mini|Schloss der Familie Nákó in Großsanktnikolaus mit dem Denkmal von Béla Bartók, der ebenfalls in Großsanktnikolaus geboren wurde mini|Alexander-Nákó-Denkmal in Großsanktnikolaus mini|Wien, Palais Nákó, 1830 bis 1895 Wohnhaus der Familie Nákó Graf Alexander Nákó de Nagyszentmiklós (ungarisch Sándor Nákó; * 29. Oktober 1785 in Großsanktnikolaus, Banat; † 17. September 1848 in Pest) war ein ungarischer Adliger, der mit seiner Familie überwiegend in Wien lebte.

Leben Graf Nákó war ein Sohn des griechischen Kaufmanns Christof Nako (* 1745; † 4. Dezember 1800 in Pest), der um 1780 von Mazedonien nach Ungarn emigrierte und 1782 die benachbarten Herrschaften Marienfeld und Großsanktnikolaus (ungarisch Nagyszentmiklós) erwarb, wo er sich niederließ.Johann Ludwig von Schedius, Weitere Aufklärungen über die Versuche mit der Anpflanzung der Baumwollenstaude in Ungarn, in: Vaterländische Blätter, Jg. 1, Nr. 53/54 vom 8./11. November 1808, S. 403f. (Digitalisat) In Großsanktnikolaus stiftete er am 24. September 1799 auch eine Ackerbauschule, die 1801 ihren Lehrbetrieb aufnahm.Hans Haas, Die Ackerbauschule von Großsanktnikolaus

Sein Sohn Alexander heiratete am 6. Juni 1808 Gräfin Teresia Festetics de Tólna (* 15. April 1787 in Wien; † 8. April 1873 ebenda) und wurde am 21. Mai 1813 von Kaiser Franz I. in den ungarischen Grafenstand erhoben.Wiener Zeitung, Nr. 61 vom 22. Mai 1813, S. : „Se. k. k. apostol. Majestät haben den Hrn. Alexander Nako v. Nagy-Szent-Miklos, in den Ungarischen Grafenstand allergnädigst zu erheben geruhet.“ (Digitalisat)Nákó v. Nagy-Szent-Miklós, auf der Website Arcanum

Von seinem Vater erbte er die ehemalige Juristenschule, Kleine Schulerstraße Nr. 850 (später Schulerstraße 14), die dieser 1790 gekauft und zu einem Mietzinshaus umgebaut hatte.Joseph von Hormayr, Wien, seine Geschicke und seine Denkwürdigkeiten, Jg. 2, Band 2, Heft 1, Wien 1824, Anhang Urkundenbuch, S. CLVII (Digitalisat)Anton Ziegler, Häuser-Schema der kaiserl. königl. Haupt- und Residenzstadt Wien, 5. Aufl., Wien 1839, S. 54 (Digitalisat)Wilhelm Kisch, Die alten Strassen und Plätze Wien’s und ihre historisch interessanten Häuser. Ein Beitrag zur Culturgeschichte Wiens mit Rücksicht auf die vaterländische Kunst, Architektur, Musik und Literatur, Wien 1883, S. 605 (Digitalisat) Ab Mai 1838 wohnte im „1sten Stock im Graf Nako-ischen Hause“ die Pianistin und Komponistin Julie Baroni-Cavalcabò (1813–1887),Briefwechsel Robert und Clara Schumanns mit Korrespondenten in Österreich, Ungarn und Böhmen, hg. von Klaus Martin Kopitz, Michael Heinemann, Anselm Eber, Jelena Josic, Carlos Lozano Fernandez und Thomas Synofzik (= Schumann-Briefedition, Serie II, Band 27), Köln 2023, S. 93 die zum Freundeskreis von Robert Schumann und Clara Wieck gehörte.

1825 erwarb Graf Nákó außerdem das ehemalige Palais Eskeles, Dorotheergasse 11, das er aufwendig restaurieren ließ. Ab 1830 bewohnte die Familie das Gebäude, das nun als „Palais Nákó“ bezeichnet wurde, bis es deren Sohn 1895 verkaufte. Seit 1993 ist dort das Jüdische Museum untergebracht.

Daneben besaß er die von seinem Vater ererbten Güter in Großsanktnikolaus im Komitat Torontál.

Graf Nákó machte sich in Wien vor allem als Mäzen einen Namen und war mit zahlreichen Künstlern befreundet. Auf seinen Gütern in Großsanktnikolaus unterhielt er sogar ein eigenes Theater. Von 1846 bis 1848 waren dort u. a. der Sänger Luigi Guglielmi und seine Frau, die Gitarristin Emilia Giuliani-Guglielmi engagiert.Peter Schleuning und Jannis Wichmann, Giuliani, Emilia, verh. Giuliani-Guglielmi, Giulelmi, auf der Website des Sophie-Drinker-Instituts

Das Österreichische Staatsarchiv besitzt von ihm eine umfangreiche Verlassenschaftsabhandlung.Österreichisches Staatsarchiv

Familie Das Paar hatte einen Sohn, Graf Kálmán Nákó (* 22. Februar 1822 in Wien; † 22. Dezember 1902 in Großsanktnikolaus). Der Politiker Graf Sándor Nákó war sein Enkel.

Ehrungen 2012 wurde in Großsanktnikolaus zu Ehren von Graf Alexander Nákó ein Denkmal errichtet, das sich auf dem Platz vor der katholischen Kirche befindet. Es handelt sich um eine Bronzeplastik, geschaffen von dem Künstler Aurel Gheorghe Ardeleanu (1936–2021) aus Temeswar.Herta und Bernd Bernhardt, Großsanktnikolaus im Wandel

Literatur Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich Hans Haas, Neamul Nobiliar Nákó de Nagyszentmiklós. Ascensiunea și declinul unei dinastii de conți (Das Adelshaus Nákó de Nagyszentmiklós. Aufstieg und Fall einer Grafendynastie), Timişoara 2017, S. 42–52 (PDF)

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