An dem Feste, WAB 59a, ist ein Lied, das der 19-jährige Anton Bruckner 1843 während seines Aufenthalts als Lehrergehilfe in Kronstorf komponierte. 1893, gegen Ende seines Lebens, änderte Bruckner die Partitur leicht und ließ Karl Ptak einen weiteren Text auf das Lied setzen, mit dem Titel Tafellied, WAB 59c.
Geschichte Bruckner komponierte dieses Jugendwerk nach einem Fünf-Strophen-Text des Kronstorfer Pfarrers Alois Knauer 1843 während seines Aufenthalts als Lehrergehilfe. Er widmete es Josef Ritter von Pessler, dem Pfarrer von Enns.C. van Zwol, S. 720C. Howie, Kapitel I, S. 27 Das Werk wurde am 19. September 1843 in der Kirche von Enns aufgeführt.U. Harten, S. 51 Das Werk, dessen Originalmanuskript im Archiv der Wiener Stadt- und Landesbibliothek aufbewahrt wird, erschien erstmals in Band I, S. 231–233, der Göllerich/Auer-Biographie. Die Originalvertonung von An dem Feste und eine Variante für gemischten Chor sind in Band XXIII/2, Nr. 1 der Gesamtausgabe erschienen.Gesamtausgabe – Weltliche Chöre
Tafellied Gegen Ende seines Lebens ließ Bruckner Karl Ptak einen weiteren Text auf das Lied setzen und modifizierte die Partitur leicht, mit dem Titel Tafellied, WAB 59c.U. Harten, S. 456 Das revidierte Lied, dessen Komposition am 22. Februar 1893 fertiggestellt wurde, wurde am 11. März 1893 vom Wiener Akademischen Gesangsverein aufgeführt.C. van Zwol, S. 730 Tafellied erscheint im Band XXIII/2, Nr. 36 der Gesamtausgabe.Vgl. den Artikel zu Dichtungen der Gattung Tafellieder.
Spätere Ausgaben 1928 veröffentlichte Anton Böhm & Sohn eine neue Fassung von Bruckners populärem Lied nach D-Dur mit einem Text von Ludwig Carl Kraus (Freudig laßt das Lied erschallen in der hehren Feierstund) mit dem Titel Festlied. Diese Neuauflage des Liedes wurde ursprünglich von Renate Grasberger als WAB 67 klassifiziert.U. Harten, S. 153–154 Zwei Jahre später (1930) veröffentlichten Anton Böhm & Sohn erneut eine neue Fassung in C-Dur für gemischten Chor mit einem Text von Alfred Zehelein (Heil dem Feste, das uns heute traut im engen Kreis vereint).
Musik Das 20-Takte lange Werk (16 Takte plus Wiederholung der letzten 4 Takte) in Des-Dur, das für Männerchor besetzt ist, verwendet fünf Strophen. Es gibt auch eine Besetzung für gemischten Chor.Das revidierte, 16 Takte lange Tafellied verwendet drei Strophen.
Text An dem Feste verwendet einen Text von Alois Knauer.
Tafellied verwendet einen Text von Karl Ptak.
Diskografie An dem Feste Es gibt eine einzige Aufnahme der Originaleinstellung: Thomas Kerbl, Männerchorvereinigung Bruckner 12, Weltliche Männerchöre – CD: LIVA 054, 2012 – 1. und 5. Strophe
Tafellied Es gibt zurzeit keine Aufnahmen von Tafellied.
Literatur August Göllerich, Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffens-Bild, ca. 1922 – posthum herausgegeben von Max Auer von G. Bosse, Regensburg 1932. Anton Bruckner – Sämtliche Werke, Band XXIII/2: Weltliche Chorwerke (1843–1893), Musikwissenschaftlicher Verlag der Internationalen Bruckner-Gesellschaft, Angela Pachovsky und Anton Reinthaler (Hrsg.), Wien 1989. Cornelis van Zwol: Anton Bruckner 1824–1896 – Leven en werken, ed. Thoth, Bussum 2012, ISBN 978-90-6868-590-9. Uwe Harten: Anton Bruckner. Ein Handbuch. Residenz Verlag, Salzburg 1996, ISBN 3-7017-1030-9. Crawford Howie: Anton Bruckner – A documentary biography, online überarbeitete Auflage.
Weblinks
An dem Feste Des-Dur, WAB 59; Festlied D-Dur, WAB 67; Tafellied Des-Dur, WAB 86 – Kritische Diskografie von Hans Roelofs Live-Aufführungen von An dem Feste, WAB 59a In Ansfelden, 4. Oktober 2014: Volksmusik vom Ansfeldner 5' Gsang und eine Lesung über Anton Bruckner – Gemischtes Vokalquartett, Strophen 1 & 2. Pfarrkirche Micheldorf, 17. Mai 2024: Männerchorkonzert 'Bruckner im Kremstal'. Live-Aufführung von Festlied, WAB 59c durch den Männerchor der Wagner-Gesellschaft Japan, 11. Dezember 1988: Festlied
Einzelnachweise
Kategorie:Weltliches Chorwerk von Anton Bruckner Kategorie:Musik 1843