The Dig (deutsch „Die Grabung“) ist ein US-amerikanischer Podcast von Daniel Denvir mit wissenschaftlich-politischen Analysen von Politik, Geschichte und Wirtschaft aus der Sicht der amerikanischen Linken. The Dig ist mit dem Magazin Jacobin und dem Verlag Verso verbunden. Die Episoden sind kostenfrei verfügbar, der Podcast finanziert sich vor allem über freiwillige Beiträge von Hörern auf der Plattform Patreon.The Dig auf Patreon. Der Podcast enthält ausführliche Interviews, meist geführt von Daniel Denvir, mit Wissenschaftlern, Theoretikern und Organizern, die eine in die Tiefe gehende Auseinandersetzung mit einzelnen Themen aus sozialistischer, unorthodox marxistischer Perspektive ermöglichen und als politische Bildung für die amerikanische Linke dienen.

Inhalt und Ausrichtung

Ziel des Podcasts, der aus der Garage Denvirs in Providence, Rhode Island gesendet wird,Andrew Marantz: The Deep End. In: The New Yorker. 3. November 2025. ist eine Zusammenführung der intellektuellen und akademischen mit der praktisch-politischen Linken. The Dig will einer neuen sozialistischen Bewegung dienen, die, so Denvir, „die Welt verstehen muss, um sie zu verändern“.The Dig beim Jacobin-Magazin. Bekannte Gäste waren unter anderen Alexandria Ocasio-Cortez,Alexandria Ocasio-Cortez on Winning Power, 9. Juli 2018. Nancy FraserBeyond Economism with Nancy Fraser, 12. September 2018. oder Quinn Slobodian.A History of Neoliberalism with Quinn Slobodian, 14. November 2018.

Denvir arbeitete zunächst als Journalist für das Philadelphia City Paper, das CityLab von The Atlantic und Salon.com. Kurz vor der Präsidentschaftswahl im November 2016, bei der Donald Trump zum amerikanischen Präsidenten gewählt wurde, verlor er seinen Job bei Salon. Gemeinsam mit Alex Lewis als Produzenten und seiner Partnerin, der Politikwissenschaftlerin Thea Riofrancos, belebte er jetzt eine alte Idee wieder (bereits im September 2015 war eine einzelne Folge gesendet wordenPilot: Ending the drug war means legalizing drugs, 24. September 2015.): einen Podcast, der die intellektuelle und akademische Seite der Linken mit der des praktischen Organizing verbinden sollte:

Die erste Folge wurde am 6. Dezember 2016, also kurz nach der Präsidentschaftswahl, veröffentlicht und versuchte in einem Interview mit der feministischen Historikerin Stephanie Coontz und den Historikern und Rassismusforschern Khalil Gibran Muhammad und Matt Karp die Frage Why Trump Won („Warum Trump siegte“) zu beantworten.Why Trump Won: Stephanie Coontz, Khalil Gibran Muhammad and Matt Karp, 6. Dezember 2016. Bereits hier entwickelte sich ein häufig aufgegriffenes Thema des Podcasts: eine tiefgreifende Analyse und Kritik der gegenwärtigen amerikanischen Politik, die nicht nur die politische Rechte um Trump, die Republikanische Partei und rechte Bewegungen umfasste, sondern auch die als neoliberal verstandene Führung der Demokratischen Partei.Zur Geschichte des Podcasts vgl. Daniel Steinmetz-Jenkins: Is The Dig the Most Important Podcast on the Left? A conversation with Daniel Denvir about how his podcast became an essential feature of a radical education, the challenges facing leftist organizers, and much more. In: The Nation, 4. Februar 2023.

Sowohl aus praktisch-politischer als auch aus theoretischer (materialistischer) Perspektive wird außerdem beständig eine Kritik des idealistischen Liberalismus formuliert. Dabei stützt sich der Podcast nicht nur auf die klassisch marxistische Klassenanalyse, sondern führt diese mit antirassistischen, queer-feministischen und antiimperialistischen Analysen sowie Perspektiven der Klimagerechtigkeit und des Ökosozialismus zusammen. Dabei wird sowohl die aktuelle lokale Politik in den USA thematisiert, etwa die Erfolge und weiteren Aussichten des Organizing in Philadelphia (Interview mit Organizern von Reclaim PhiladelphiaReclaiming Philadelphia, 3. Oktober 2018.), als auch internationale Politik, etwa in Analysen der chinesischen Geschichte, Politik und Gesellschaft von Ho-fung Hung.China Boom w/ Ho-fung Hung, 18. März 2022; Clash of Empires w/ Ho-fung Hung, 23. März 2022; vgl. auch China and the US with Tobita Chow and Jake Werner, 19. Dezember 2020. Seit Beginn des Gazakriegs im Oktober 2023 setzt der Podcast einen starken Fokus auf die Hintergründe des Nahostkonflikts aus einer antizionistischen Perspektive, insbesondere mit der 16-teiligen Serie Thawra, einer 40-stündigen Diskussion mit dem Historiker Abdel Razzaq Takriti zu arabischen radikalen Bewegungen.Thawra, 1. Februar 2024 – 13. September 2024. Die Folgen zum Nahostkonflikt wurden bis August 2024 eine Viertelmillion mal heruntergeladen.Sammy Feldblum: His socialist podcast became a surprise hit. Now he’s an uncommitted Democratic delegate. In: The Guardian. 13. August 2024.

2023 beschrieb Denvir den Podcast als einen Versuch, das intellektuelle und politische Werk des 2022 verstorbenen Mike Davis (der mehrmals Gast des Podcasts war) fortzusetzen:

Verbreitung und Einfluss

Der Podcast wurde (Stand Dezember 2025) über 20 Millionen Mal heruntergeladen.The Dig, a podcast from Jacobin Magazine auf der Webseite des Dig-Produzenten Alex Lewis, abgerufen am 30. Dezember 2025. Auf der amerikanischen Linken gilt er laut der Wochenzeitung The Nation als „essentieller Teil einer radikalen Bildung“ und als einer der beliebtesten und populärsten Podcasts der Linken.Daniel Steinmetz-Jenkins: Is The Dig the Most Important Podcast on the Left? A conversation with Daniel Denvir about how his podcast became an essential feature of a radical education, the challenges facing leftist organizers, and much more. In: The Nation, 4. Februar 2023: „an essential feature of a radical education“; „one of the most popular podcasts on the left“. The Guardian beschreibt den Podcast als „einen Knotenpunkt des linken Medien-Ökosystems“.Sammy Feldblum: His socialist podcast became a surprise hit. Now he’s an uncommitted Democratic delegate. In: The Guardian. 13. August 2024: „a crucial hub of the left media ecosystem“. Andrew Epstein, Mitarbeiter der erfolgreichen Kampagne des sozialistischen New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani, stellt fest: „In meiner Welt von linken Organizern, verflossenen Akademikern und Mitarbeitern politischer Kampagnen [...] ist die Sendung unglaublich einflussreich“.Zitiert bei Andrew Marantz: The Deep End. In: The New Yorker. 3. November 2025: “Within my world — leftist organizers, lapsed academics, or political-campaign staff, all of which I am — the show is incredibly inuential.”

Literatur

Sammy Feldblum: His socialist podcast became a surprise hit. Now he’s an uncommitted Democratic delegate. In: The Guardian. 13. August 2024. Andrew Marantz: The Deep End. In: The New Yorker. 3. November 2025 (Porträt Daniel Denvirs und seines Podcasts nach der Wahl von Zohran Mamdani in New York). Daniel Steinmetz-Jenkins: Is The Dig the Most Important Podcast on the Left? A conversation with Daniel Denvir about how his podcast became an essential feature of a radical education, the challenges facing leftist organizers, and much more. In: The Nation, 4. Februar 2023.

Weblinks

Offizielle Website von The Dig

Anmerkungen

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