Alfred J. Kwak ist eine Zeichentrickserie nach der Musikfabel Alfred Jodocus Kwak des niederländischen Liederkomponisten Herman van Veen, die 1989 bis 1990 in Zusammenarbeit von VARA (Niederlande), ZDF (Deutschland), TV Tokyo (Japan) und TVE (Spanien) entstand. Regie führte Hiroshi Saitō (). Die Titelfigur ist ein Waisen-Enterich, dessen sich der Maulwurf Henk angenommen hat. Henk ist Alfreds Ziehvater, aber auch sein Freund und Berater. Alle Figuren in der Serie sind vermenschlichte Tiere. Die Serie wurde in Deutschland vom 13. Oktober 1990 bis 16. Februar 1993 im ZDF erstausgestrahlt und gewann viele Preise, darunter auch die Goldene Kamera 1990 der Zeitschrift Hörzu für das beste Kinderprogramm.

Musik Die Musik für die Zeichentrickserie haben Herman van Veen, Nard Reijnders, Harry Sacksioni und Erik van der Wurff komponiert.

Mit Ausnahme der Titel- und Abspannmusik wurden in der japanischen Synchronfassung alle gesungenen Lieder original in niederländischer Sprache gespielt. Für die deutsche und zum Teil weitere anderssprachige Fassungen wurden die Lieder entsprechend übersetzt neu eingesungen, in anderen Ausstrahlungen hingegen ausschließlich instrumental ohne Gesang gespielt. Viele Lieder sowie die instrumentale Begleitmusik wurden nicht exklusiv für die Serie komponiert, sondern überwiegend aus bereits vorhandenen Alben van Veens bzw. van der Wurffs entnommen, so stammt beispielsweise das Abspannslied Warum bin ich so fröhlich (dt.) bzw. Zo vrolijk (ndl.) aus dem 1986 erschienenen Album Anne. Einige Lieder kamen bereits in älteren Serien und Filmen, beispielsweise in Die seltsamen Abenteuer des Herman van Veen, vor. In der Folge 36 (Michael Duckson) wird als Hauptbestandteil das Lied Bleib von Haindling mit neuem Text verwendet.

Der Abspann enthielt in seiner ursprünglichen Version im Rahmen der ZDF-Ausstrahlungen noch die Liedzeile „Das war es für heut’, es hat mich gefreut, bis zum nächsten Treff, hier im ZDF“; in späteren Ausstrahlungen wurde zunächst der Bezug auf das ZDF entfernt, später wurde die gesamte Zeile herausgeschnitten.

+ Lieder Vorspann Abspann Titel Spetter Pieter Pater Plätscher, Plitscher, Feder Yakusoku da yo () Zo vrolijk Warum bin ich so fröhlich Happy Happy () Gesang Herman van Veen & Ryan van den Akker Ryan van den Akker & Herman van Veen Komposition Herman van Veen Mitwirkende Übersetzung: Kazuko Sakata () Bearbeitung: Michiaki Katō ()

Vorgeschichte Im beginnenden Sommer eines nicht genannten Jahres treffen sich Henk und Johann Kwak, der Vater von Alfred. Henk macht ihm den Vorschlag, zu heiraten. Johann, der lieber seine Freiheit genießt, möchte das aber nicht, bis er auf einmal eine Ente mit dem Namen Anna kennenlernt. Beide verlieben sich sofort ineinander, jedoch ergreift Johann aus Verlegenheit die Flucht. Im späteren Verlauf der Handlung treffen sich beide erneut und gründen eine Familie. Alfred ist das erste von mehreren Geschwistern, der sofort aus dem Ei schlüpft und die Welt erkunden möchte. Als er wieder eingefangen ist und zum Nest zurückgetragen wird, macht Henk seinem Vater den Vorschlag, das kleine Entchen Alfred zu nennen, weil sein Großvater so hieß. Außerdem würde ihm noch der Beiname Jodocus gut stehen, weil er so ein Herumtreiber sei. Johann ist mit diesem Vorschlag einverstanden.

Die kleine Entenfamilie lebt glücklich miteinander, bis eines Tages durch Bauarbeiten für einen Vergnügungspark in ihrer Heimat der einzige Waldabschnitt für die Familie unbewohnbar wird. Henk macht Johann den Vorschlag, dass die Familie doch mit ihm ins Haus seines Großvaters ziehen könnte. Nach einigem Zögern willigt Johann ein, da ihm selbst nichts Besseres einfällt. So macht sich die Familie auf die Reise. Alfred, der in der Nacht zuvor aus dem Nest ausgebüxt ist und den noch nicht fertiggebauten Vergnügungspark erkundet, fängt erstmals an zu sprechen, als er eine elektronische Gorillapuppe in Gang setzt.

Alfred läuft ständig von der Gruppe weg, weil es auf dem Weg so viele Dinge gibt, die ihn interessieren. In einer regnerisch-gewitterigen Nacht muss die gesamte Entenfamilie eine gefährliche Straße überqueren. Alfred läuft schon wieder weg, aber Henk rennt ihm hinterher. Währenddessen möchte die restliche Familie die Straße überqueren. Als Henk Alfred endlich wieder eingefangen hat, hören beide plötzlich einen lauten Knall und sehen wenig später das Unglück: Johann, Anna und Alfreds Geschwister, die allesamt namenlos waren, wurden überfahren, oder von einem Auto erfasst, die Leichen der Enten waren jedoch nicht zu sehen. Einzig der große Holzschuh, in dem die Familie ihr Nest für die Kinder hatte, ist übrig und wird Alfreds zukünftiger Schlafplatz. Fahrer des Wagens waren Herr Rokodil und sein Geschäftspartner, der Inhaber des Vergnügungsparks. Diese hatten keineswegs den Tod der Entenfamilie beabsichtigt, sondern einfach die Kontrolle über ihren Wagen verloren, als sie von einem Blitz erschreckt wurden. Alfreds Eltern und seine Geschwister erkannten die Autoscheinwerfer noch, konnten aber nicht mehr ausweichen.

Alfred und Henk ziehen schließlich allein zum Haus seines Großvaters weiter. Henk wird Alfreds Ziehvater und bezeichnet Alfred deshalb auch scherzhaft als Maulwurfente.

Darüber hinaus widmet sich die Serie in mehreren Episoden dem politischen Aufstieg von Dolf (in der deutschen Fassung „Kra“) und der Etablierung eines totalitären Systems. Ein wesentlicher Handlungsstrang behandelt seinen Weg vom Jugendfreund Alfreds zum diktatorischen Herrscher.

Figuren Alfred Jodocus Kwak eine kleine gelbe Ente, die in einem ausgebauten Holzschuh in Großwasserland lebt. Er ist mutig, voller Tatendrang und immer besorgt um das Wohl anderer – und bringt sich und seinen Ziehvater Henk dadurch nicht selten in Gefahr. Seine richtigen Eltern (Anna und Johann Kwak) und Geschwister kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Synchronsprecherin ist die niederländische Musikerin Ryan van den Akker. Henk ein sehr intelligenter Maulwurf und anerkannter Bergbau-Experte, der Alfred nach dem Tod von dessen Eltern aufzieht und ihm in fast all seinen Abenteuern zur Seite steht. Alfred betrachtet ihn als seinen Vater und zugleich als seinen besten Freund. Er ist stark kurzsichtig. Sein Charakter zeichnet sich einerseits durch ein sehr gutmütiges und tapferes Wesen sowie durch eine große Ruhe und Gelassenheit aus. Selbst in gefährlichen Situationen oder bei schwierigen Fragestellungen behält er immer einen kühlen Kopf und steht Alfred und anderen Charakteren mit gut durchdachten Ratschlägen zur Seite. Außerdem war er bereits mit den Eltern von Alfred eng befreundet. Winnie Wanna Alfreds Freundin, eine schwarze Ente. Ihr Vater Kwah Wanna ist der Anführer der schwarzen Widerständler gegen die Rassentrennung in ihrer Heimat Gänseland. Er hat Winnie und ihren Bruder Tom nach Großwasserland in Sicherheit gebracht, um seinen Kampf ohne Gefahr für seine Kinder fortsetzen zu können. Winnie war zwischenzeitlich in den Sänger Michael Duckson (eine Anspielung auf den Popstar Michael Jackson) verliebt, gesteht aber später Alfred ihre Liebe. In der letzten Folge wird Winnie von Alfred aus den Fängen von Kra befreit, ob die beiden danach ein Paar werden, bleibt offen. Professor Paljas ein Eisbär und ein vielseitiger Wissenschaftler, der Alfred immer wieder auf waghalsige Missionen rund um die Welt mitnimmt. Dabei dient ihnen meistens seine riesige fliegende Windmühle als Transportmittel, die sich wahlweise auch zum U-Boot oder Raumschiff umfunktionieren lässt. Er ist ein großer Erfinder, der für schwierige Situationen allerlei technische Möglichkeiten parat hat. Kra eine Krähe und seit Kindertagen Alfreds Gegenspieler. Er ist nur eine halbe Krähe, da seine Mutter eine Amsel war, deshalb ist, wie sich auch später herausstellt, sein Schnabel eigentlich nicht schwarz, sondern gelb. Er muss ihn mit Schuhcreme schwarz einfärben. Außerdem kommt er aus sehr schwierigen Verhältnissen. Er verlor seine Mutter sehr früh, sein Vater möchte nichts von ihm wissen, da er Alkoholiker ist. Zudem brach er sich, nachdem er zusammen mit Alfred in einen Brunnen fiel, seinen rechten Flügel und gibt im weiteren Verlauf der Geschichte immer wieder an, unter den Schmerzen zu leiden. Schon als Kind gerät er mit dem Gesetz in Konflikt, später wird er immer grausamer und ist nur auf Ausübung und Erhaltung von Macht aus sowie in allerlei kriminelle Machenschaften, wie z. B. Waffenschmuggel, verwickelt. Er gründet schließlich die „Nationale Krähenpartei“ (eine Anspielung auf die NSDAP), mit der er zeitweise die Macht in Großwasserland übernimmt; später aber wird er mit Alfreds Hilfe gestürzt. Im Original lautet Kras Name Dolf als Anspielung auf Adolf Hitler, dessen Verhalten er partiell adaptiert. Am Ende der Serie ist Kra wegen offensichtlicher Spielsucht sehr hoch verschuldet und muss deshalb nach wie vor kriminelle Aufträge annehmen. Er wird schließlich mit Alfreds Hilfe von der Polizei geschnappt und wegen all seiner Verbrechen zu 26 Jahren Gefängnis verurteilt, jedoch gelingt ihm der Ausbruch, da ein Gefängniswärter ein ehemaliger Komplize von ihm ist und ihn bei diesem Vorhaben unterstützt. Nachdem er Alfreds Freundin Winnie entführt hat und auch dieser Plan von Alfred durchkreuzt wurde, wird er erneut von der Polizei geschnappt. Sein weiterer Verbleib ist jedoch unklar. Ollie ist ein Storch und einer von Alfreds ältesten Freunden. Er studiert später Jura und geht in die Politik; nach der Einführung freier Wahlen wird er durch Alfreds Fürsprache der erste demokratisch gewählte Präsident von Großwasserland. Franz Ferdinand II ein Löwe und der ziemlich unbedarfte König von Großwasserland. Nachdem er die Amtsgeschäfte seines Vaters, Richard des Dritten, übernimmt, ist er zunächst mehr an seinem Limonadenbad interessiert als an Politik. Erst Kras Putsch und sein zeitweiliges Exil wecken seinen Willen, dem Volk ein guter König zu sein; nach seiner Reinthronisierung wandelt er Großwasserland in eine konstitutionelle Monarchie um und veranlasst freie Wahlen. Er ist benannt nach dem historischen österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand. Lispel eine krankhaft neugierige Qualle, die sich häufig in einem Wagen mit eingebauter Salzwasserwanne durch die Gegend kutschieren lässt und als Spion arbeitet. Das Geld, das Lispel für ihre Informationen erhält, ist ihr dabei weniger wichtig als das Spionieren an sich. Stibitzi im Original eine männliche, und in der deutschen Übersetzung eine weibliche Elster, und schon seit Kindheitstagen mit Alfred und Henk befreundet, die eine Vorliebe für glänzende, funkelnde Gegenstände hat und deshalb oft zum Dieb wird, ohne sich danach daran zu erinnern, weshalb sie oft in peinliche Situationen gerät. Sie wird später, wegen ihrer Vorliebe für Diamanten, Bohrexpertin auf einer Ölplattform, außerdem war sie mit Alfred und Henk in Atlantis, begleitete sie und Professor Palias auf ihrer Expedition in den Regenwald, wo sie sich wieder einmal nicht beherrschen konnte, und den Topf mit Gold unter dem Regenbogen stahl, der später von Kra geraubt, und schließlich von Alfred zurückgebracht wurde. Stibitzi bereute ihren Diebstahl zu tiefst. Im Original heißt er Pikkie. Kapitän Stoppel ein großer stoppelbärtiger Seelöwe, der stets mit einer blauen Jacke, einer blauen Hose, einem braunen Pullover sowie gelben Gummistiefeln und einer Kapitänsmütze bekleidet ist. Er steuert das Schiff, mit dem Alfred und Professor Palias gelegentlich zu ihren Reisen unterwegs sind. Er ist gutherzig, freundlich und mutig und außerdem ein begeisterter und erfahrener Seefahrer.