Margret Holz (* 7. August 1942 in Gera) ist eine bildende Künstlerin mit den Schwerpunkten Skulptur, Druck und Fotografie.
Leben und Werk Margret Holz studierte von 1959 bis 1962 Kunst und Textildesign an der Fachhochschule für Kunst und Design Hannover. Von 1971 bis 1975 studierte sie das Fach Deutsch an der Pädagogischen Hochschule Berlin und der Freien Universität Berlin, schloss mit dem 1. Staatsexamen ab und unterrichtete bis 1978. Von 1980 bis 1984 war sie an der Sophie-Scholl-Schule für Kulturelle Jugendarbeit im Bereich Kunst, Literatur und Film tätig. Die Ausstellung Phantasie und Volkshochschule, bei der sie 1985 mitwirkte, stellte neue Ansätze der Projektarbeit vor, zeigte Möglichkeiten und Grenzen fächerübergreifender Angebote, gab Einblicke in Stadtteilerkundungen mit und ohne neue Medien. Von 1985 bis 1987 studierte sie weiter, Malerei bei Prof. Horst Hirsig an der Universität der Künste Berlin. Parallel entstanden erste bildhauerische Arbeiten an der UDK bei Shinkichi Tajiri. Ihr besonderes Interesse an religionswissenschaftlichen Fragestellungen führte sie 1990 sechs Jahre lang in die Vorlesungen von Prof. Klaus Heinrich an der FU Berlin. Für die vertiefte Auseinandersetzung im Austausch mit Kollegen künstlerische Werke im Einklang mit der freien Natur zu schaffen, besuchte Margret Holz Internationale Bildhauersymposien: 2008 und 2009 in Davos, 2013 und 2018 in Forst (Lausitz), und Höfner Skulpturensymposium 2022 in der Seeanlage Pfäffikon SZ, Schweiz. So entstand ihre Kunst im öffentlichen Raum.
Margret Holz ist Bildhauerin, Fotografin und Druckkünstlerin. Ihr Material ist Metall, Holz und Gips. Seit ihrem ersten Kunststudium in Hannover steht für Margret Holz die dreidimensionale Kunst im Mittelpunkt, wie die Skulptur, die Installation, interdisziplinäre und partizipative Raumarbeiten oder performative Installationen im Öffentlichen Raum. Sie engagiert sich in verschiedenen Projekten, in denen das künstlerischen Material im Spannungsverhältnis zur intentionalen Bedeutsamkeit betrachtet wird, wie beispielsweise bei Das Verborgene Museum 1987 in der Akademie der Künste, eine Ausstellung, die ein imaginäres Museum der Kunst von Frauen zeigt, bestückt mit verstreuten, meist in Depots lagernden Werken, die die Utopie Museum auf Zeit sichtbar macht, oder 1992 zum Nachlass von Oskar Pastior. In den Projekten arbeitet die Künstlerin interdisziplinär und experimentell an künstlerischen Formaten und Terminologien. 1988 eröffnete sie das Hypothetische Museum+Archiv aus Anlass ihrer Recherchen zur ehemaligen Krolloper Berlin. Fast alle Künstler, die von 1927 bis 1931 dort gearbeitet haben, mussten aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten emigrieren. Dies imaginäre Museum reflektiert gegenwärtige Zustände und agiert in Form von unregelmäßigen Eröffnungen, auch in sozialen Netzwerken: Situationistische Aktionen als Performances, spontane Interviews, Sound-Installationen, die am Ort des Geschehens entstehen, Interaktionen und Interventionen zeigen ihre künstlerische Arbeit.
Von 1987 bis 2000 wurde Magret Holz künstlerische Arbeit durch einzelne Werkverträge mit der Künstlerförderung Berlin gefördert, und durch regelmäßige Atelierförderung des Berliner Senats (1986–96), Kulturwerk des BBK Berlin, bewahrt. Einen 1. Preis für ihre Skulptur-Installation erhält sie 1996 beim Ideenwettbewerb Los-Angeles-Platz der AG City Berlin. 1996 folgt ein Stipendium der Deutschen Künstlerhilfe, 2000 ein Residenzstipendium der GEDOK Schleswig-Holstein, 2005 ein Stipendium der Käthe-Dorsch-Stiftung, Berlin, und 2010 ein Residenzstipendium vom Kunstsenter Bergen, Norwegen. 2012 konnte die Künstlerin mit dem Residenzstipendium des berlinerpool | arts network + mobile archive eine Arbeit in situ im Projektraum POT in Kassel während der documenta 13 umsetzen. Margret Holz lebt und arbeitet in Berlin. Sie hat eine Tochter.Website: [www.mabois.de]
Margret Holz ist seit 1974 Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstlerinnen und Künstler, seit 2018 Mitglied im Verein Berliner Künstler und seit 2022 Mitglied des Netzwerks Frauenmuseum Berlin e.V. und im Deutschen Künstlerbund e.V. Ihre Werke befinden sich in der Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel, in den Sammlungen Lydia Deveen, Brüssel und McKinsey München, im Museum für Holzschnitt, Spendhaus Reutlingen, im Kupferstichkabinett Berlin, im Land Berlin, sowie in privaten Sammlungen.
Kunst im öffentlichen Raum
7:14, Lärche, 195 × 60 × 60 cm, Skulpturenweg Davos, Schweiz 2008 Manuskript, Lärche, 190 × 50 × 50 cm, Skulpturenweg Davos, Schweiz 2009 Body 13, Kastanie, 300 × 80 × 60 cm, Cottbuser Straße Forst (Lausitz), 2013 Denkend, Eiche, 170 × 100 × 80 cm, Frankfurter Straße Forst (Lausitz), 2015 Zylin 16, Stahl farbig gefasst, Skulpturenpark Mörfelden-Walldorf, 2016 Undine, Eiche, 80 × 170 × 60 cm, Wehrinsel Forster Rosengarten, Kultur- und Kunstwege in Forst (Lausitz), 2018
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
1988: Neue Arbeiten, Bomann-Museum, Celle 1992: Neuere Kalendergeschichten, Objekte aus Tier- und Fischknochen, Literaturforum im Brecht-Haus Berlin 1994: Le Cheval Dans L’opera – Passage Memoire Paris Berlin Station I., Installation, Lithografie, Abguss-Sammlung Antiker Plastik Berlin; Le Reduit – Passage Memoire Paris Berlin Station II., Audiovisuelle Präsentation, Wielandstr. 43, Berlin 1999: Berührung – Bewegung, Skulptur, Fotografie, Druck, Peace Gallery, Berlin 2001: Surroundings, Galerie Art Kiosk, Brüssel 2002: Arbeiten M. H., Galerie auf der Grieser Schmid Point, München 2004: Übergänge, Galerie Ruhnke, Potsdam; 2003 Licht und Schatten, Rumänisches Kulturinstitut, Berlin 2005: Experiment Krolloper 2005, Passage Mémoire Paris Berlin, Station III., Museum Mitte, Berlin 2010: Installation Unknown manuscript, Studio Art Center, Bergen, Norwegen 2012: Liberated but not free, Projektraum TOP, Kassel 2014: Pomonas Library W.B. in Construction, Temple de Pomone Potsdam 2016: Unknown manuscript Forst (Lausitz), Brandenburgisches Textilmuseum 2018: Spur Verlorener Gedanken, Inselgalerie Berlin, mit Christine Düwel 2020: Hypothetisches Museum+Archiv, Ausstellung, Projektraum b74, Luzern 2023: Shadows are present, GE59Art-Work-Space, Berlin
Gruppenausstellungen
1967 und 1968: Berufsverband Bildender Künstler Celle, Gotische Halle, Celle 1992: Kunstmesse, Kulturforum Villa Oppenheim, Berlin 1994: Holzschnitte, Ephraim-Palais, Berlin (Museen gegen Fremdenfeindlichkeit) 1995: Die Rote Königin, Frauenmuseum, Bonn 1997: Skulptur – Fotografie, ESSEC C.N.I.T. Paris (La Defense) 1998: Salon de Montrouge Vienne – Paris, mit Maria Lassnig, Valie Export u. a. 2002: Druck, Galerie Kränzl, Göppingen 2006: Jetzt, Universität der Künste, Berlin 2011: Hello again, Galerie Laura Mars, Berlin 2012: Skulptur Werk Raum, Studio 1, Kunstquartier Bethanien, Berlin, Video-Fotogramm-Installation, Berliner Liste 2015: Fotogramm-Installation, Berliner Liste 2016: EMOP, Europäischer Monat der Fotografie, GEDOK-Galerie, Berlin 2017: Identität? Forst (Lausitz) – Lubsko, Kompetenzzentrum Forst (Lausitz) und Kulturhaus Lubsko, Polen; Mapping Berlin, Galerie Wedding, Berlin 2018: EMOP, Europäischer Monat der Fotografie, GEDOK-Galerie, Berlin 2019: Techne, Rathausgalerie Porto Alegre, Brasilien und VBK Galerie, Berlin 2020: Brandenburgischer Kunstpreis, Schloss Hardenberg; Hochdruck (Ausstellungskatalog), rk Galerie, Berlin 2021: Schöne Aussichten, VBK Galerie, Berlin; Update21, VBK Galerie, Berlin; Tag der Druckkunst, VBK Galerie, Berlin 2022: Buch- und Textproduktionen, VBK Galerie Berlin und BBK Galerie, Düsseldorf; Höfner Skulpturensymposium, Seeanlage Pfäffikon SZ (CH)
Veröffentlichungen (Auswahl)
MONTROUGE – VIENNE, Salon de Montrouge, Paris, ECOPRINT, Pontcarré, F., 1998 Bartkowiaks forum book art 1999/2000, hrsg. von Heinz Stefan Bartkowiak, Hamburg 2000, ISBN 3-9803534-8-6 More than a bank, Forum Junge Kunst (Ausstellungskatalog), hrsg. von SEB AG, Frankfurt/M 2001, ISBN 3-89314-673-3 Experiment Krolloper 2005 (Passage Mémoire Paris-Berlin, Station III), ersch. im Eigenverlag, Berlin 2005, ISBN 3-00-017552-0 PREVIEW BERLIN, hrsg. von Seltmann und Söhne, Berlin 2011, ISBN 978-3-942831-20-8 SKULPTUR RAUM WERK, hrsg. von zimmerverlagberlin, Berlin 2012, ISBN 978-3-9813982-2-9 Screening der medienwerkstatt berlin, Kino Central, hrsg. von Medienwerkstatt, Berlin 2015 Techne. Berlin - Porto Alegre (Ausstellungskatalog), hrsg. von Sandra Becker, ElaineTedesco, Verein Berliner Künstler, Art In Flow Verlag, Berlin 2019, ISBN 978-3-938457-37-5 Margret Holz, Abi Shek, Herbert Eugen Wiegand: Hochdruck, KRAUTin Verlag, Berlin 2020, ISBN 978-3-96703-016-7 Margret Holz: Skulptur Fotografie, Druck, KRAUTin Verlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-96703-028-0 DRUCKKUNST IM DIALOG, Hochdruck | Tiefdruck | Flachdruck | Durchdruck (Ausstellungskatalog). Ein Projekt des Vereins Berliner Künstler anlässlich des Tages der Druckkunst 2022, KRAUTin Verlag, Berlin 2022, ISBN 978-3-96703-042-6
Weblinks
Website der Künstlerin Mitgliedschaften: sculpture network.org Netzwerk Frauenmuseum Berlin e.V., Deutscher Künstlerbund e.V. bbk-berlin
Einzelnachweise
Kategorie:Bildender Künstler (Deutschland) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1942 Kategorie:Frau