Das Epaulette war ein Naturdenkmal im tschechischen Teil des Erzgebirges auf dem Gemeindegebiet von Potůčky (Breitenbach).

Lage und Bedeutung Im Oberlauf des Schwarzwassertales, das zwischen Johanngeorgenstadt und Breitenbach die deutsch-tschechische Grenze passiert, zwischen der heute nicht mehr vorhandenen Siedlung Brettmühl mit dem gleichnamigen Sägewerk und dem in den letzten Jahren rekonstruierten Freibad sowie dem einzig noch vorhandenen bewohnten Haus von Zwittermühl war bei normalem Wasserstand des Flusslaufes das Schwarzwasser gezwungen, seinen Weg durch mehrere gewaltige Steinblöcke zu nehmen. Dabei hatte sich im Bachbett eine Stelle gebildet, an welcher das gesamte Wasser, von den umliegenden Steinen eingeengt, über eine halbrunde, mehrere Zentner dicke Steinplatte seinen Lauf nahm und einen kleinen Wasserfall im Fichtenwald bildete, den der Volksmund Epaulette nannte. Der Wasserfall entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Ausflugsziel und wurde oft gemeinsam mit der legendären Dreckschänke besucht.

Der Wolkenbruch im August 1890, durch den das obere Schwarzwassertal heimgesucht wurde, hat nicht nur die einengenden riesigen Steinblöcke mit sich fortgerissen, sondern auch diese Steinplatte aus dem Grunde herausgehoben und irgendwo unter das wüste, oft meterhoch das Flussbett ausfüllende Steingeröll vergraben und somit das Epaulette vollständig zerstört.

Das Epaulette hatte u. a. der Photograph Wilhelm Schuster in Johanngeorgenstadt vor dessen Zerstörung aufgenommen, so dass es wenigstens in einem Bild erhalten geblieben ist.

Literatur Jörg Brückner: Das Epaulette. Einstiger Wasserfall im oberen Schwarzwassertal. In: Erzgebirgische Heimatblätter 45 (2023), Heft 5, S. 25–27. ISSN 0232-6078.

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