Unter Stoppelbrennen versteht man das absichtliche Verbrennen von landwirtschaftlichen Abfällen, die nach der Ernte von Getreide wie Reis und Weizen zurückbleiben.
Auswirkungen
Die Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen.
Positive Effekte
Billiger und einfacher als andere Beseitigungsmethoden Hilft bei der Bekämpfung von Schädlingen und Unkraut Kann die Stickstoffbindung verringern
mini|200x200px|Schadstoffhaltiger Rauch aus der Verbrennung
Schädliche Auswirkungen
Verlust von Nährstoffen Verschmutzung durch Rauch. Einschließlich Treibhausgase und andere, die die Ozonschicht schädigen Gefahr der unkontrollierten Ausbreitung von Bränden
Alternativen zur Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen Mehrere Unternehmen weltweit verwenden landwirtschaftliche Reststoffe zur Herstellung neuer Produkte. Landwirtschaftliche Abfälle können als Rohstoffe für neue Anwendungen dienen, z. B. für Papier und Pappe, Öle auf Biobasis, Leder, Kraftstoffe und Kunststoffe.
Gesetzgebung und Praxis Die Gesetzgebung verbietet in vielen Ländern inzwischen das Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle und somit auch das Abbrennen der Felder. Mancherorts wird es jedoch noch immer praktiziert. Ausgenommen von dem Verbot sind in vielen Ländern Brauchtumsfeuer zu bestimmten traditionellen Anlässen.
Europäische Union In der Europäischen Union rät die Gemeinsame Agrarpolitik dringend vom Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle ab.
Deutschland In Deutschland war das Abbrennen von Feldern früher vielerorts üblich; es gab hierfür bestimmte Brenntage, z. B. einen bestimmten Wochentag. Inzwischen ist dies in den meisten Bundesländern nur noch ausnahmsweise erlaubt. Die Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen durch Verbrennen außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen regelt die Handhabung je nach Bundesland.
Österreich In Österreich ist – von ganz bestimmten Ausnahmen abgesehen – das Verbrennen außerhalb der dafür bestimmten Anlagen verboten.Bundesgesetz über das Verbrennen von Materialien außerhalb von Anlagen (Bundesluftreinhaltegesetz – BLRG) BGBl. I Nr. 137/2002
Schweiz In der Schweiz wird die Zulässigkeit des Verbrennens vor allem von den zu erwartenden Immissionen abhängig gemacht.Luftreinhalte-Verordnung (LRV) vom 16. Dezember 1985
Portugal
Unabhängig von der Jahreszeit ist das Verbrennen von Schutt, Haufen und anderen forst- und landwirtschaftlichen Abfällen ohne vorherige Genehmigung oder Vorankündigung verboten. Geldbußen bei Verstößen können bis zu 60.000 € betragen.
Vereinigtes Königreich Die Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen ist im Vereinigten Königreich seit 1993 verboten. Eine wahrgenommene Zunahme von Acker-Fuchsschwanzgras, insbesondere der herbizidresistenten Varianten, hat dazu geführt, dass sich einige Ackerbauern für die Wiedereinführung des Verbrennens einsetzen.
Vereinigte Staaten In den Vereinigten Staaten sind Brände in den Staaten des Mittleren Westens recht verbreitet, aber einige Staaten wie Oregon regeln diese Praxis.
Kanada In einigen kanadischen Provinzen ist die Verbrennung von landwirtschaftlichen Abfällen mit Genehmigung erlaubt, so auch in Manitoba, wo schätzungsweise 5 % der Landwirte dies im Jahr 2007 taten.
Indien rechts|mini|200x200px|Verbrennung von Reisrückständen im südöstlichen Punjab, Indien, vor der Weizensaison In Nordindien wird das Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle trotz eines Verbots des Punjab Pollution Control Board seit den 1980er Jahren weiterhin praktiziert. Die Behörden sind dabei, dieses Verbot proaktiver durchzusetzen und Alternativen zu erforschen.
China In China ist das Verbrennen von landwirtschaftlichen Abfällen von der Regierung verboten, dennoch ist diese Praxis nach wie vor recht verbreitet.
Siehe auch Verordnung über die Beseitigung von pflanzlichen Abfällen durch Verbrennen außerhalb von Abfallbeseitigungsanlagen Strohfeuer
Einzelnachweise
Kategorie:Feldwirtschaft Kategorie:Feuer in der Kultur