mini|Reza Pahlavi (2023) rahmenlos|hochkant|zentriert|klasse=skin-invert-image|Unterschrift von Reza Pahlavi, 2023 Cyrus Reza Pahlavi,Irans ehemaliger Thronfolger Cyrus Reza Pahlavi fordert Sanktionen. auf finanznachrichten.de.Vgl. www.adelswelt.deVgl. auch Unruhen in Iran: „Mehrheit will ein säkulares Regierungssystem.“ auf zeit.de kurz Reza Pahlavi (traditionell ; , []; * 31. Oktober 1960 in Teheran) ist ein iranischer Politiker. Er ist der älteste Sohn des ehemaligen Schahs von Iran, Mohammad Reza Pahlavi, und der ehemaligen Kaiserin Farah Pahlavi. Seit seiner Geburt bis zur Islamischen Revolution von 1978/79 war er der Kronprinz und ist seither der Thronprätendent des Hauses Pahlavi.

Prinz Reza Pahlavi ist der Enkelsohn von Reza Schah Pahlavi, dem Begründer der Pahlavi-Dynastie. Seit dem Verlust des Pfauenthrons während der Islamischen Revolution im Jahre 1979 lebt Reza Pahlavi, der bereits zuvor im Rahmen seiner Ausbildung Iran verlassen hatte, im Exil. Nach Aufenthalten in den Vereinigten Staaten von Amerika sowie in Marokko und Ägypten lebt er seit 1984 erneut in den Vereinigten Staaten – zunächst in Great Falls (Virginia)Andrew Friedman: U.S. Imperial Tehran in Exile: Reza Pahlavi in the CIA’s Northern Virginia Suburbs. Paper presented at the annual meeting of the American Studies Association Annual Meeting, San Antonio (TX) 26. November 2014. und später in Potomac, Maryland.

2013 war er einer der Mitgründer und ist seither Sprecher des Iran National Council, einem Dachverband iranischer Exil-Oppositionsgruppen, die in Konkurrenz zum ebenfalls unter Exiliranern agierenden Nationalen Widerstandsrat Iran der marxistischen Volksmudschahedin stehen.Website des Iran National CouncilWer könnte den Iran aus der Krise führen?, Überblick über die politischen Alternativen, 8. März 2026, diplo.news Politisch repräsentiert er die bürgerlich-liberalkonservative Opposition und hat Anhänger auch innerhalb Irans. Er wird von Israel2023 besuchte Reza Pahlavi Israel auf Einladung der Ministerin für Geheimdienste Gila Gamliel und traf auch mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammen (siehe unten). und Saudi-Arabien sowie von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstütztIran International, ein exil-iranischer Fernseh- und Nachrichtenkanal, der Pahlavi unterstützt, wird von saudi-arabischen Investoren aus dem Umfeld von Kronprinz Mohammed bin Salman finanziert. Pahlavis Tochter Noor Pahlavi schreibt Kolumnen für die Online-Version des Nachrichtensenders al-Arabiya aus Dubai sowie für die Tageszeitung Asharq al-Awsat, die der saudischen Königsfamilie gehört. Artikel vom 08.03.2020 und hat auch Fürsprecher im US-Senat.Graham says he'll try to hold Senate meeting for Pahlavi to present his plan, 02.03.2026, Iran International Im Irankrieg 2026 wurde er zum bekanntesten Anführer der Opposition.Crown prince Reza Pahlavi on US military intervention in Iran and how a post Islamic Republic 'transition' would work, 26.02.2026, abc.net.au

Leben mini|Die Standarte des iranischen Kronprinzen Kurz vor seinem siebten Geburtstag wurde Reza Pahlavi am 26. Oktober 1967 während der Krönung seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi, der den Thron bereits 1941 bestiegen hatte, zum Kronprinzen investiert. Aufgezogen wurde er im Niavaran-Palast von einer französischen Gouvernante. Neben seiner Muttersprache Persisch spricht er fließend Englisch und Französisch. In seiner Jugend war er ein begeisterter Fußballspieler und Anhänger des Fußballvereins Esteghlal Teheran, der jeweils an seinem Geburtstag ein großes Spiel veranstaltete.Kausik Bandyopadhyay, Sabyasachi Mallick: Fringe Nations in World Soccer. 2013, Routledge. S. 87. ISBN 978-1-317-99810-5

mini|hochkant|Reza Pahlavi beim Fußballspielen Reza Pahlavi verließ Iran im Sommer 1978,spiegel.de um seine Ausbildung in den USA fortzusetzen. Nach der Ausbildung als Kampf-Jet-Pilot an der Reese Air Force Base in Lubbock (Texas), und dem Besuch des Williams College in Williamstown (Massachusetts), absolvierte er das Studium im Bereich Politikwissenschaft an der University of Southern California.

Nach dem Tod seines Vaters Mohammad Reza Pahlavi wäre Reza Pahlavi am 31. Oktober 1980, mit seinem 20. Geburtstag, nach der nicht mehr geltenden iranischen Verfassung von 1979 Nachfolger seines Vaters geworden. Aus diesem Anlass hielt er in Kairo eine Rede an die iranische Nation, in der er sich als neuer Schah verkündete und sich Reza Pahlavi II. nannte.

Familie mini|hochkant|Reza Pahlavi als Jugendlicher (rechts) mit seiner Familie mini|Bei der Krönung des Vaters zum Schah 1967 (vorn) Er ist seit 1986 verheiratet mit Yasmine Pahlavi, geborener Etemad-Amini (* 1968), der Tochter eines iranischen Kaufmanns und führenden Mitglieds der liberaldemokratischen Iranischen Konstitutionalistischen Partei, die 1994 von Monarchisten im Exil gegründet wurde. Er hat mit seiner Frau drei Töchter und lebt heute, wie viele andere Exil-Iraner auch, in einem Vorort von Washington DC im Bundesstaat Maryland. Er hat seine älteste Tochter, Noor Zahra PahlaviSiehe englischen Artikel: Noor Pahlavi (* 1992), zu seiner künftigen Nachfolgerin als Familienoberhaupt bestimmt. Diese betätigt sich, nachdem sie zeitweise Partnerin in einer Kommunikationsagentur im Bereich der Biowissenschaften war, als Aktivistin und schreibt Blog-Beiträge auf Medium sowie Artikel in der Tageszeitung Asharq al-Awsat und dem Nachrichtenkanal al-Arabiya.Siehe etwa: Artikel vom 08.03.2020 auf Asharq al-Awsat.

Er hatte er einen jüngeren Bruder, Ali Reza Pahlavi (1966–2011), sowie zwei Schwestern, Farahnaz Pahlavi und Leila Pahlavi. Ali Reza Pahlavi und Leila Pahlavi starben durch Suizid. Zudem hat er eine ältere Halbschwester, Schahnaz Pahlavi.

Politische Aktivitäten Pahlavi äußert sich regelmäßig zur Situation in seinem Heimatland und kritisiert dabei das Regime der Islamischen Republik deutlich. Er gehört zu den zentralen Initiatoren und Unterstützern des Iran Prosperity Projects (IPP), das einen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fahrplan für die Zukunft Irans entwickeln und den Menschen in Iran nach einer Übergangsphase durch ein Referendum eine freie Wahl über ihre zukünftige Staatsform ermöglichen soll. Pahlavi selbst erklärt, er wolle im Rahmen des Iran Prosperity Projects als leitende Figur für eine mögliche Übergangsphase nach einem politischen Systemwechsel fungieren, betont jedoch, darüber hinaus keine eigenen politischen Ambitionen zu verfolgen.

Den 2015 unter Barack Obama geschlossenen Atomdeal mit dem Iran kritisierte er. Nach der ersten Amtszeit von Donald Trump rief er ihn dazu auf „maximalen Druck“ auf das Regime auszuüben.

Während bereits bei den Protesten im Iran 2017/2018 erste Rufe „Reza Shah, deine Seele sei gesegnet!“ erklangen,Reza Pahlavi, the exiled son of Iran's last shah at centre of protest chants, 09.01.2026, BBC verstärkten sich die Rufe nach dessen Enkel, dem heutigen Reza, während der Proteste im Iran 2022/2023, die durch die Tötung einer nicht verschleierten Frau ausgelöst worden waren und bei denen auch die Parole Frau, Leben, Freiheit aufkam, und nochmals erheblich in den Protesten im Iran 2025/2026, als er wesentlich mehr Zustimmung aus unterschiedlichen Lagern erhielt und zur wohl prominentesten Oppositionsfigur aufstieg. Es kursieren zahlreiche Videos, in denen der Ruf „Lang lebe der Schah!“ auf Demonstrationen zu hören ist oder durch nächtliche Straßen von Teheran hallt.Reza Pahlavi, the exiled son of Iran's last shah at centre of protest chants, 09.01.2026, BBC

Pahlavi bemühte sich jahrzehntelang darum, dauerhafte Bündnisse mit anderen Exil-Gruppen zu schmieden – darunter Linken, Nationalisten und reformorientierten Dissidenten –, von denen viele 1979 am Sturz seines Vaters beteiligt waren. Die meisten scheiterten an internen Meinungsverschiedenheiten und wirkten auch kaum in den Iran hinein. Viele der anderen Oppositionsgruppen hegen historische Ressentiments gegen die Pahlavis. Insbesondere im Exil lebende linke IranerMassenproteste in Iran: Weder Mullah noch Schah!, Noshin Shahrokhi in: TAZ, 13.1.2026 verweigerten bei den weltweiten Protesten 2022/2023 bei der Organisation von Demonstrationen eine Zusammenarbeit mit Pahlavis Iran National Council, obwohl dessen Anhänger dort deutlich in der Mehrheit waren.Iranische Autorin über die Proteste: „Für jemanden wie den Sohn des Schahs wollen die Leute nicht ihr Leben riskieren“, 14.01.2026, Interview mit der Autorin Shadi Amin, Der Tagesspiegel Mit Blick auf die Historie verweisen Kritiker vor allem auf den Sturz des Premierministers Mohammad Mossadegh im Jahr 1953, der weithin als von der CIA unterstützter Putsch gilt und die Macht des Schahs wiederherstellte. Sie kritisieren zudem den autokratischen Charakter der Monarchie, die Rolle des Geheimdienstes SAVAK und die Unterdrückung politischer Freiheiten sowie ethnischer Minderheiten im Iran. Befürworter entgegnen, die Monarchie habe den Staatsaufbau und die Modernisierung ermöglicht, säkulare Kultur erlaubt, Waren- und Wissensaustausch mit der westlichen Welt begonnen und argumentieren, die Islamische Republik habe seither eine weitaus stärkere Repression und Isolation zu verantworten. Zudem beabsichtige Reza Pahlavi ausdrücklich nicht, die absolute Monarchie seines Vaters wieder zu errichten. Er wolle vielmehr eine parlamentarische Demokratie, wie es alle Oppositionsgruppen fordern. Doch bedürfe es einer Identifikations- und Führungsfigur, um die (mehrheitlich eher konservativ geprägte) Bevölkerung in solchen Massen zu mobilisieren, dass sie das Regime stürzen können, und um anschließend mithilfe einer respektierten, vielleicht auch nur symbolischen Autorität den Aufbau einer Demokratie in die Wege zu leiten. Pahlavi habe eingesehen, dass der größte Irrtum seines Vaters darin bestand, die seinerzeit von der Sowjetunion unterstützte linke Guerillabewegung in Iran für seinen Hauptgegner zu halten, während er den Islamismus unterschätzt und die Ajatollahs und Mullahs für relativ harmlose Nostalgiker gehalten habe. Er setze sich daher für eine repräsentative Demokratie ein, an der auch linke oder islamische Strömungen teilhaben können.Why Pahlavi divides opinion, 14.01.2026, BBC Die Gefahr, dass die Macht eines frei gewählten Parlaments und der von ihm gewählten Regierung, wie beim irakischen Parlament, dadurch verringert werden könnte, dass Teile des Landes unter die Kontrolle verschiedener ethnisch oder religiös geprägter Milizen geraten, sieht Pahlavi nicht. Der Iran habe – anders als Irak – eine jahrtausendealte staatliche Tradition, ein Nationalbewusstsein sowie gefestigte Verwaltungsstrukturen.

Besuch in Israel Am 18. April 2023 besuchte Reza Pahlavi Israel auf Einladung der Ministerin für Geheimdienste Gila Gamliel. Er traf auch mit Premierminister Benjamin Netanjahu zusammenSon of Iran’s deposed Shah visits Israel, meets with Netanyahu, 18.04.2023 und betete an der Westmauer in Jerusalem. Er bekundete Freundschaft zum jüdischen Staat, distanzierte sich vom iranischen Regime und ehrte die Holocaust-Opfer. Kritikern seiner Nähe zu Israel wird entgegengehalten, dass Exilpolitiker stets Allianzen mit Verbündeten eingegangen seien, um ihre Ziele zu erreichen.