Die SGS Essen (offiziell: Sportgemeinschaft Essen-Schönebeck 19/68 e. V.) ist ein Sportverein aus Essen. Er ist entstanden aus dem Zusammenschluss des 1919 gegründeten Vereins VfB Borbeck und des 1968 gegründeten SC Grün-Weiß Schönebeck am 1. Juni 2000. Aushängeschild der SG Essen-Schönebeck ist die Frauenfußballmannschaft, die von 2004 bis 2026 22 Jahre lang in der Bundesliga spielte. Seit der Saison 2012/13 treten alle Frauen- und Mädchenmannschaften unter dem Namen SGS Essen an. Die Mannschaft erreichte 2014 und 2020 das Finale im DFB-Pokal der Frauen.
Geschichte Grün-Weiß Schönebeck (1973 bis 2000) Am 21. März 1973 wurde beim SC Grün-Weiß Schönebeck eine Frauenfußball-Abteilung gegründet. Diese startete im Jahre 1976 in der Bezirksklasse, die später in Bezirksliga und dann in Kreisliga umbenannt wurde. Im Jahre 1986 gelang der Aufstieg in die Landesliga. Sechs Jahre später gelang als Vizemeister hinter dem FC Batenbrock der Aufstieg in die Verbandsliga Niederrhein. Im Jahre 1996 wurden die Schönebeckerinnen dort Meister und schafften den Aufstieg in die Regionalliga West, die seinerzeit zweithöchste Spielklasse. Als abgeschlagener Tabellenletzter folgte allerdings der direkte Wiederabstieg. Mit einer stark verjüngten Mannschaft gelang in der Saison 1998/99 der Wiederaufstieg. Dort wurde die Mannschaft in der Saison 1999/2000 auf Anhieb Vizemeister.
SG Essen-Schönebeck (2000 bis 2012) mini|Logo der SG Essen-Schönebeck bis zum Sommer 2012 Vier Jahre später wurde die Mannschaft völlig überraschend Meister der Regionalliga West. Die mittlerweile von Ralf Agolli trainierte Mannschaft konnte sich durch eine Reihe von ehemaligen Spielerinnen des FCR 2001 Duisburg verstärken und ging mit dem Ziel, sich für die neue 2. Bundesliga zu qualifizieren, in die Saison. Nach einer erfolgreichen Aufstiegsrunde schaffte der Verein den Sprung in die Bundesliga. Dort konnte man sich in den ersten zwei Jahren etablieren. Hinter den Spitzenclubs aus Frankfurt und Potsdam hatte man den dritthöchsten Zuschauerschnitt der Liga.
2007 erreichte die SGS erstmals das Halbfinale im DFB-Pokal. Gegner war der Lokalrivale FCR 2001 Duisburg. Vor 3.750 Zuschauern hielten die Essenerinnen lange mit, mussten sich aber nach Verlängerung mit 5:1 geschlagen geben. Die Partie wurde live vom WDR übertragen. In der Bundesligasaison konnte sich der Verein wegen vieler Verletzungen nicht verbessern. Nachdem die Mannschaft in der Saison 2008/09 mit dem fünften Rang die beste Platzierung der Vereinsgeschichte erlangt hatte, mussten die Essenerinnen ein Jahr später bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt zittern. Ein 1:1 beim direkten Konkurrenten SC Freiburg sicherte den weiteren Verbleib in der Bundesliga. Der Vertrag mit Trainer Agolli wurde nach Saisonende einvernehmlich aufgelöst.dfb.de: Essen-Schönebeck und Agolli gehen getrennte Wege Die Saison 2010/11 bescherte der SGS eine weitere Spielzeit im Abstiegskampf unter ihrem neuen Trainer Markus Högner, die mit dem 9. Platz um einen Platz besser beendet werden konnte als die Vorsaison. Ein Jahr später führte Högner seine Mannschaft auf Rang fünf.
SGS Essen (seit 2012) Zu Beginn der Spielzeit 2017/2018 wechselte Philipp Symanzik vom 1. FFC Frankfurt als neuer Geschäftsführer zur SGS, da der bisherige Manager Willi Wißing nach 14 Jahren als hauptamtlicher Bundesliga-Manager in den Ruhestand verabschiedet wurde. Wißing war zu diesem Zeitpunkt insgesamt rund 50 Jahre im Club tätig und in dieser Zeit maßgeblich an der Weiterentwicklung des Gesamtvereins sowie insbesondere der Frauenfußballabteilung beteiligt. In der Saison 2017/18 wurde unter dem neuen Cheftrainer Daniel Kraus, der im Sommer 2016 zur SGS Essen stieß, ein deutlicher vereinsinterner Bundesliga-Punkterekord erzielt. Im November 2018 gab der Verein bekannt, dass Kraus den Club nach drei Jahren zum Saisonende in Richtung SC Freiburg verlassen werde. Als Nachfolger wurde erneut Markus Högner präsentiert.
Ein Höhepunkt war das Erreichen des DFB-Pokal-Finales 2014, das aber mit 0:3 gegen den 1. FFC Frankfurt verloren ging. Nach weiteren sechs Jahren gelang es der SGS Essen wieder, das DFB-Pokal-Endspiel der Saison 2019/20 in Köln nach dem 3:1-Halbfinalerfolg bei Bayer 04 Leverkusen zu erreichen. Das Finale verlor die SGS Essen im Elfmeterschießen gegen den VfL Wolfsburg mit 5:7 (1:2, 3:3).
Nachdem Markus Högner im Sommer 2025 zu Borussia Dortmund wechselte, wurden Thomas Gerstner und Robert Augustin als sportliche Leiter verpflichtet. Nach nur einem Punkt aus fünf Spielen wurden diese von Jessica Wissmann abgelöst. Da Frau Wissmann nicht über die erforderliche Trainerlizenz verfügte, wurde sie am Jahresanfang 2026 durch die Belgierin Heleen Jaques ersetzt. Doch auch sie konnte den erstmaligen Abstieg nach 22 Jahren ununterbrochener Erstligazugehörigkeit nicht verhindern.
Erfolge mini|Logoversion des Gesamtvereins DFB-Pokal-Finalist: 2014, 2020 Meister der Regionalliga West: 2004 Meister der Niederrheinliga: 1996, 1999 Niederrheinpokalsieger: 2000, 2004 Niederrheinpokalfinalist: 1999, 2001 Meister der B-Juniorinnen-Bundesliga West/Südwest: 2014, 2019, 2020
Spielerinnen Kader der Saison 2026/27
Stand: 13. Juli 2026. Sortierung nach Trikotnummer.Kader 1. Mannschaft auf sgs-essen.de Tor Abwehr Mittelfeld Angriff 1 Kim Sindermann 12 Emilia Navarro 24 Pia Lucassen 32 Julia Kassen 3 Joëlle Steiner 4 Teresa Buonarroti 5 Abigail Enobore 14 Anja Heuschkel 15 Laura Pucks 17 Karla Brinkmann 18 Anna Wirnsberger 19 Selina Albrecht 26 Lany Mia Bäcker 2 Julie Terlinden 6Jule Schnieder 7 Emilia Watermeier 8 Antonia Baaß 21Lia Henkelmannverweis=Deutschland|rand|klasse=noviewer ve-ce-leafNode ve-ce-focusableNode ve-ce-mwTransclusionNode|20x20px|Deutschland29Alexandra Nestelverweis=Deutschland|rand|klasse=noviewer ve-ce-leafNode ve-ce-focusableNode ve-ce-mwTransclusionNode|20x20px|Deutschland 31 Jana Feldkamp 10 Laura Bröring 11 Helen Börner 13 Vanessza Nagy 20 Leonie Köpp 23 Kyra Spitzner
Zu- und Abgänge zur Saison 2026/27 Zugänge Abgänge Sommerpause 2026 Selina Albrecht (SCR Altach) Antonia Baaß (FC Basel) Lany Mia Bäcker (Borussia Dortmund; Leihe) Helen Börner (FC Carl Zeiss Jena) Karla Brinkmann (VfL Wolfsburg) Laura Bröring (SV Meppen) Teresa Buonarroti (eigene Jugend) Abigail Enobore (eigene Jugend) Lia Henkelmann (Santa Clara Broncos) Anja Heuschkel (FC Carl Zeiss Jena) Julia Kassen (1. FC Union Berlin) Vanessza Nagy (Ferencváros Budapest) Alexandra Nestel (eigene Jugend) Jule Schnieder (eigene Jugend) Kyra Spitzner (RB Leipzig) Joëlle Steiner (VfL Wolfsburg) Emilia Watermeier (eigene Jugend) Anna Wirnsberger (SK Sturm Graz) Lany Mia Bäcker (Borussia Dortmund) Maike Berentzen (FC Schalke 04) Julia Debitzki (FC Schalke 04) Laureta Elmazi (1. FC Köln) Paula Flach (Mainz 05) Vanessa Fürst (FC Viktoria Berlin) Maria Kirchmann (SC Sand) Natasha Kowalski (Bayer 04 Leverkusen) Ramona Maier (Borussia Dortmund) Jacqueline Meißner (Borussia Dortmund) Lena Ostermeier (Borussia Dortmund) Luisa Palmen (Borussia Mönchengladbach) Paulina Platner (Bayer 04 Leverkusen) Kassandra Potsi (FC Bayern München) Lilli Purtscheller (Werder Bremen) Beke Sterner (1. FC Köln) Mailin Tenhagen (FC Schalke 04) Jette ter Horst (FC Schalke 04) Ella Touon (1. FC Köln; Leihende) Shari Van Belle (RSC Anderlecht)
Ehemalige Spielerinnen
Cheftrainer Cheftrainer der SGS Essen in der Frauen-Bundesliga
Name Zeitraum Ralf Agolli 2004–2010 Markus Högner 2010–2016, 2019–2025 Daniel Kraus 2016–2019 Robert Augustin 2025 Jessica Wissmann (interim) 2025 ab 2026
Umfeld Stadion Die 1. Frauenmannschaft trug ihre Heimspiele seit dem Bundesligaaufstieg 2004 im Sportpark Am Hallo aus. Als Trainingsgelände der Bundesligaspielerinnen dient die Helmut-Rahn-Sportanlage in Essen-Frohnhausen. Die restlichen Mannschaften spielen und trainieren in der Bezirkssportanlage Essen-Schönebeck auf zwei Kunstrasenplätzen. Da der Fußballplatz der Bezirkssportanlage nicht den Anforderungen der Frauen-Bundesliga entspricht, wurden die Bundesligaspiele im Sportpark Am Hallo ausgetragen. Seit der Saison 2012/13 finden die Heimspiele der SGS Essen im neu gebauten Stadion an der Hafenstraße in Essen-Bergeborbeck statt.
Zweite Mannschaft Die zweite Frauenmannschaft schaffte im Jahre 2006 den Aufstieg in die Regionalliga West. Nach dem Abstieg im Jahre 2011 gelang der sofortige Wiederaufstieg. Da die SGS Essen verstärkt als Ausbildungsverein fungiert, ist zur Saison 2017/18 die U-20 als Regionalligateam eingerichtet worden und schaffte nach einem dritten Platz in dieser Spielzeit und einer erfolgreichen Relegation den Aufstieg in die neu eingerichtete eingleisige 2. Bundesliga. Die Zweitligasaison 2018/19 wurde als Tabellenletzter beendet, sodass die 2. Frauenmannschaft in der Saison 2019/20 wiederum in der Regionalliga West antritt. Ab der Saison 2024/25 ist es eine U-21-Mannschaft.
Dritte Mannschaft Die dritte Frauenmannschaft spielt seit der Saison 2022/23 in der Niederrheinliga. Ein Aufstieg in die Regionalliga wäre nur möglich, wenn die zweite Mannschaft in die 2. Bundesliga aufsteigt. Zur Saison 2024/25 ist es eine U-23-Mannschaft.
Nachwuchsarbeit Aus finanziellen Gründen legt der Verein großen Wert auf die Nachwuchsarbeit. Es besteht eine Kooperation zwischen dem Sport- und Tanzinternat Essen-Rüttenscheid. Dieses hat eine Kooperation mit dem Helmholtz-Gymnasium und der Elsa-Brändström-Realschule. Die U-17-Juniorinnen spielen seit der Saison 2012/13 in der B-Juniorinnen-Bundesliga West/Südwest. In den Spielzeiten 2013/14 und 2018/19 wurden die Essenerinnen jeweils Staffelmeister, scheiterten aber bei den deutschen Meisterschaften im Halbfinale am 1. FFC Turbine Potsdam bzw. dem VfL Wolfsburg. In der wegen der COVID-19-Pandemie abgebrochenen Saison 2019/20 wurde die SGS Essen zum Meister erklärt, eine deutsche Meisterschaft wurde allerdings nicht ausgespielt. Ab der Saison 2024/25 wird es die B-Juniorinnen Bundesliga nicht mehr geben. Die U-16-Juniorinnen spielen in der Regionalliga West. Die U-15-Juniorinnen, die U-13-Juniorinnen und die U-11-Juniorinnen spielen in der Kreisklasse bei den Junioren mit. Ab der Saison 2024/25 wird die U-16 aufgelöst. Die U-17 spielt dafür in der Regionalliga West. Zusätzlich wird eine neue U-19-Mannschaft eingerichtet. Seit 2025 ist der Standort DFB-Leistungszentrum.
Statistik Saisonbilanzen Grün unterlegte Platzierungen kennzeichnen einen Aufstieg, rot unterlegte einen Abstieg.