dort lokalisierte biblische Sage von Jona und dem Walfisch. Sicher ist, dass Joppe eine Reihe von Kultstätten aufwies, die sich mit dem Andromeda-Mythos verknüpfen ließen. Plinius der Ältere und Flavius Josephus berichten von einem Felsen, an dem sich angeblich noch die Spuren der Fesselung Andromedas finden ließen.Vgl. Martin Mulzer: Andromeda und Jona in Jafo. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Band 122, Heft 1, 2006, S. 46–60, hier S. 51. Darüber hinaus präsentierten die Einwohner von Joppe die Knochen eines großen Meerestieres, das sie für das von Perseus getötete Ungeheuer Ketos hielten,Vgl. Flavius Josephus, bellum Iudaicum 3,9,3. und verehrten eine Fischgöttin namens Ceto, die mit dem Ketos gleichgesetzt wurde. Pausanias berichtet von einer Quelle, aus der rotgefärbtes Wasser sprudelte, was von den Einwohnern so gedeutet wurde, dass Perseus sich nach dem Tod des Ketos dort das Blut abgewaschen habe.Vgl. Martin Mulzer: Andromeda und Jona in Jafo. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Band 122, Heft 1, 2006, S. 46–60, hier S. 54.

In der römischen Kaiserzeit hatte sich im öffentlichen Bewusstsein die Rivalität der beiden Schauplätze bereits fest etabliert, wobei Joppe dominiert zu haben scheint. Während Ovid, die Bibliotheke des Apollodor und Hyginus vom Schauplatz in Aithiopia sprechen und ihn wohl in Afrika verorten,Ovid, Metamorphosen 4,738; Bibliotheke des Apollodor 2,4,3; Hyginus 64. lokalisieren Plinius, Flavius Josephus und PausaniasPausanias 4,35,9. ihn in Joppe, wobei Plinius beide Erzählungen verknüpft, indem er den König von Joppe kurzerhand zu einem Äthiopier macht.Vgl. Martin Mulzer: Andromeda und Jona in Jafo. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Band 122, Heft 1, 2006, S. 46–60, hier S. 47f. Strabon lehnte Joppe als Schauplatz der Andromeda-Opferung ab.Strabon, Geographika 1,2,35; 16,2,28.

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