Walter Ebeling (* 11. März 1908 in Magdeburg; † 25. September 1988 in Halberstadt) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk Ebeling studierte Malerei bei Konrad von Kardorff und Otto Mueller an der Staatlichen Akademie für Kunst und Kunstgewerbe Breslau und schloss mit dem Examen als Kunstlehrer ab. An der Akademie lernt er Pia Janotta (auch Janika; 1909–1983) kennen, die er 1934 heiratete. Nach dem Studium arbeitete Ebeling als freischaffender Künstler. In der Zeit des Nationalsozialismus hatte er Arbeits- und Ausstellungsverbot. Über konkrete Gründe dafür ist bisher nichts bekannt.
Die Familie floh gegen Ende des Zweiten Weltkriegs aus Schlesien und kam Anfang 1945 nach Halberstadt. Dort arbeitete Ebeling kurze Zeit als Zeichenlehrer und dann freischaffend als Maler und Grafiker. Wie auch seine Frau wirkte er am gesellschaftlichen Wiederaufbau der Stadt mit. Er engagierten sich unter anderem im Kulturbund, in Arbeiterzirkeln der Elmo-Werke in Wernigerode sowie beim Aufbau des Berufsverbands Bildender Künstler.
Er war Mitglied der Künstlergruppe dalbe. In dem vom Bundesvorstand des FDGB und der Zeitschrift Bildende Kunst 1949 ausgeschriebenen Wettbewerb „Unsere neue Wirklichkeit“ errang Ebeling mit dem Bild Ins Gleis einen Anerkennungspreis. Es hieß damals über das bei der Jury „heißumstrittene“ Werk, dass es „zwar den Arbeitsvorgang interessant zu lösen versucht, aber nicht frei ist von muskelstrotzenden Übertreibungen und nicht überzeugenden Deformierungen.“Bildende Kunst, Berlin, 6/1949, S. 175
Seinen Lebensunterhalt sicherte Ebeling vor allem mit gebrauchsgrafischen Arbeiten wie Plakatentwürfen und weiteren Auftragsarbeiten. Ende der 1940er-Jahre entwickelte er mit seiner Frau das keramische Mosaikwandbild, und sie perfektionierten diese Technik ab 1952. Für den vorgesehenen Neubau des Halberstädter Rathaus entwarf er mit ihr ein Wandbild Der lange MatzBildende Kunst, Berlin, 2/1955, S. 128, das wohl nicht zur Ausführung gelangte.
„Ihre Arbeiten verbinden konstruktive Klarheit mit naturhaften Bildwirkungen. Kubistische Elemente nutzten sie zur inhaltlichen Zuspitzung, gegenstandslose Malerei lehnten sie ab.“Schraube-Museum eröffnet Ausstellung zu Pia und Walter Ebeling - HARZ NEWS
In der DDR war Ebeling Mitglied des Verbands Bildender Künstler der DDR.
2010 schenkte der Sohn Ebelings dem Städtischen Museum Halberstadt über 100 Entwurfszeichnungen seiner Eltern.
Ehrungen
1976: Verdienstmedaille der DDR 1978: Kunstpreis des Rates des Bezirks Magdeburg 1979: Medaille 30 Jahre DDR
Ausstellungen (unvollständig)
Postume Einzelausstellung
2026: Halberstadt, Schraube-Museum ("Stein(chen) um Stein(chen) – Kunst am Bau aus Halberstadt von Walter und Pia Ebeling")
Gruppenausstellungen 1953: Dresden, Dritte Deutsche Kunstausstellung 1959: Halberstadt, Kulturhistorisches Museum, Ausstellung des Verbands bildender Künstler 1965 und 1979: Magdeburg, Bezirkskunstausstellungen
Werkbeispiele
Der unbekannte Verschüttete (1945/1946, Öl, auf der Ausstellung Halberstadt ruft von Otto Grotewohl angekauft) Frédéric Joliot-Curie (Triptychon, 1946, Kulturhistorisches Museum Halberstadt) Ernst Thälmann diskutiert mit Landarbeitern über das Bauernproramm (1957, Öl)Bildende Kunst, Berlin, 2/1955, S. 128/129 (Abbildungen des Entwurfs des Tafelbilds) Wasser in unserem Leben (1965; Wandbild, Keramik-Mosaik, farbiger Beton, Farbglas und Badekiesel; 7,15 × 6,40 m; mit Pia Ebeling; Wienrode, Werkstraße, Treppenhaus im Verwaltungsgebäude der Abt. Trinkwasseraufbereitung des Bodewerks, heute Wasserwerk Wienrode)Ruth Pape et al.: Bildende Kunst + Architektur. Baukatalog Teil 4, Potsdam, Magdeburg, Schwerin, Rostock, Neubrandenburg. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1972, Magdeburg, S. 95/96 Wir, Mansfeld-Kombinat "Wilhelm Pieck" (um 1973, Öl; 175 × 150 cm; mit Pia Janika; auf der Dritten Deutschen Kunstausstellung) Thomas Münzer im Kreis revolutionärer Bauern (Figurenbild, im Auftrag der MTS-Traktoristenschule in Gröningen)
Literatur
Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 170
Einzelnachweise
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