Schanino (, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich an einer Nebenstraße, die vom „Ortsdreieck“ Fewralskoje (Spullen), Wesnowo (Kussen), Schelannoje (Henskischken/Hensken) im Südwesten nach Saratowskoje (Groß Schorellen/Adlerswalde) im Nordosten führt. Saratowskoje befindet sich vier Kilometer nordöstlich.
Geschichte mini|Die Gemeinde Schackeln auf einem Messtischblatt von 1937
Schackaley wurde 1664 erstmals in den Akten erwähnt. Um 1780 wurde Schackeln als königliches Bauerndorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 139. 1874 wurde die Landgemeinde Schackeln in den neu gebildeten Amtsbezirk Spullen im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Spullen
1938 wurde Schackeln in Mittenbach umbenannt. Die Umbenennung erfolgte in diesem Fall wohl nicht aus ideologischen Gründen, sondern um eine Unterscheidung zu dem im Kreis Goldap befindlichen Ort Schackeln, heute russisch Mitschurinskoje, zu bekommen. Der neue Name Mittenbach bezog sich offensichtlich auf den kleinen Fluss Buduppe, 1938 bis 1945: Bären-Fließ, russisch Moskowka, und dessen Zufluss Willkuppe, 1938 bis 1945: Dorf-Graben, russisch Wilka, welche die westliche und annähernd die nördliche Gemeindegrenze bildeten.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. 1947 erhielt er den russischen Namen Schanino und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR „Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad“ vom 17. November 1947). Später gelangte der Ort in den Dobrowolski selski Sowet.Gemäß dem in Kaliningrad erschienenen russisch-deutschen Ortsverzeichnis Населенные пункты Калининградской области: краткий справочник. / Ред. В.П. Ассоров, В.В. Гаврилова, Н.Е. Макаренко, Э.М. Медведева, Н.Н. Семушина. - Калининград: Калининградское книжное издательство, 1976 Schanino wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei), taucht der Ort nicht mehr auf. Zuletzt hatte der Ort möglicherweise zu Medwedkino (Mingstimmen/Wiesenbrück) gehört, vgl. die Karte http://www.etomesto.ru/map-kaliningrad_gugk/.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung, I. Die Provinz Preussen, Berlin 1874 63 1871 54 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 53 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 35 davon 4 litauischsprachige 1910 37 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 32 1939 37
Kirche Schackeln/Mittenbach gehörte bis 1903 zum evangelischen Kirchspiel Pillkallen und anschließend zum neu gebildeten evangelischen Kirchspiel Groß Schorellen.
Weblinks Schackeln, aus den Prästationstabellen der Domänenämter Kussen, Uschpiaunen und Grumbkowkaiten sowie des Landkreises Pillkallen, ausgewählt und bearbeitet von Erwin Speer
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk