Juschnoje (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.

Die Ortsstelle befindet sich an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508) drei Kilometer südlich von Wesnowo (Kussen) nach Kubanowka (Brakupönen/Rosslinde), das fünf Kilometer weiter südlich liegt. Der südliche, weitgehend unbewohnt gewesene Teil der ehemaligen Gemeinde Radszen/Radenau gehört zum Rajon Gussew.

Geschichte mini|Die Gemeinde Radenau (Radszen) auf zwei Messtischblättern von 1933 und 1936

Der Ort wurde 1534 als Rattadeilej erstmals erwähnt und in der Folge mit Rathatheilenn, Radadeil, Radtschen, Radczen bezeichnet.Račiai in der Mažosios Lietuvos enciklopedija (Große Litauische Enzyklopädie) Ein weiterer Name war Raldakehnen. Um 1780 war Radszen ein meliertes Dorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 128. 1874 wurde die Landgemeinde Radszen in den neu gebildeten Amtsbezirk Kussen im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Kussen Zur Unterscheidung von der ebenfalls im Kreis Pillkallen im Kirchspiel Willuhnen liegenden Landgemeinde Radszen (ab 1938 Grabenbrück) erhielt der Ort den Namenszusatz Kirchspiel Kussen. Daneben gab es auch im Kreis Stallupönen eine Landgemeinde Radszen (ab 1938 Raschen). 1935 wurde Radszen in den unverwechselbaren Namen Radenau umbenannt.

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1950 erhielt er den russischen Namen Juschnoje und wurde dem Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., № 745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad“ vom 5. Juli 1950) Dieser von juschny = südlich abgeleitete Name bezog sich wohl auf die Ortslage in Bezug auf Wesnowo (Kussen). Juschnoje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei), taucht der Ort nicht mehr auf.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 246 1871 286 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 277 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 275 1910 291 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 237 1939 236

Kirche Radszen/Radenau gehörte zum evangelischen Kirchspiel Kussen.

Einzelnachweise

Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk