Grasfilzing ist ein Ortsteil der Gemeinde Arnschwang im Oberpfälzer Landkreis Cham in Bayern.
Geografie Grasfilzing liegt am Aspenbach auf dem Südostufer des Chamb, 2 Kilometer südöstlich der Bundesstraße 20 und 1 Kilometer südlich von Arnschwang. Südwestlich von Grasfilzing erheben sich der 442 Meter hohe Haubenbühl und der 496 Meter hohe Birkenberg; nordwestlich liegt ein ausgedehntes quellenreiches Waldgebiet mit mehreren um die 550 Meter hohen Bergen. Grasfilzing besteht aus einer Hauptansiedlung und vier kleineren Weilern und Einöden, die verstreut 500 bis 1500 Meter östlich der Hauptansiedlung liegen.
mini|Grasfilzing auf der Apian-Karte von 1568 Geschichte Grasfilzing wurde in Schenkungsurkunden Heinrichs III. aus dem Jahr 1056 erwähnt. 1058 wurde in einem Diplom Kaiser Heinrich IV. die politische Zugehörigkeit von 4 Königshufen in Grasfilzing am Chamb und einer Mühle (vermutlich die Eichmühle) zur Mark Cham beschrieben.
Die Familie Kälbel saß im 13. und 14. Jahrhundert auf der Hofmark Arnschwang. 1285 stritt eins ihrer Familienmitglieder mit dem Kloster Schönthal wegen seiner Güter in Grasfilzing.
In einem Steuerbuch von 1577 wurden Güter in Grasfilzing als zur Hofmark Arnschwang gehörig verzeichnet.
1752 war das Amt Cham in ein Vorderamt und ein Hinteres Amt eingeteilt. Grasfilzing gehörte zum Hinteren Amt. Es hatte 14 Anwesen, darunter ein Hüthaus und eine Schmiede. Die Eigentümer hießen Pfeil, Perk, Wäsler, Wimmer, Sasserl, Wenzl, Brenner, Karl, Simeth, Mickl. 1 Anwesen gehörte zum Kastenamt Cham, 3 zur Kirche Arnschwang, 2 zur Herrschaft Runding, 5 zur Hofmark Arnschwang. 1 Anwesen war selbsteigen.
1808 wurde die Verordnung über das allgemeine Steuerprovisorium erlassen. Mit ihr wurde das Steuerwesen in Bayern neu geordnet und es wurden Steuerdistrikte gebildet. Dabei kam Grasfilzing zum Steuerdistrikt Nößwartling. Der Steuerdistrikt Nößwartling bestand aus den Ortschaften Nößwartling mit Blumhof, Holzhof, Kuglhof, Weihermühle, Grasfilzing mit Enklarn, Neumühlen.
1821 wurden im Landgericht Cham Gemeinden gebildet. Dabei kam Grasfilzing zur landgerichtsunmittelbaren Gemeinde Nößwartling. Sie war weitgehend mit dem Steuerdistrikt Nößwartling identisch und umfasste die Ortschaften Blumhof, Elst, Grasfilzing, Holzhof, Kuglhof, Lindhof, Mühlberg, Neumühlen, Nößwartling, Tradhäusl, Weihermühle.
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Nößwartling 1972 nach Arnschwang eingemeindet.
Grasfilzing gehört zur Pfarrei Arnschwang. 1997 hatte Grasfilzing 115 Katholiken.
Einwohnerentwicklung ab 1838 + 1838–1913 Jahr Einwohner Gebäude 1838 147 15 1861 141 65 1871 118 63 1885 135 25 1900 134 22 1913 115 18
+ 1925–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1925 139 21 1950 178 24 1961 100 25 1970 114 k. A. 1987 126 28 2011 96 k. A.
Denkmalschutz In Grasfilzing befinden sich zwei als Bodendenkmal ausgewiesene mittelalterliche Erdställe (Denkmalnummern: D-3-6742-0034, D-3-6742-0188).
Westlich von Grasfilzing liegt eine spätpaläolithische und mesolithische Freilandstation, Denkmalnummer D-3-6742-0183.
Literatur
Weblinks
Luftbild Grasfilzing
Einzelnachweise Nordgau und Oberpfalz als Reichsländer und Territorialstaaten in Karl Bosl: Oberpfalz und Oberpfälzer, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz 1978, ISBN 3784711294, S. 24 Die Markengründungen Kaiser Heinrichs III. auf bayerisch-österreichischem Boden in Karl Bosl: Oberpfalz und Oberpfälzer, Verlag Michael Lassleben, Kallmünz 1978, ISBN 3784711294, S. 62
Zensus 2011 bei atlas.zensus2011.de. Abgerufen am 27. Februar 2022. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 44 Grasfilzing bei Bayernatlas. Abgerufen am 18. April 2023.
Kategorie:Geographie (Arnschwang) Kategorie:Ort im Landkreis Cham Kategorie:Ersterwähnung 1056