Jürgen Haese (* 30. Juli 1934 in Elbing, Westpreußen; † 27. Januar 2025 in Bad Malente) war ein deutscher Regisseur und Drehbuchautor von Dokumentarfilmen zeitgeschichtlicher Themen sowie Buchautor.

Ausbildung und Leben Nach der Flucht 1948 nach West-Berlin studierte Haese Sozialphilosophie, Publizistik und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und promovierte 1963 zum Dr. phil. mit dem Dissertationsthema Das Gegenwartshörspiel in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands: Ein Beitrag zur Erforschung künstlerischer Formen in der sowjet.-totalitären Publizistik.Belegexemplar bei der Deutschen Nationalbibliothek. Er lebte danach länger in Hamburg und wohnte ab 1999 mit seiner Frau Christiane als freier Autor, Fotograf und Ausstellungsmacher in Lübeck.

Filmisches Werk Haese produzierte zumeist Kurzfilme von 15 bis 30 Minuten Spieldauer für öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten und andere, öffentliche Auftraggeber wie die Bundeszentrale für politische Bildung. Sie konnten mit ihrer Länge gut im Schulunterricht eingesetzt werden. Auftraggeber war auch das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Sein Hauptwerk besteht aus ca. 70 solcher Filme, geschaffen zwischen 1966 und 1997. Die Themen umfassten schwerpunktmäßig die Deutsche Frage nach dem Zweiten Weltkrieg, Architektur, Kunst und Porträts bekannter Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kultur aber auch Alltagsbeobachtungen von Menschen bei ihren Berufstätigkeiten sowie in der Familie und bei Hobbys. Im Film … nächste Woche ist Frieden von 1995, einer Buchverfilmung in der die letzten Kriegstage in Berlin und das Schicksal von Bewohnern eines Mietshauses beleuchtet werden, war Haese Produzent für den Privatsender SAT 1. Nach dem Ende der filmischen Wirkungszeit Haeses werden seine Werke z. B. auf ARD alpha gezeigt.

Filmografie 1968: Weser-Renaissance 1970: Das Deutsche Gespräch 1972: Deutschlandpolitik 1976: 300 Jahre entdecken, forschen, ausstellen in Berlin 1978: 5 × Bonn 1980: Sonntag an der Grenze 1981: Drei Freunde unterwegs – von einer kleinen Freiheit in der Mitte des Lebens 1982: … und Freiheit vor allen Dingen ! 1983: Albert Einstein – Wege zur Kernphysik 1987: Deutsche Landschaften 1990: Aufbruch in die moderne Kunst 1992: Deutschland – 500 Motive 1997: Deutsche

Literarisches Werk Nach 1999 wirkte Haese auch als Autor von Büchern, wobei er im Gegensatz zu seinen Filmen diese auch im Bereich Belletristik schrieb.

Werke (Auswahl): 2002 „Warten – Orte des Erinnerns“, Fotoband, quartus-Verlag, Jena, ISBN 978-3-936455-13-7 2004 „Der Lohnschreiber“, Roman, quartus-Verlag, Jena, ISBN 978-3-936455-16-8 2005 „Der Riss – Vom Sterben der Wörter“, Essay über Werbebotschaften, Verlag Kraftakt, Halle/Saale, ISBN 978-3-938426-01-2 2007 „Verloren in Elbląg“, autobiographischer Roman, edition zeitbrüche, Verlag fibre, Osnabrück, ISBN 978-3-938400-29-6 2010 „Sing, Nachtigall, sing ...: Eine Jugend in Berlin 1948-1963“, autobiografischer Roman, Eigenverlag, ISBN 978-3-00-032832-9 2014 „Enos - Spuren des Krieges“, Roman, Spica Verlag, Blumenholz, ISBN 978-3-943168-65-5

Ehrungen und Auszeichnungen 2000 Journalistenpreis des Deutschen Nationalkomitees für Denkmalschutz Bundesverdienstkreuz 1. Klasse Mehrere Filme erhielten die Auszeichnung „Prädikat: wertvoll“ der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW), „Prädikat: sehr gut“ des Deutschen Filminstituts & Filmmuseums (DFF) sowie den Deutschen Wirtschaftsfilmpreis.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Absolvent der Freien Universität Berlin Kategorie:Person (Medien, Hamburg) Kategorie:Person (Medien, Lübeck) Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Autor Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Gestorben 2025 Kategorie:Mann