Das Magnificat, WAB 24 ist eine Vertonung des MagnificatR. Simpson, S. 14 für gemischten Chor und Solisten, Orchester und Orgel, komponiert von Anton Bruckner im Jahr 1852.
Entstehung und Stellung im Gesamtwerk Bruckner komponierte das Werk für die Vespergottesdienst des Festes Mariä Himmelfahrt.J. Williamson, S. 43–45 Er widmete das Werk Ignaz Traumihler, dem Kantor des Stifts Sankt Florian.
Das Werk wurde am 15. August 1852 im Stift Sankt Florian uraufgeführt. Obwohl Traumihler ein glühender Anhänger des Cäcilien-Verbands war,U. Harten, S. 267 blieb das Werk im Repertoire des Stifts.C. van Zwol, S. 697 Weitere Aufführungen fanden am 25. Dezember 1852, 15. Mai 1854, 25. Dezember 1854 und 27. Mai 1855 statt.
Das Werk, dessen Manuskript im Archiv des Stifts Sankt Florian aufbewahrt wird, wurde erstmals in Band II/2, S. 99–110 der Göllerich/Auer-Biographie veröffentlicht. Es wurde 1996 von Paul Hawkshaw in Band XX/3 der Bruckner-Gesamtausgabe herausgegeben.Anton Bruckner - Kritische Gesamtausgabe
Am 25. Juni 2017 erschien eine Neuausgabe der Partitur von Benjamin-Gunnar Cohrs, vorbereitet für die Anton Bruckner Urtext Gesamtausgabe. Sie wurde von Łukasz Borowicz mit dem RIAS Kammerchor und der Akademie für Alte Musik Berlin uraufgeführt.27.05.2017: Neue Bruckner Urtext Ausgabe in Berlin
Musik Die 77 Takte lange Komposition in B-Dur ist in Allegro moderato für gemischten Chor und Solisten und Orchester (2 Trompeten in B, Pauken und Streicher ohne Bratschen).
Die erste Strophe („Magnificat“) wird von der Sopransolistin gesungen. Die nächsten Strophen werden abwechselnd von den Solisten und dem Chor als Arioso gesungen. Auf die Vertonung folgt die Doxologie Gloria Patri, beginnend mit einem Unisono auf „Gloria Patri“, die Zusammenfassung der Melodie der ersten Strophe auf „Sicut erat“, und schließt mit einer 23 Takte langen Amen-Fuge.D. Watson, S. 92 Durchschnittliche Dauer: 5 Minuten.
Der Einfluss von Mozart offenbart sich im Vergleich zu Mozarts Vespern KV 321 und KV 339, was sich äußerlich schon an der für die Entstehungszeit ungewöhnlichen Streicherbesetzung des Kirchentrios (ohne Bratschen) zeigt.Julia Rosemeyer: Vorwort. In: Anton Bruckner. Magnificat WAB 24 (= Carus 27.207). Stuttgart, Carus 2022, , S. 3 f.; carus-verlag.de.
Diskografie Bruckners Magnificat wurde 1984 erstmals auf Tonträger eingespielt: Jürgen Jürgens, Anton Bruckner - Music of the St. Florian Period, Monteverdi-Chor und Israel Chamber Orchestra – LP: Jerusalem Records ATD 8503 (Bruckner Archive Production), 1984. Für diese Aufführung wurde eigens eine Partitur von William Carragan und David Aldeborgh vorbereitet.Partitur von Bruckners Magnificat von William Carragan und David Aldeborgh Diese lange vergriffene LP wurde von John Berky auf CD übertragen: BSVD-0109, 2011 Es gibt drei weitere Aufnahmen dieses Werkes: Franz Farnberger, Anton Bruckner in St. Florian - Requiem und Motetten, St. Florianer Sängerknaben und Instrumentalensemble St. Florian – CD: Studio SM D2639 SM 44, 1997. Diese Aufführung, die im Stift Sankt Florian aufgeführt wurde, vermittelt dem Zuhörer einen Hauch von Authentizität. Thomas Kerbl, Anton Bruckner – Lieder | Magnificat, Chorvereinigung Bruckner 2011 und Kammerorchester der Anton Bruckner Privatuniversität – CD: Bruckner Haus LIVA 046, 2011Diese Aufführung des Magnificats ist auch auf YouTube zu hören: Magnificat, WAB 24 Łukasz Borowicz, RIAS Kammerchor, Akademie für Alte Musik Berlin, Raphael Alpermann (Orgel), Anton Bruckner – Missa solemnis – CD: Accentus ACC 30429, 2017 (Cohrs Ed.)
Literatur August Göllerich: Anton Bruckner. Ein Lebens- und Schaffens-Bild, ca. 1922 – posthum herausgegeben von Max Auer. G. Bosse, Regensburg 1932. Paul Hawkshaw (Hrsg.): Anton Bruckner – Sämtliche Werke, Band XX/3: Magnificat (1852). Musikwissenschaftlicher Verlag der Internationalen Bruckner-Gesellschaft, Wien 1997. Derek Watson: Bruckner. J. M. Dent & Sons Ltd, London 1975. Robert Simpson. Essence of Bruckner: An Essay towards the understanding of his music. Victor Gollancz Ltd, London 1977. Uwe Harten: Anton Bruckner. Ein Handbuch. Residenz Verlag, Salzburg 1996, ISBN 3-7017-1030-9. John Williamson: The Cambridge Companion to Bruckner. Cambridge University Press, Cambridge 2004. Cornelis van Zwol: Anton Bruckner - Leven en Werken. Thot, Bussum (Niederlande) 2012, ISBN 90-686-8590-2.
Weblinks Anton Bruckner Kritische Gesamtausgabe - Psalmen und Magnificat Magnificat B-Dur, WAB 24 Kritische Diskografie von Hans Roelofs
Priesterweihe 30. April 2023 Karmelitenkirche Linz – In der 43. Minute Live-Aufführung des Magnificats von Michael Stenov mit den Cantores Carmeli Linz.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Anton Bruckner Kategorie:Chorwerk aus dem 19. Jahrhundert Kategorie:Musik 1852