Der Lohklingenbach ist einer der mittelgroßen Bäche im Mainhardter Wald im nordöstlichen Baden-Württemberg, die durch steil abfallende Keuperklingen von links zum Tal der Ohrn laufen. Nach etwa 2 km langem Lauf nach Osten mündet er beim Weiler Floßholz im Gemeindeteil Untersteinbach von Pfedelbach im Hohenlohekreis von links in die obere Ohrn.
Geographie Verlauf Der Lohklingenbach entsteht beim Weiler Neuwirtshaus im Gemeindeteil Geißelhardt der Gemeinde Mainhardt des Landkreises Schwäbisch Hall am Abzweig der L 1049, die durch seine obere Talmulde ins obere Ohrntal hinab führt, von der L 1050 Mainhardt–Pfedelbach. Neben dem auf liegenden Straßendreieck beginnt ein unscheinbarer, ostwärts laufender Graben, der schon einen Steinwurf weiter in den viertelhektargroßen, von Gehölz umgebenen und hinter einem Feldwegdamm angestauten Neuwirtssee einfließt.
Unterhalb des Seedamms fließt der Bach zunächst weiter geschlungen ostwärts, zunächst durch ein kleines, überwiegend rechtsseits liegenden Wäldchen, und passiert danach den jenseits der Landesstraße auf dem linken Hang stehenden Mainhardter Weiler Frohnfalls. In zunehmender Eintiefung kurz von einer Baumgalerie begleitet, tritt der Bach bald in den Klingenwald seines stärker abfallenden unteren Kerbtaleinschnittes ein. Kurz danach erreicht ihn von der rechten Seite auf ein zuletzt aus einigen Abflüssen des oberen Hangs vereinter Waldbach, der ein genauso großes Teileinzugsgebiet beiträgt wie sein eigener Oberlauf bis dorthin und sein einziger bedeutender Zufluss ist.
Dort in der inzwischen auf Pfedelbach-Untersteinacher Grund liegenden Waldklinge Lohklinge schwenkt der Bach auf künftig ostnordöstlichen, weiterhin leicht geschlungenen Lauf. Ihm fließen nun einige kurze Gerinne zu, die kleinen Quellen an den Hängen entspringen. Etwa 0,9 km nach seinem Laufknick verlässt er unter der links oberhalb auf dem linken Talsporn Frohnfaller Berg liegenden Steigenkurve der L 1049 auf etwa sein Waldtal. In der Wiesenaue des Ohrntalgrundes weiterhin von Gehölz am Ufer begleitet, fließt er auf Floßholz zu, kurz vor dem er einen 0,1 ha großen, von Bäumen umstandenen Teich am linken Ufer passiert. Danach läuft er dem Südrand des Weilers entlang von links in die obere Ohrn ein, nur wenige Schritte entfernt von der auf den noch kleinen Fluss überspannenden und Floßholz mit Ohnholz verbindenden Brücke einer Gemeindestraße.
Der Lohklingenbach mündet nach 2,6 km langem Lauf mit mittlerem Sohlgefälle von etwa 67 ‰ rund 176 Höhenmeter unterhalb seines Ursprungs im Neuwirtshauser Straßenwinkel.
Einzugsgebiet Der Lohklingenbach entwässert ein 2,6 km² großes Gebiet im Naturraum des Mainhardter Waldes. Sein höchster Punkt liegt auf der südlichen Wasserscheide beim Mainhardter Weiler Dürrnast nahe an einem Wasserreservoir und erreicht etwa . Der etwas größere Teil des Gebietes ist offen und wird von Äckern und Wiesen eingenommen, auf dem kleineren überwiegend in der Lohklinge steht Wald. Diese Klinge liegt überwiegend in einer vom Mündungsort Floßholz heraufziehenden Zunge der Teilgemarkung Untersteinbach der Gemeinde Pfedelbach; der deutlich größere Rest des Einzugsgebietes gehört zur Teilgemarkung Geißelhardt der Gemeinde Mainhardt, darin liegen außer den Weilern Neuwirtshaus und Frohnfalls nahe am Lauf noch die Weiler Rappenhof, Streithag und Haubühl am noch sanft abfallenden rechten Hang sowie ein Siedlungsteil des Weilers Dürrnast sowie der Einzelhof Hausenbühl auf der rechten Wasserscheide. Trotz vieler Orte im Einzugsgebiet ist die Besiedlungsdichte recht niedrig, weil diese recht klein sind.
Reihum grenzen die Einzugsgebiet der folgenden Nachbargewässer an: Im Südosten fließt ein kurzer Bach durch die Hausenklinge wenig oberhalb des Lohklingenbachs zur oberen Ohrn; von Süd über Südwesten bis West grenzt das große Einzugsgebiet der Brettach an, die unterhalb der Ohrn den Kocher speist und die dort nacheinander mit ihren rechten Zuflüssen Kibitzenseebach, dessen Abfluss sie über den Benzenbach am höchsten am Lauf erreicht, sowie Steinbrückenbächle und Rohrholzbäche konkurriert; der Abfluss jenseits der nördlichen Wasserscheide erreicht über das Hesseltbächle weiter abwärts wiederum die Ohrn.
Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und class=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung.
class=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Neuwirtssee bei Neuwirtshaus, unter 0,3 ha. Klepperbach, von rechts und Südwesten auf in der beginnenden Lohklinge, ca. 0,8 km und ca. 0,8 km². Entspringt an einigen Quellen in der offenen Flur auf bis etwa . (Höchstliegende Quelle bei Streithag mit dem längsten Gesamtstrang.) Hat etwa genauso viel an Teileinzugsgebiet wie der namentliche Oberlauf bis dorthin.
Geologie Das gesamte Einzugsgebiet liegt im Mittelkeuper, dessen höchste auftretende Schicht ist der Stubensandstein (Löwenstein-Formation), in dem der Bach entsteht und der weite Hochflächen westlich und südlich der Lohklinge einnimmt. In dieser schneidet sich der Bach recht schnell in die darunterliegenden Schichten der Oberen Bunten Mergeln (Mainhardt-Formation), des Kieselsandsteins (Hassberge-Formation), der Unteren Bunten Mergel (Steigerwald-Formation) und des Schilfsandsteins (Stuttgart-Formation) ein, bis er etwas nach seiner Laufwende den Gipskeuper (Grabfeld-Formation) erreicht, in dem er auch mündet. Der plötzliche scharfe Abfall vom Stubensandstein hinab zu den anderen Mittelkeuperschichten wird sehr augenfällig beim Weiler Frohnfalls, dessen Anlage wie eine Burg auf einer Spornspitze sitzt.
Nach der Laufwende liegt in der steilen Klinge an beiden Hängen im Verband abgerutschtes Gestein.
Natur und Schutzgebiete In der Lohklinge, anfangs eine steil eingeschnittene Klinge, hat der Bach dauerhaften Durchfluss. Sein Wasser fließt auf bis zu vier Meter breiter Sohle, die von Steinblöcken übersät ist, und pendelt zwischen flachen Gleit- und steilen Prallhängen. Der mergelige Hang rutscht stellenweise ab.
Der auf dem obersten Bachabschnitt durchflossene Neuwirtssee ist mit seinem Umring als Naturdenkmal unter Schutz gestellt. Der untere Teil der Lohklinge ist Teil des Landschaftsschutzgebietes Steinbacher Tal mit Randgebieten (Oberes Ohrntal). Rechtsseits des Oberlaufes liegen zwei Wasserschutzgebiete. Das gesamte Einzugsgebiet liegt im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.
Tourismus class=noviewer|16px Bei Neuwirtshaus quert die Trasse des Obergermanisch-Raetischen Limes den westlichsten Zipfel des Einzugsgebietes. Ihm folgt der Limes-Wanderweg (Hauptwanderweg 6) des Schwäbischen Albvereins auf der Etappe von Mainhardt nach Öhringen.
class=noviewer|24px Der Frankenweg (Hauptwanderweg 8) des Schwäbischen Albvereins auf seiner Etappe zwischen Schuppach im Ohrntal und Brettach im Brettachtal steigt von Storchsnest im Südosten kommend ins mittlere Tal ab und dann durch Frohnfalls und Neuwirtshaus wieder auf bis zu seinem Kreuzungspunkt mit dem Limeswanderweg an der nördlichen Wasserscheide.
Einzelnachweise LUBW Amtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet des Lohklingenbachs Allgemeiner Einstieg ohne Voreinstellungen und Layer: Höhe: Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. Höhe nach grauer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. Länge: Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN). Länge abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. EZG: Einzugsgebiet nach dem Layer Basiseinzugsgebiet (AWGN). Einzugsgebiet abgemessen auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte. Seefläche: Seefläche nach dem Layer Stehende Gewässer. Sonstige: Schutzgebiete nach den einschlägigen Layern, Natur teilweise nach dem Layer Geschützte Biotope.
Andere Belege und Anmerkungen Geologie nach den Layern zu Geologische Karte 1:50.000 auf: . Ein ähnliches Bild bietet die unter → Literatur aufgeführte geologische Karte.
Höhe nach schwarzer Beschriftung auf dem Hintergrundlayer WMS LGL-BW Topographische Freizeitkarte 1:25.000 auf: . Klepperbach ist nach übereinstimmender Auskunft Ansässiger der örtlich gebrauchte Name.
Literatur Topographische Karte 1:25.000 Baden-Württemberg, als Einzelblatt Nr. 6823 Pfedelbach Geologische Karte des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald 1:50.000, herausgegeben vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau Baden-Württemberg, Freiburg i. Br. 2001.
Weblinks Karte von Lauf und Einzugsgebiet des Lohklingenbachs auf: Karte von Lauf und Einzugsgebiet des Lohklingenbachs auf: Meßtischblatt 6823 Pfedelbach von 1932 in der Deutschen Fotothek
Kategorie:Fließgewässer im Landkreis Schwäbisch Hall Kategorie:Gewässer in Mainhardt Kategorie:Fließgewässer im Hohenlohekreis Kategorie:Gewässer in Pfedelbach Kategorie:Fließgewässer im Mainhardter Wald