Management by Motivation () ist in der Managementlehre und Personalführung der Anglizismus für eine Führungstechnik, bei der die Arbeitsmotivation der Mitarbeiter im Vordergrund steht.
Allgemeines Management dient dazu, die wirtschaftliche und soziale Effizienz der Unternehmensprozesse zu gewährleisten.Peter Conrad, Führungsqualität, in: Rolf Bühner (Hrsg.), Management-Lexikon, 2001, S. 296 Menschenführung ist jede zielbezogene, interpersonelle Verhaltensbeeinflussung mit Hilfe von Kommunikationsprozessen.Robert Tannenbaum/Irving R Weschler/Fred Masarik, Leadership and Organization: A Behavioral Science Approach, 1961, S. 24 Führungstechniken sind Vorgehensweisen und Maßnahmen der Personalführung in Personenvereinigungen (Unternehmen, Behörden, Ministerien) zur Verwirklichung vorgegebener Ziele (Unternehmensziele, Staatsziele), der Gestaltung der Führungssituation und der Behandlung der Mitarbeiter.Springer Fachmedien Wiesbaden (Hrsg.), Kompakt-Lexikon HR, 2013, S. 52
Den vorgegebenen Zielen werden die korrespondierenden Führungsziele der Führungskräfte untergeordnet, die diese mit Hilfe von Führungstechniken zu erreichen versuchen.
Inhalt Beim Management by Motivation steht die Motivation der Mitarbeiter durch den Vorgesetzten im Mittelpunkt. Dabei wird die Arbeitsaufgabe durch die Führungskraft so gestaltet, dass sich Mitarbeiter mit ihr und den Unternehmenszielen identifizieren können.Verlag Th. Gabler (Hrsg.), Gablers Wirtschafts-Lexikon, Band 4, 1984, Sp. 207; ISBN 3-409303537 Auf diese Weise kann eine hohe Arbeitsproduktivität und Arbeitszufriedenheit erreicht werden, weil das Erreichen der Unternehmensziele gleichzeitig auch die persönlichen Ziele der Mitarbeiter erfüllt.Fritz Neske, Management by Motivation, in: Fritz Neske/Markus Wiener (Hrsg.), Management-Lexikon, Band II, 1985, S. 764; ISBN 3-886400093
Management by Motivation schafft durch die betrieblichen Umweltzustände Anreize von außen, das innere Verhalten der Arbeitskräfte zu beeinflussen, um eine intrinsische Motivation zur Arbeitsleistung zu aktivieren.Klaus Altfelder/Hans G. Bartels/Joachim-Hans Horn/Heinrich-Theodor Metze, Lexikon der Unternehmensführung, 1973, S. 156 ff.; ISBN 3-470561915 Um dies zu erreichen, müssen die individuellen Arbeitseinstellungen, Bedürfnisse, Erwartungen, Motive und persönlichen Ziele erkundet und mit den Unternehmenszielen und betrieblichen Belangen verbunden werden. Intrinsische Motivation führt zur Identifikation der Arbeitskräfte mit „ihrem“ Unternehmen und/oder „ihren“ Produkten oder Dienstleistungen.
Weitere „Management by“-Techniken „Management by“-Techniken beruhen nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern aus den Erfahrungswerten der Manager.Eggert Winter/Ute Arentzen, Gabler Wirtschafts-Lexikon, Band 4, 1997, S. 2529 f. Es gibt eine Vielzahl dieser „Management by“-Führungstechniken.Klaus Altfelder/Hans G. Bartels/Joachim-Hans Horn/Heinrich-Theodor Metze, Lexikon der Unternehmensführung, 1973, S. 145 ff.
Führungstechnik wesentliches Merkmal Management by Delegation Delegation von Aufgaben, Kompetenzen und Verantwortung Management by Exception Entscheidungen werden nur für Ausnahmefälle getroffen Management by Motivation Schwerpunkt liegt auf der Arbeitsmotivation Management by Objectives im Mittelpunkt stehen Zielvorgaben für Leistungsziele Management by Participation im Vordergrund steht die Partizipation (Teilhabe) der Mitarbeiter am Entscheidungs- und Geschäftsprozess Management by Results Kern ist das vorgegebene Arbeitsergebnis
Im Regelfall steht bei jeder Führungstechnik lediglich ein Merkmal des Führungsprozesses im Vordergrund.
Organisatorische Aspekte Die erste entwickelte „Management-by“-Technik war das 1954 von Peter F. Drucker vorgestellte Management by Objectives.Peter F. Drucker, The Practise of Management, 1954, S. 1 ff.; ISBN 978-0060110956 Sukzessive kam es zu weiteren Varianten, die ein bestimmtes Merkmal in den Vordergrund stellten. Die erste Publikation zu Management by Motivation erschien 1968 und stufte das Arbeitseinkommen als wesentlichen Motivator ein.Saul W. Gellerman, Management by Motivation, 1968, S. 203 ff.
Zwischen den „Management-by“-Techniken gibt es mehrere Abhängigkeiten und Gemeinsamkeiten. Management by Objectives und Management by Results ähneln sich, Management by Delegation wiederum setzt Management by Objectives voraus.Fritz Neske, Management by Communication and Participation, in: Fritz Neske/Markus Wiener (Hrsg.), Management-Lexikon, Band II, 1985, S. 764
Hygienefaktoren (wie Arbeitsbedingungen, Arbeitsentgelt, Betriebsklima, Sozialleistungen) können zwar vorhandene Arbeitsunzufriedenheiten vermindern, wirken jedoch meist nicht als Motivatoren. Hierzu gehören der Arbeitserfolg, die Anerkennung durch Vorgesetzte oder Öffentlichkeit, die richtige Arbeitseinstellung und die Personalentwicklung.Klaus Altfelder/Hans G. Bartels/Joachim-Hans Horn/Heinrich-Theodor Metze, Lexikon der Unternehmensführung, 1973, S. 158 ff. Beim Management by Motivation gilt es, jene Motivatoren zu aktivieren.
Einzelnachweise
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