Joseph Aldège Albert „Baz“ Bastien (* 29. August 1919 in Timmins, Ontario; † 15. März 1983 in Pittsburgh, Pennsylvania, USA) war ein kanadischer Eishockeytorwart, der nach seiner aktiven Karriere als Eishockeyfunktionär tätig wurde und als solcher von 1976 bis 1983 die Pittsburgh Penguins aus der National Hockey League (NHL) als General Manager anführte. Nebenbei fungierte er einige Jahre auch als Eishockeytrainer.

Leben und Karriere Von North Bay über Port Colborne Baz Bastien wurde am 29. August 1919 in der damals noch jungen Stadt Timmins in der kanadischen Provinz Ontario geboren und begann noch in jungen Jahren mit dem Eishockeyspielen. Über seine anfängliche Karriere ist kaum etwas bekannt. Bis 1939 spielte er für die North Bay Trappers mit Spielbetrieb in der Northern Ontario Hockey Association (NOHA). In dieser Saison setzte er sich mit dem Team aus North Bay, Ontario, in der Liga und in den anschließenden Regional Finals gegen die Noranda Copper Kings durch und qualifizierte sich mit der Mannschaft für die Semifinals der Eastern Canada Memorial Cup Play-offs.1938-39 Northern Ontario Junior Playoffs (mit einem Foto des Teams von 1938/39) (englisch), abgerufen am 15. April 2023 Hierbei kam er in den beiden Spielen seiner Mannschaft gegen die späteren Champions, die Oshawa Generals, zum Einsatz und schied mit dem Team nach einer 7:5- und einer 5:4-Niederlage in der Best-of-Three-Serie aus.1938-39 Eastern Canada Memorial Cup Playoffs (englisch), abgerufen am 15. April 2023 Nach der recht erfolgreichen Zeit bei den Trappers schloss er sich 1939 den noch weiter südlich – an der Grenze zu den Vereinigten Staaten am Lake Erie – spielenden Port Colborne Sailors aus der OHA Senior A League (OHA Sr.) an. Mit der Mannschaft schaffte er es bis in die Play-offs und schied in der dortigen Best-of-Five-Serie im Halbfinale gegen die Toronto Goodyears aus.1939-40 OHA Senior Season (englisch), abgerufen am 15. April 2023

Zeit bei den Toronto Marlboros und Zweiter Weltkrieg Bei den Sailors wurde er von den Toronto Maple Leafs gesponsert und begann nach nur einer Saison in Port Colborne und einigen wenigen Einsätzen für die Atlantic City Seagulls aus der Eastern Hockey League (EHL) für das Senior-A-League-Team der Maple Leafs, die Toronto Marlboros, zu spielen. Der damals 21-Jährige führte das Team in seiner ersten Saison zum Meistertitel, nachdem die Marlboros im Play-off-Viertelfinale die Niagara Falls Brights, im Semifinale die Oshawa G-Men und im Finale die St. Catharines Saints bezwungen hatten und es dadurch in die Eastern Canada Allan Cup Play-offs schafften.1940-41 OHA Senior Season (englisch), abgerufen am 15. April 2023 Nachdem das Team im Viertelfinale dieser Play-offs noch die Buffalo-Ankerite Bisons besiegt hatte, schied es in den anschließenden Semifinals bei einer Best-of-Five-Serie gegen die Montreal Royals aus. Bastien war auch hier der Stammtorhüter der Torontoer Mannschaft. Als solcher absolvierte er auch die nachfolgende Spielzeit 1941/42, in der er es mit den Marlboros abermals in die Play-offs schaffte, in diesen jedoch in einer bis zum Ende hin recht ausgeglichenen Best-of-Seven-Serie im Viertelfinale gegen die Hamilton Majors ausschied. In dieser Saison war er in allen 30 Spielen der regulären Meisterschaft, sowie in allen Play-off-Partien seiner Mannschaft zum Einsatz gekommen und wechselte im Anschluss in die Quebec Senior Hockey League (QSHL) zur Cornwall Army, die aus den Cornwall Flyers hervorgegangen war. Bei der ebenfalls an der Grenze zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten beheimateten Mannschaft gelang ihm der erste Platz in der regulären Spielzeit, ehe sich die Mannschaft in den Semi Finals in der Best-of-Seven-Serie den Ottawa Commandos, die in weiterer Folge sogar den Allan Cup gewannen, geschlagen geben musste.1942-43 QSHL (englisch), abgerufen am 15. April 2023 Seine Spielerkarriere war in weiterer Folge durch den Zweiten Weltkrieg und seinen zweijährigen Kriegsdienst in der Canadian Army unterbrochen.

Kurze NHL-Karriere und Wechsel nach Pittsburgh Nach Beendigung des Zweiten Weltkriegs kehrte Bastien wieder nach Nordamerika zurück, wo er von den Toronto Maple Leafs unter Vertrag genommen wurde. Zu Beginn der NHL-Saison 1945/46 brachte es der mittlerweile 26 Jahre alte Frankokanadier zu fünf Einsätzen in der höchsten nordamerikanischen Eishockeyliga, musste aber seinen Platz als Torhüter räumen, nachdem der bisherige Stammtorwart Turk Broda von seinem Kriegsdienst heimgekehrt war und seine angestammte Position wieder beanspruchte.Baz Bastien : A Training Camp to Forget (englisch), abgerufen am 15. April 2023 Als Nummer 3 hinter Broda und Frank McCool, der Broda bereits 1944/45 erfolgreich vertreten hatte und aufgrund seines Kriegsdienstes ebenfalls erst später in die Saison 1945/46 gestartet war, hatte Bastien keine Aussicht mehr auf einen Einsatz in der Liga. Seinen ersten NHL-Einsatz hatte Bastien im ersten Saisonspiel am 27. Oktober 1945 bei einem 1:1-Remis in einem Heimspiel gegen die Boston Bruins; sein letztes Spiel war elf Tage später ebenfalls ein Heimspiel gegen die Mannschaft aus Boston, Massachusetts. Von seinen fünf NHL-Einsätzen gewann Bastien mit seinem Team kein einziges – dem einzigen Unentschieden im Eröffnungsspiel standen vier aufeinanderfolgende Niederlagen gegenüber,When the Bell Rings (englisch), abgerufen am 24. April 2023 wobei der Goalie 20 Gegentreffer hinnehmen musste. In seinem letzten NHL-Spiel wurde er von den Zuschauern, die die Rückkehr McCools ins Tor forderten, ausgebuht. Von den Zeitungen und seinem Trainer Hap Day hatte der Frankokanadier im Vorfeld noch gute Kritiken erhalten. Noch vor Brodas Rückkehr auf seine Stammposition wurde er noch kurzzeitig von Gordie Bell im Tor vertreten. Gleich im Anschluss wurde er an die Pittsburgh Hornets, die seit 1945/46 das Farmteam der Toronto Maple Leafs bildeten, nachdem sie davor 18 Jahre lang mit den Detroit Red Wings zusammengearbeitet hatten, abgegeben. Für die Hornets brachte er es in seiner ersten Saison auf 38 Meisterschaftseinsätze, sowie sechs Einsätze in den nachfolgenden Play-offs.

Plötzliches Karriereende als dreifacher AHL All-Star 1946/47 spielte er für zwei verschiedene Teams. So kam er bei den Hollywood Wolves aus Los Angeles in der Pacific Coast Hockey League (PCHL) zum Einsatz, wobei er es auf 22 Meisterschaftseinsätze brachte, absolvierte jedoch einen Großteil der Spielzeit bei den Pittsburgh Hornets in der AHL. Bei 40 Einsätzen in der regulären Saison hatte er 104 Gegentore erhalten und es dabei auf einen Schnitt von 2,60 Toren pro Spiel gebracht. Bei den Wolves hatte er es sogar nur auf 1,50 Gegentreffer pro Spiel gebracht. Aufgrund seiner Leistungen in Pittsburgh wurde Bastien ins AHL All-Star First Team gewählt. In den saisonabschließenden Calder-Cup-Play-offs fungierte Bastien ebenso als Stammtorhüter und bezwang mit seinem Team die New Haven Ramblers in der ersten und die Buffalo Bisons in der zweiten Runde. In der Best-of-Seven-Serie des Finales um den Calder Cup verloren die Hornets knapp mit 3:4 Spielen gegen die Hershey Bears. Spätestens ab der Spielzeit 1947/48 befand sich Bastien auf seinem Karrierehöhepunkt. Als Stammkraft verteidigte er in allen 68 Spielen der regulären Saison das Tor der Hornets und war mit einem Gegentorschnitt von 2,50 der erfolgreichste Torhüter der AHL in dieser Saison. Dadurch erhielt er nicht nur den erstmals vergebenen Harry „Hap“ Holmes Memorial Award, sondern wurde zum zweiten Mal in Folge auf der Torhüterposition ins AHL All-Star First Team gewählt. Die Meisterschaft beendeten die Pittsburgh Hornets hinter den Cleveland Barons auf dem zweiten Platz in der West Division, schieden in den anschließenden Calder-Cup-Play-offs jedoch bereits frühzeitig in der ersten Runde gegen die New Haven Ramblers aus.

In der darauffolgenden Spielzeit konnte Bastien an seine Leistung aus der vorangegangenen Saison anschließen, war abermals in allen 68 Meisterschaftsspielen im Einsatz und schaffte es mit 2,57 Gegentreffern erneut zum niedrigsten Gegentorschnitt der Liga. Neben seiner zweiten aufeinanderfolgenden Auszeichnung mit dem Harry „Hap“ Holmes Memorial Award schaffte er es als Goaltender bereits zum dritten Mal in Folge ins AHL All-Star First Team. Als Vieter der West Division hatten es die Hornets – obwohl punktegleich mit den drittplatzierten Cleveland Barons – nicht in die saisonabschließenden Play-offs geschafft. Als Viertplatzierter lag das Team aus Pittsburgh nur drei Punkte hinter dem Erstplatzierten der Division, den St. Louis Flyers. Als Stammtorhüter startete Bastien mit dem Team in die Vorbereitung auf die Saison 1949/50 und nahm mit den Pittsburgh Hornets im Zuge dieser Saisonvorbereitung an einem Trainingscamp in Welland, Ontario, teil. Bei einer Trainingseinheit am 30. September 1949 wurde Bastien durch einen Schuss von Don Clark von der blauen Linie schwer am rechten Auge verletzt.1949 saw Timmins hosts its first Santa Claus Parade (englisch), abgerufen am 24. April 2023 Bastiens Sicht auf den Schuss wurde von fünf verschiedenen Spielern abgedeckt, sodass er den Puck nicht auf sich zukommen sehen konnte. Da man zu dieser Zeit großteils noch ohne Helm spielte – die Helmpflicht in der NHL wurde erst 1979 eingeführt – konnte ein solcher Unfall kaum verhindert werden. Nach dem Unfall wurde Bastien umgehend ins örtliche Welland Hospital gefahren, wo ihm vom dortigen Arzt Henry McRea aufgrund der Schwere der Verletzung nur noch das rechte Auge entfernt werden konnte. Bald nach seinem Unfall gab Bastien bekannt, dass zwar seine Karriere als Torhüter vorbei sei, er jedoch mit dem Eishockeysport noch lange nicht abgeschlossen hätte. In weiterer Folge erhielt Bastien ein Glasauge.

Am 17. Oktober 1949 veranstalteten die Maple Leafs und die Hornets in Pittsburgh einen Benefizabend, dessen Erlös Baz Bastien zugutekam. Eine kleine Zuschauermenge von 3.225 Personen besuchte das Spiel, wobei angenommen wird, dass viele wegen eines zur gleichen Zeit stattfindenden Stahlstreiks dem Benefizspiel fernblieben. Das Stamm-Franchise aus Toronto besiegte das Farmteam aus Pittsburgh mit 4:0 und der endgültige Erlös für Baz Bastien betrug 4.804 US-Dollar (inflationsbereinigt (Stand: 2023): 60,925.22 US-Dollar). Nur drei Monate nachdem er sein rechtes Auge verloren hatte, wurde Bastien am 31. Dezember 1949 als neuer Trainer der Pittsburgh Hornets und Nachfolger von Bob Davidson vorgestellt. Davidson kehrte stattdessen wieder ins Management der Toronto Maple Leafs, aus dem er zuvor auch gekommen war, zurück.

Karrierebeginn als Trainer und General Manager