Cento ist eine Stadt mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Ferrara in der Region Emilia-Romagna in Oberitalien.
Geographische Lage Cento liegt südwestlich von Ferrara im Grenzbereich der Provinzen Ferrara und Modena sowie der Metropolitanstadt Bologna. Die Entfernung von der Provinzhauptstadt Ferrara beträgt 34 Straßenkilometer.
Geschichte Die Ursprünge Centos gehen auf sehr alte Ansiedlungen zurück. Seit 1250 unterstand die Stadt der Herrschaft der Bischöfe von Bologna. Im Jahr 1502 bewilligte Papst Alexander VI. Cento Alfonso d’Este als Mitgift für dessen Frau Lucrezia Borgia.
In Cento gilt noch heute das alte System der Partecipanza (auf Dialekt: Partazipanza) agraria, d. h. des landwirtschaftlichen Gesamthandseigentums, ein Eigentumsrecht, das im 11. Jahrhundert aus dem Erbzinsrecht der Bischöfe von Bologna und der Abtei von Nonantola hervorgegangen ist. Dabei handelt es sich um eine gemeinschaftliche Herrschaft, die als juristische Person staatlich anerkannt ist. Die Eigentumsform fußt auf Vorschriften, die Gesetzeskraft haben. Gemäß diesen Vorschriften steht bestimmten Personen und deren Abkömmlingen der Nießbrauch fortwährend zu. Cento ist heute ein Zentrum der automatisierten landwirtschaftlichen Produktion.
Cento ist der Geburtsort des Barockmalers Giovanni Francesco Barbieri, der im Volksmund il Guercino (der Schielende) genannt wird und der hier einen Großteil seines Lebens verbrachte. Eine Sammlung seiner Werke ist in der städtischen Pinakothek ausgestellt.
Eines der Todesopfer beim Erdbeben in Norditalien 2012 stammt aus Cento; unter anderem stürzte die Martin von Tours geweihte Kirche ein.
Wirtschaft und Infrastruktur Das Unternehmen FondTech betreibt im Ortsteil Casumaro eine große Windkanalanlage, die in der Vergangenheit von den Formel-1-Teams Benetton und Minardi sowie vom Ducati-Werksteam der MotoGP-Klasse genutzt wurde.
Sport Am 25. Mai 1995 endete die 12. Etappe des Giro d’Italia in Cento. Es gewann der Tscheche Ján Svorada.
Vom 14. bis 18. September 2005 fand in Cento die Europameisterschaft im Tauziehen statt.
Bevölkerungsentwicklung Cento hatte im Jahr 2006 insgesamt etwa 32.600 Einwohner.
Sehenswürdigkeiten miniatur|Luftbild mit dem Kollegiatstift San Biagio miniatur|Das Innere des Kollegiatstiftes San Biagio Kollegiatstift San Biagio, mit Gemälden von Guercino Städtische Pinakothek (Pinacoteca Civica), mit Werken u. a. von Guercino. Jährlicher Karneval Piazza del Guercino Festungsanlage Schloss der Giovannina Porta Pieve Casa Panini Stadttheater Kirche Madonna del Rosario, mit Gemälden von Guercino. Galerie für Moderne Kunst A. Bonzagni
Partnerstädte Székesfehérvár (Ungarn) Vicente López (Argentinien)
Söhne und Töchter der Stadt
Marco Zoppo (1433–1478), Maler und Bildhauer Giovanni Francesco Barbieri (1591–1666), Barockmaler Antonio Lamberto Rusconi (1743–1825), Kardinal und Bischof von Imola Bartolomeo Campagnoli (1751–1827), Geiger, Komponist und Dirigent Giuseppe Alberghini (1770–1847), Kardinal der Römischen Kirche Ignazio Alberghini (1789–1869), römisch-katholischer Priester Pietro Burgatti (1868–1938), Mathematiker Adolfo Tunesi (1887–1964), Turner Ferruccio Lamborghini (1916–1993), Automobil und Hubschrauberkonstrukteur Jessica Rossi (* 1992), Sportschützin
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Emilia-Romagna