Der BFC Preussen (offiziell Berliner Fußballclub Preussen e. V.) ist ein Berliner Sportverein aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf, der heute Abteilungen in Fußball, Futsal, Handball, Volleyball, Leichtathletik und Gymnastik besitzt. Historisch bedeutend war die Eishockey­abteilung des Vereins, die ab 1983 zusammen mit dem Berliner Schlittschuhclub den BSC Preussen bildete.

Fußball 1894 wurde von Schülern des Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums erst ein Fußballclub Friedrich-Wilhelm gegründet, der sich als BFC Preussen neugründete, um Konflikte zu vermeiden, und im selben Jahr schon die ersten Spiele durchführte. mini|100px|links|Historisches Logo um 1930 mini|links|Die Spieler des BFC Preussen, ca. 1912 1897 war der BFC einer der Gründungsmitglieder im Verband Deutscher Ballspielvereine (VDB), später umbenannt in Verband Berliner Ballspielvereine (VBB). Vor dem Ersten Weltkrieg konnten die Berliner Meisterschaften 1899, 1900, 1901, 1910 und 1912 und zusätzlich die Vizemeisterschaft 1905 und 1906 erreicht werden. Im März 1901 gelang dem BFC Preussen mit 8:3 über die Surrey Wanderers der erste Sieg einer deutschen Mannschaft über einen Club aus England. 1909 fand unter Besuch des Kronprinzenehepaars ein Freundschaftsspiel gegen Newcastle United statt.

Bis 1933 spielte der BFC Preussen durchgängig in der obersten Spielklasse von Berlin, wenngleich zumeist im Mittelfeld der Tabelle. Da sich der Verein einem rigorosen Amateurismus verschrieben hatte, konnte der Anschluss an die Spitzenteams nicht gehalten werden. Dennoch baute der Verein Mitte der Zwanziger Jahre ein eigenes Fußballstadion auf dem Tempelhofer Feld. Bedeutsame Spiele fanden in diesem jedoch in der Regel ohne den BFC Preussen statt. 1933 konnte man sich nicht für die neue erstklassige Gauliga qualifizieren. Ab 1932 hatte der Verein bereits eine eigene Sportabteilung der SA, sodass man vom beginnenden Nationalsozialismus profitierte. Im Preussen-Stadion fanden am Tag der Arbeit 1933 und 1934 mit Spielen des BFC Preussen gegen eine Kieler Marine-Auswahl bzw. die Elf der 1. Torpedoboot-Halbflottile G8 Swinemünde die einzigen an diesem Tag erlaubten Sportveranstaltungen statt. Außerdem wurde das Preussen-Stadion am 20. August 1933 zum Austragungsort des ersten SA-Massensportfestes, an dem sich 6000 NS-Sportler beteiligten.Christian Wolter: Rasen der Leidenschaften. Die Fussballplätze von Berlin. Edition Else, Berlin 2011, ISBN 978-3-00-036563-8, S. 142–145. Mit Beschluss zum Ausbau des Flughafens Tempelhof musste das Preussen-Stadion weichen und der BFC Preussen erhielt 1938 das Preussenstadion in Lankwitz, in dem man bis heute beheimatet ist.

Nach dem Zweiten Weltkrieg konnte der BFC erst 1949 wiedergegründet werden. 1970 gelang der Wiederaufstieg in die Berliner Amateurliga und 1972 der Aufstieg in die Regionalliga Berlin. 1974 wurde unglücklich die Qualifikation für die neue Amateur-Oberliga Berlin verpasst, in die der BFC Preussen allerdings 1975 mit dem Erreichen der Amateurligameisterschaft aufstieg. In den späten 1970er und frühen 1980er Jahren gehörte der Klub zu den stärksten in West-Berlin. 1977, 1980 und 1981 belegte der Verein in der Oberliga den ersten Rang, was neben dem Gewinn der Berliner Fußballmeisterschaft auch die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur zweiten Bundesliga bedeutete. Jedoch verpassten die Preussen jeweils den Aufstieg. Zudem konnte 1978 und 1979 die Vizemeisterschaft in der Oberliga sowie zwischen 1978 und 1981 viermal in Folge das Finale des Paul-Rusch-Pokals erreicht werden, wobei der BFC dreimal als Sieger den Platz verließ.

1991 wurde die Oberliga Berlin aufgelöst und die Vereine in die neue NOFV-Oberliga eingegliedert. Diese Spielklasse konnte aber nur ein Jahr gehalten werden, und 1992 war der BFC Gründungsmitglied der neuen Verbandsliga Berlin. Auch hier musste man zwei zeitweilige Abstiege (1993 und 1999) verkraften, bevor 2005 mit dem erneuten Erreichen des Berliner Meistertitels der Aufstieg in die – viertklassige – Oberliga Nord-Ost/Nord gelang. In der Saison 2008/09 spielten die Preussen, durch die Einführung der neuen 3. Liga, in der nun fünftklassigen Oberliga Nordost. Dort konnte der Verein aber die Klasse nicht halten und spielte ab der Spielzeit 2009/10 in der Berlin-Liga. Nach zwei Jahren in der Berlin-Liga stieg der Verein am Ende der Saison 2011/12 in die Landesliga Berlin ab. Zu Beginn der Saison 2014/15 konnte mit dem ehemaligen Bundesliga-Profi Andreas Neuendorf ein namhafter Trainer verpflichtet werden; unter Neuendorfs Leitung setzte sich die Mannschaft schon früh in der Saison vom Rest des Feldes ab und kehrte als Landesliga-Meister in die Berlin-Liga zurück. Durch einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen den SC Staaken erreichte der Verein 2016 das Endspiel des Berliner-Landespokals,Spielergebnis auf fussball.de das mit 1:0 gegen den SV Lichtenberg 47 gewonnen wurde. Damit gelang die Qualifikation für den DFB-Pokal 2016/17, in dem man in der 1. Runde dem 1. FC Köln unterlag. In der Saison 2018/19 folgte der erneute Abstieg aus der Berlin-Liga. Als Zweiter ihrer Landesligastaffel und Gewinner der Relegation glückte in der Saison 2021/22 erneut die Rückkehr in die Berlin-Liga. Zwei weitere Jahre später stiegen die Preussen 2024 als Berliner Meister wieder in die Oberliga auf. Ein Jahr später gelang der Durchmarsch in die Regionalliga Nordost.

In der ewigen Tabelle der Berlin-Liga belegt der BFC Preussen den 3. Platz.

Ab 1902 war der spätere DFB-Präsident Felix Linnemann Mitglied des Vereins, dessen Geschicke er ab 1906 als Vorstandsmitglied gestaltete. Mindestens bis zum 50. Jubiläum im Mai 1944 gehörte er dem Klub an.Deutsche Zeitung im Ostland: „50 Jahre BC Preußen“ (14. Mai 1944, S. 7)

Sportliche Erfolge Deutsche Fußballmeisterschaft Viertelfinale der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft: 1912 Deutsche Amateurmeisterschaft Halbfinale: 1977 Oberliga Nordost Meister (Staffel Nord): 2025 Berliner Fußballmeisterschaft Meister: 1899, 1900, 1901, 1910, 1912, 1977, 1980, 1981, 2005, 2024 Vizemeister: 1898, 1905, 1906, 1907, 1909, 1911, 1921, 1978, 1979, 2001 Dritter: 1916, 1918, 1919, 1998, 2004 Bis 1911 Teilnahme an der Meisterschaft des Verbands Berliner Ballspielvereine. Berliner Fußballpokal Sieger: 1979, 1980, 1981, 2016 Finalist: 1976, 1978, 1988

Kader der Saison 2025/26 (Stand: 13. April 2026) Nr. Nat. Spieler Geboren Im Verein seit Tor 19 Steffen Westphal 2025 27 Karl Albers 2025 Abwehr 4 Adrian Kireski 2025 5 Leo Sommerfeld 2024 8 Oliver Maric 2024 16 Reda Ouakil 2025 21 Charmaine Häusl 2025 28 Jerome Kortebusch 2025 39 Lenny Stein 2024 77 Ben Meyer 2025 Justus Götze 2026 Mittelfeld 6 Niklas Brandt 2025 7 Philip Fontein 2025 11 Alexander Dikarev 2025 17 Chadi Ramadan 2025 31 Ole Hoch 2025 Sturm 3 Kanto Fitiavana Voahariniaina 2026 9 Philipp Kühn 2026 10 Luca Butkovic 2026 14 Fritz Schröder 2026 15 Jasin Abou-Chaker 2025 18 Oluwaseunnla Eni-Owo Adekunle 2025 29 Patrick Breitkreuz 2023 30 Nikolas Frank 2023 Daoud Iraqi 2026 Gobé Gouano 2025

Trainer Andreas Neuendorf: von 7/2014 bis 6/2015 Guido Spork: von 7/2015 bis 10/2015 Thomas Häßler: von 8/2019 bis 8/2022 Daniel Volbert: von 9/2022 bis

Nationalspieler Edwin Dutton Erich Massini Gustav Unfried Rudolf Droz Walter Sorkale Otto Thiel Otto Völker Oliver Pötschke

Weitere Personen und Spieler Gerd Achterberg Uwe Brunn Christoph Dabrowski Christian Herrmann Daoud Iraqi Taygun Kuru Andreas Neuendorf Momar Njie Vincent Rabiega Stephan Schmidt Michael Sziedat

Spielstätten mini|Preussenstadion Der BFC Preussen spielte in seiner Historie in folgenden Stadien. 1894–1900 Tempelhofer Feld 1900–1903 Athletik-Sportplatz in Charlottenburg 1903–1913 Sportplatz am Teltowkanal in Tempelhof 1913–1924 Sportplatz an der Kaiserstraße in Mariendorf 1924–1936 Hauptkampfbahn Tempelhofer Feld („Preussen-Platz“) 1936–1938 Blau-Weiß-Platz an der Rathausstraße in Mariendorf seit 1938 Preussenstadion an der Malteserstraße in Lankwitz

Saisonüberblick seit 1970 Spielzeit Liga (Spielklasse) Platz1970/71 Amateurliga Berlin (III) 3. 1971/72 Amateurliga Berlin (III) 1. 1972/73 Regionalliga Berlin (II) 11. 1973/74 Regionalliga Berlin (II) 11. 1974/75 Amateurliga Berlin (IV) 1. 1975/76 Oberliga Berlin (III) 7. 1976/77 Oberliga Berlin (III) 1. 1977/78 Oberliga Berlin (III) 2. 1978/79 Oberliga Berlin (III) 2. 1979/80 Oberliga Berlin (III) 1. 1980/81 Oberliga Berlin (III) 1. 1981/82 Oberliga Berlin (III) 4. 1982/83 Oberliga Berlin (III) 5. 1983/84 Oberliga Berlin (III) 8. 1984/85 Oberliga Berlin (III) 14. 1985/86 Oberliga Berlin (III) 5. 1986/87 Oberliga Berlin (III) 9. 1987/88 Oberliga Berlin (III) 11. 1988/89 Oberliga Berlin (III) 10. 1989/90 Oberliga Berlin (III) 14. Spielzeit Liga (Spielklasse) Platz 1990/91 Oberliga Berlin (III) 10. 1991/92 NOFV-Oberliga Nord (III) 16. 1992/93 Verbandsliga Berlin (IV) 14. 1993/94 Landesliga – Staffel 2 (V) 1. 1994/95 Verbandsliga Berlin (V) 12. 1995/96 Verbandsliga Berlin (V) 12. 1996/97 Verbandsliga Berlin (V) 12. 1997/98 Verbandsliga Berlin (V) 3. 1998/99 Verbandsliga Berlin (V) 16. 1999/2000 Landesliga – Staffel 1 (VI) 2. 2000/01 Verbandsliga Berlin (V) 2. 2001/02 Verbandsliga Berlin (V) 8. 2002/03 Verbandsliga Berlin (V) 5. 2003/04 Verbandsliga Berlin (V) 3. 2004/05 Verbandsliga Berlin (V) 1. 2005/06 NOFV-Oberliga Nord (IV) 11. 2006/07 NOFV-Oberliga Nord (IV) 8. 2007/08 NOFV-Oberliga Nord (IV) 13. 2008/09 NOFV-Oberliga Nord (V) 15. 2009/10 Berlin-Liga (VI) 12. Spielzeit Liga (Spielklasse) Platz 2010/11 Berlin-Liga (VI) 15. 2011/12 Berlin-Liga (VI) 18. 2012/13 Landesliga – Staffel 2 (VII) 10. 2013/14 Landesliga – Staffel 1 (VII) 3. 2014/15 Landesliga – Staffel 1 (VII) 1. 2015/16 Berlin-Liga (VI) 5. 2016/17 Berlin-Liga (VI) 8. 2017/18 Berlin-Liga (VI) 11. 2018/19 Berlin-Liga (VI) 16. 2019/20 Landesliga – Staffel 1 (VII) 3. 2020/21 Landesliga – Staffel 1 (VII) 2. 2021/22 Landesliga – Staffel 1 (VII) 2. 2022/23 Berlin-Liga (VI) 13. 2023/24 Berlin-Liga (VI) 1. 2024/25 NOFV-Oberliga Nord (V) 1. 2025/26 Regionalliga Nordost (IV) 8.2026/27Regionalliga Nordost (IV)

Futsal Seit 2016 spielt die Futsalmannschaft des BFC Preussen in der erstklassigen NOFV-Futsal-Liga. Das Team trat unter dem Namen achtzehnvierundneunzig an, was einen Verweis auf das Gründungsjahr des Vereins darstellte. In der Saison 2017/18 wurde das Team Vizemeister hinter dem VfL 05 Hohenstein-Ernstthal und qualifizierte sich für die Deutsche Futsal-Meisterschaft 2018. Ab der Saison 2019/20 spielt die Futsalmannschaft unter der Bezeichnung 1894 Futsal Berlin. Im Jahr 2021 war der Verein Gründungsmitglied der Futsal-Bundesliga, zog sich aber aufgrund finanzieller Schwierigkeiten schon nach zwei Spieltagen aus dem neu geschaffenen Oberhaus des DFB zurück.

Eishockey Neben dem Berliner Schlittschuhclub (BSchC) und dem SC Charlottenburg war der BFC Preussen Anfang des 20. Jahrhunderts einer der Pioniervereine im deutschen Eishockey. Zwei der ersten Berliner Meisterschaften wurden 1911 und 1912 jeweils gegen den BSchC gewonnen. 1928 und 1940 nahm die Mannschaft an der Endrunde um die deutsche Meisterschaft teil. Bei der ersten Teilnahme wurde man Vierter, während man beim zweiten Mal in einer Kriegsspielgemeinschaft mit den Zehlendorfer Wespen in der Vorrunde ausschied.