Nazima Khairzad (, , * 4. Mai 2002 in Kahmard, Bamyan Provinz, Afghanistan) ist eine afghanische Skirennfahrerin. Sie gewann die erste Medaille für Afghanistan in einem internationalen Skiwettkampf.
Leben und Sportliche Leistung mini|Anfänge des Skifahrens in Bamyan Nazima Khairzad wuchs in der Stadt Kahmard in der Bamyan-Provinz auf. Khairzad durfte dort weder zur Schule gehen, noch Sport treiben und musste Burkas tragen, da die ländliche Stadt für Frauen sehr restriktiv war. Kharizads Mutter zog daher mit ihr und ihrer Schwester Nazira Kharizas in die Stadt Bamyan, um ihren Töchtern eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Khairzads Vater war Polizist in Kahmard und gab diesen Beruf auf, um seiner Frau und den Töchtern in die Stadt Bamyan zu folgen. In Bamyan hat Khairzad mit dem Skifahren begonnen und ist Mitglied im Bamyan Skiclub, der von den einheimischen Skifahrern und ehemaligen Olympiateilnehmern von 2018, Sayed Alishah Farhang und Sajjad Husaini, geleitet wird. Khairzad war die erste Person aus Afghanistan, die eine Medaille bei einem internationalen Skirennen gewann. Bei einem Skiwettkampf in Pakistan im Februar 2020 gewann sie die Bronzemedaille im Slalom. Sie nahm auch an der Afghan Ski Challenge teil und gewann 2020 bei der 10. Afghanistan Ski Challenge die Goldmedaille. Im August 2021, als die Taliban in Afghanistan an die Macht kamen, wurde Khairzads Leben bedroht, da Frauen unter den Taliban nicht arbeiten, studieren oder Sport treiben dürfen. Zu diesem Zeitpunkt studierte Khairzad Informatik an der Universität in Kabul und war als Reiseleiterin für geführte Outdoor-Abenteuertouren tätig. Eine Teamkollegin von Khairzad aus dem Skiclub Bamyan wurde im November 2021 von den Taliban ermordet.
Khairzad versuchte zweimal, aus Afghanistan zu fliehen. Der erste Fluchtversuch scheiterte an der Grenze zu Pakistan. Beim zweiten Versuch konnte ihr Eva zu Beck, eine polnische Reisebloggerin und Filmproduzentin, helfen, einen Flug nach Islamabad in Pakistan zu bekommen. Dort schloss sich Khairzad einer Gruppe anderer afghanischer Skifahrerinnen an, u. a. ihre Schwester Nazira Khairzad, die ein Visum für Italien erhalten konnten, und reiste dann weiter nach Deutschland. Anfang 2023 befand sich Khairzad in einer Asylunterkunft in Hanau und wartete auf ihr Asylverfahren. Nach europäischem Asylrecht stand die Ausweisung nach Italien bevor, weil Khairzad dort in die EU eingereist ist. Khairzads Schwester befand sich in Italien und ihre Familie auf der Flucht im Iran. 2024 wurde bei Nazima Khairzad ein Hirntumor entdeckt. Sie musste sich zwei Operationen unterziehen und verbrachte sechs Monate in einer Klinik. In der Zukunft möchte Khairzad in Afghanistan leben und dort wieder Skifahren und arbeiten.
Khairzad hat neben dem Skifahren auch an anderen Outdoor-Aktivitäten wie Marathonlauf und Bergsteigen teilgenommen. Sie bestieg den Berg Shah Fuladi, der eine Höhe von 5064 Metern hat.
Gesellschaftliches Engagement Obwohl Khairzad in ihrer Heimat von den Taliban bedroht wird und sich nun als Flüchtling in Deutschland befindet, setzt sie sich weiterhin für die Rechte von Frauen und die Förderung des Sports in Afghanistan ein. Durch die Unterstützung gibt es einen Spendenaufruf unter dem Motto Bergsport für die Freiheit. Der Initiator des Spendenaufrufs ist Malte Roeper, Autor, Regisseur, Bergsteiger.
Weblinks Dokumentation – Risking Her Life to Play Sports in Afghanistan (EN, 26:01 min) Homepage – Asyl für Nazima - Bergsport für die Freiheit nazima.org Podcast – Flucht aus Afghanistan: Nazimas Traum vom Skifahren ardaudiothek.de
Einzelnachweise
Kategorie:Afghane Kategorie:Geboren 2002 Kategorie:Frau