Micheldorf ist eine Ortschaft in der Gemeinde Micheldorf im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten (Österreich). Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).
Lage Die Ortschaft liegt in der Katastralgemeinde Micheldorf und zu einem kleinen Teil in der Katastralgemeinde Lorenzenberg, am Friesacher Feld sowie an den östlichen Ausläufern des Mödringbergzugs, am Micheldorfer Dorfbach, unweit der Metnitz. Die Rudolfsbahn verläuft durch den Ort, die Friesacher Straße läuft östlich am Ort vorbei.
Geschichte 1064 wird der Ort als Michelndorf erwähnt. Der Ortsname leitet sich vom mittelhochdeutschen michel ab, was groß bedeutet.Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. Alphabetisches Kärntner Siedlungsnamenbuch. Geschichtsverein für Kärnten, 1956, S. 156.
Die Kirche St. Veit in Micheldorf wurde 1136 geweiht, der heutige Bau weist noch einen romanischen Kern auf. Doch könnte sich schon eine Nennung von 783/785 auf eine solche Kirche am Ort beziehen. Im 13. Jahrhundert wird ein Festes Haus erwähnt; dieser romanische Bau bildet den Kern des Thurnhofs, eines ehemaligen Volksschulgebäudes bei der Kirche.Verwaltungsgerichtshof-Entscheidung vom 20. September 2018, GZ Ra 2017/09/0043.
1797 plünderten französische Truppen die Kirche, nachdem Erzherzog Karl drei Tage lang sein Hauptquartier im Ort aufgeschlagen hatte. 1841 wurde eine Schule in Micheldorf gegründet.Hubert Hauser: Kurz gefasste Profan- und Kirchen-Geschichte der Stadt Freisach in Kärnten. Selbstverlag, 1884, S. 56.
Auf dem Gebiet der Steuergemeinde Micheldorf liegend, gehörte Micheldorf in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Althofen (Herrschaft und Landgericht). Bei Gründung der Ortsgemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Ort zunächst an die Gemeinde Friesach, 1892 wurde er Hauptort der damals neu errichtete Gemeinde Micheldorf. Im Zuge der Gemeindestrukturreform 1973 wurde die Gemeinde Micheldorf aufgelöst; Micheldorf kam zurück an die Gemeinde Friesach. 1992 wurde die Gemeinde Micheldorf wiedererrichtet, Micheldorf ist seither wieder deren Gemeindehauptort.
Der Ort bestand lange Zeit nur aus einigen Häusern rund um die Kirche, sowie nördlich davon im Bereich der heutigen Hauptstraße und Pfarrstraße, aus dem landtäflichen Gut Eggarthof nordwestlich oberhalb des Dorfs, sowie einigen wenigen Häusern nahe der Mündung des Dorfbachs in die Metnitz. Mitte des 20. Jahrhunderts entstand die Thierry-Siedlung, eine Einfamilienhaussiedlung damals südöstlich außerhalb des Dorfs. Anstelle des Eggarthofs wurde der Agathenhof errichtet, der zeitweise als Zentrum ultrarechter Esoterik galt„Ein ganz besonderer Kraftort.“ taz vom 28. Juli 1995 und heute als Rehabilitationszentrum geführt wird. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wuchs das Dorf durch den Bau zahlreicher Einfamilienhäuser rasch an.
Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1869: 33 Häuser, 192 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872, S. 64. 1880: 33 Häuser, 181 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882, S. 51. 1890: 31 Häuser, 199 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894, S. 51. 1900: 29 Häuser, 190 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 68. 1910: 32 Häuser, 241 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 34. 1923: 36 Häuser, 227 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 14. 1934: 316 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 14. 1961: 71 Häuser, 525 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 254. 2001: 235 Gebäude (davon 205 mit Hauptwohnsitz) mit 325 Wohnungen; 820 Einwohner und 27 Nebenwohnsitzfälle; 313 Haushalte; 24 Arbeitsstätten, 24 land- und forstwirtschaftliche BetriebeStatistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004, S. 116. 2011: 246 Gebäude, 708 Einwohner, 308 Haushalte, 20 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt 2014. 2021: 257 Gebäude, 697 Einwohner, 315 Haushalte, 34 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 41.
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Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Micheldorf) Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan