Gunzo von Novara war ein italienischer Grammatiker und Diakon in Novara. Er hatte auf Wunsch des Bischofs Atto von Vercelli eine Schrift über Ehehindernisse verfasst, als Otto I. ihn beredete, mit seiner Bibliothek, bestehend aus etwa hundert Büchern, nach Deutschland zu kommen. Hier verspotteten ihn die gelehrten Mönche der Fürstabtei St. Gallen, als er bei der lateinischen Konversation Grammatikfehler beging, in die er, wie er sich selbst entschuldigte, wegen des gewöhnlichen Gebrauchs der italienischen Sprache leichter verfiel. Um seine Gelehrsamkeit zu zeigen, verfasste er nun ein umfangreiches, pedantisches Sendschreiben an die Mönche von Reichenau („Epistola ad Augienses fratres“, Mart. et Dur. Coll. Amp. I. 294), dem die Kenntnis jenes Vorfalls und manche Notizen über die gelehrten Studien jener Zeit zu verdanken sind.
Veröffentlichungen Karl Manitius (Herausgeber): Gunzo: Epistola ad Augienses und Anselm von Besate: Rhetorimachia (= Monumenta Germaniae Historica, Quellen zur Geistesgeschichte des Mittelalters, Band 2). Böhlau, Weimar 1958, ISBN 978-3-88612-062-8 (Monumenta Germaniae Historica ab 06/2011), ISBN 978-3-447-17052-9 (Harrassowitz ab 04/2019), Digitalisat
Literatur
Johann Christoph Gatterer: Commentatio de Gunzone Italo. Norimbergae 1756, Digitalisat.
Weblinks Gunzo grammaticus, geschichtsquellen.de, Bearbeitungsstand: 10. September 2019 Epistola ad Augienses im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“, Stand 30. April 2020 Briefsammlung des Atto von Vercelli im Repertorium „Geschichtsquellen des deutschen Mittelalters“, Stand 23. Juni 2021 Digitalisat: Canones und Brief des Gunzo von Novara an Atto von Vercelli aus der Handschriftensammlung der Staatsbibliothek Bamberg (Fragment IX A 13)
Kategorie:Grammatiker Kategorie:Diakon Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 9. oder 10. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 10. oder 11. Jahrhundert Kategorie:Mann