Der Bahnhof Fangschleuse ist ein Bahnhof an der Bahnstrecke Berlin–Guben. Im Jahr 2026 wurden die seit 1879 bestehenden Personenverkehrsanlagen durch einen etwa zwei Kilometer westlich gelegenen Neubau ersetzt. Im Zuge des Erweiterung der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg wurde durch Tesla ein erhöhter Bedarf an Gütergleisen und eine verbesserte Anbindung des Werkgeländes gefordert. Dies machte Verlegung der Bahnsteige nötig.

Geschichte Alter Bahnhof Auf der Strecke der alten Postkutsche, die seit 1712 zwischen Berlin und Frankfurt/Oder bestand, wurde bereits 1836 mit der Planung eines Ersatzes durch die Eisenbahn durch Leopold Crelle angedacht. König Friedrich Wilhelm III. von Preußen genehmigte im Jahr 1840 die Gründung einer Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 2,2 Mio. Talern zur Anlage der Strecke. Nach Fertigstellung der entsprechenden Planungen konnte am 1. Juni 1841 mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die Strecke wurde am 23. Oktober 1842 für den Personenverkehr und kurz danach auch für den Güterverkehr freigegeben. Erstmals wurde der Haltepunkt Fangschleuse im Fahrplan vom 15. Mai 1879 aufgeführt. Der Bahnhof hatte zwei Seitenbahnsteige, westlich davon waren beidseitig davon zwei Überholgleise für den Güterverkehr angeordnet. Seit dem 27. Mai 1994 hielt der RE1 mit damaligem Laufweg von Berlin Ostbahnhof nach Frankfurt (Oder) am Bahnhof. Im selben Jahr wurde das Empfangsgebäude außer Betrieb genommen und an einen Privatinvestor verkauft. Das bis zur Schließung des Bahnhofs am 24. Juli 2026 bestehende Empfangsgebäude wurde um das Jahr 1900 im Fachwerkstil erbaut. Es gibt mehrere Nebengebäude und ein Restaurant. Es gab zunächst Pläne, dieses zu versetzen und zu erhalten, was sich aber aufgrund des schlechten Bauzustandes, der Neuplanung und der neuen Gleisfelder nicht verwirklichen ließ, und so soll es abgerissen werden. Allerdings wird an anderer Stelle, nördlich des neuen Bahnhofes, eine Replika errichtet. Der östlich anschließende Bahnübergang wird ebenfalls entfernt und die Überquerung der Gleise der Landstraße 23 mit einem Brückenneubau verwirklicht. Das Empfangs- und das Nebengebäude wurden, ebenso wie die Füßgängerüberführung und Bahnsteige bis zum 23. August 2026 komplett abgerissen.

Neuer Bahnhof Als Pläne für einen Erweiterungsbau der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg beschlossen waren, wurde auch die Forderung nach Umschlaggleisen für Tesla eingebracht. Dazu waren weder die Position noch der Platz in Höhe der bestehenden Bahnsteiganlagen geschaffen. Für die zu erwartenden neuen Mitarbeiter und zu erwartenden Zulieferfirmen waren die Laufwege zu lang. Daher plante DB InfraGO einen neuen Bahnhof zwei Kilometer westlich vom alten zu errichten. Der neue Bahnhof erhält zwei Mittelbahnsteige nördlich und südlich der Durchgangsgleise mit je zwei Nebengleisen, und ein fünftes Bahnsteiggleis (Zungenbahnsteig), von dem aus der Tesla-Shuttle zum Bahnhofsteil Fangschleuse Tesla Süd fährt. Die bis Juli 2026 fahrenden Shuttlelinien von Erkner beziehungsweise Berlin Ostkreuz/Ostbahnhof werden bis dorthin zurückgezogen. Der Bahnhof nahm nach 16 Monaten Bauzeit am 15. August 2026 den Betrieb auf. Die endgültige Fertigstellung soll bis Dezember 2026 erfolgen; dies beinhaltet auch die Verlegung des Anschlussgleises der Güterverkehrsbahn ostwärts an die Landesstraße 23 heran. Des Weiteren werden auch mehrere Lade- und Abstellgleise gebaut. Der Bahnhof ist Halt des RE 1. Die Neuerschließung des Bahnhofes erfolgt über die neuzubauende L 386, die zunächst nur östlich einen Anschluss an die L 23 erhält. Sie verläuft mit einer Überführung über die 3-gleisige Abzweigung der GVZ/Tesla-Linie parallel zunächst nur bis zum Bahnhofsvorplatz. Ein weiterer Anschluss im Westen erfolgt dann mit dem Erweiterungs- und Umbau des Autobahnkreuzes Freienbrink-Nord der A 10.

Bahnhofsteil Fangschleuse Tesla Süd

Im Zuge des Neubaus der Tesla Gigafactory Berlin-Brandenburg wurde für die Mitarbeiter ein eigener Bahnhofsteil am Südende des Geländes geplant. Das südlich von Tesla gelegene Güterverkehrszentrum (GVZ) Berlin Ost/Freienbrink war bereits über die GVZ-Versorgungsbahn (Streckennummer 7390) angeschlossen, so dass Tesla ihren Abzweig nördlich der Landesstraße 38 vornehmen konnte. Der Bahnhof wurde am 4. September 2023 feierlich in Betrieb genommen. Bis zur Eröffnung des neuen Bahnhofs gab es Anbindungen von den Bahnhöfen Erkner, Berlin Ostbahnhof und Berlin Ostkreuz. Im Januar 2026 übernahm die Ostdeutsche Eisenbahn (ODEG) den Betrieb. Seit dem 1. Januar gab es einen verkürzten Betrieb zwischen den Bahnhöfen Erkner und Fangschleuse Tesla Süd. Mit der Eröffnung des Bhfs Fangschleuse wurde der Shuttlebetrieb erstmal wegen Gleisbauarbeiten eingestellt. Im selben Monat noch wurde der Abzweig GVZ/Tesla Süd abgebaut. Die neue, 3-gleisige, Linienführung wird weiter östlich vom Hauptgleis abzweigen und parallel zu L 23 verlegt. Südlich der neu zu bauenden Straßenüberführung der L 38 endet der Aufgabenbereich der DB, danach sind die Betreiber des GVZ und Tesla für den Anschluss verantwortlich, ebenso wie für den Zungenbahnsteig des Shuttles im Bhf Fangschleuse. Ein Terminplan hierfür wurde bisher (Stand: August 2026) nicht veröffentlicht.

Weblinks

Fangschleuse Bahnhof im BauInfoPortal der DB InfraGOBauInfoPortal: Impressum

Einzelnachweise

Fangschleuse Kategorie:Grünheide (Mark) Kategorie:Erbaut in den 1870er Jahren Fangschleuse