Mirikizumab ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper. Im Mai 2023 wurde er EU-weit unter dem Namen Handelsname Omvoh (Eli Lilly) zur Behandlung von Colitis ulcerosa, einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, zugelassen; im Februar 2025 wurde die Zulassung auf die Behandlung von Morbus Crohn erweitert. Mirikizumab zählt zu den Interleukin-Inhibitoren.
Eigenschaften Mirikizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper vom Typ IgG4λ (Immunglobulin G4λ), der in Ovarialzellen des chinesischen Hamsters (CHO-Zellen) durch rekombinante DNA-Technologie hergestellt wird. Er hat eine molare Masse von 143,7 kDa. Das Protein, das aus je zwei identischen schweren γ-Ketten und leichten κ-Ketten besteht, die über Disulfidbindungen verbunden sind, ist mit fucosylierten komplexen biantennären Glycanen glycosyliert.
Mirikizumab ist ein Interleukin-Inhibitor, der selektiv an die p19-Untereinheit des humanen Interleukin 23 (IL-23) bindet, wodurch dessen Wechselwirkung mit dem IL-23-Rezeptor gehemmt und die Produktion von Effektor-Zytokinen, die entzündliche Erkrankungen auslösen, normalisiert wird.
Verwendung Im Mai 2023 erfolgte auf Empfehlung des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) der EMA die EU-weite Zulassung zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer aktiver Colitis ulcerosa, die unzureichend auf eine konventionelle Therapie oder eine biologische Behandlung angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen. 2025 erfolgte die EU-Zulassung für Morbus Crohn.
Die Verabreichung erfolgt subkutan als Injektion oder intravenös als Infusion.
In Japan wurde Mirikizumab im März 2023 gegen Colitis ulcerosa zugelassen, in den USA im Oktober 2023.
Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen Als häufigste Nebenwirkungen traten Infektionen der oberen Atemwege (am häufigsten Nasopharyngitis), Kopfschmerzen, Hautausschlag und Reaktionen an der Injektionsstelle auf. Ferner wurden Anstiege bei den Leberenzymen beobachtet.
Handelsnamen Omvoh (J, EU, USA)
Einzelnachweise INN Recommended List 79, World Health Organisation (WHO), 9. März 2018.
Eli Lilly: U.S. Food and Drug Administration Issues Complete Response Letter for Mirikizumab, Pressemitteilung, 13. April 2023. (No authors listed) Efficacy and Safety of Mirikizumab as Induction Therapy in Patients With Moderately to Severely Active Ulcerative Colitis: Results From the Phase 3 LUCENT-1 Study. In: Gastroenterology & hepatology. Band 18, Nummer 4 Suppl 1, April 2022, S. 7–8. PMID 35610995, . (No authors listed) Efficacy and Safety of Mirikizumab as Maintenance Therapy in Patients With Moderately to Severely Active Ulcerative Colitis: Results From the Phase 3 LUCENT-2 Study. In: Gastroenterology & hepatology. Band 18, Nummer 7 Suppl 2, Juli 2022, S. 3–4. PMID 36756655, .
EU/1/23/1736, abgerufen am 7. Juni 2023.
Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Antikörper