i/o ist ein Studioalbum des englischen Singer-Songwriters und Rock-Musikers Peter Gabriel. Das vollständige Album wurde am 1. Dezember 2023 erstmals auf physischen Tonträgern veröffentlicht, nachdem vom 6. Januar bis zum 27. November 2023 bereits alle Titel als Singleauskopplung erschienen waren.
Hintergrund i/o ist Gabriels zehntes bzw. sein achtes Studioalbum mit Originaltiteln, die keine Filmmusiken oder andere Auftragsarbeiten sind, sein dreiundzwanzigstes eigenständiges Album insgesamt und sein erstes komplettes Album mit neuem Originalmaterial seit über 21 Jahren seit seinem Album Up von 2002. Die Lieder des Albums waren bis zum 30. November 2023 zunächst nur bei Musik-Streaming-Plattformen und zum Download einzeln zu den jeweiligen Terminen des Vollmondes erhältlich, erschienen am 1. Dezember 2023 dann aber auch auf CD, Audio-Blu-Ray, und Vinyl.
Seine vorherigen Alben Scratch My Back, New Blood, Rated PG und Flotsam and Jetsam enthielten altes Material, wie Coverversionen, neue Arrangements seines älteren Materials, Zusammenstellungen von Liedern aus Soundtracks bzw. B-Seiten von Singles und andere Raritäten.
Entstehung Nach der Secret World-Tournee von 1993 bis 1994 verbrachte Gabriel einen Großteil der 1990er Jahre mit dem Schreiben neuen Materials und schrieb Berichten zufolge über 130 Songs, von denen zehn für das Album Up von 2002 ausgewählt wurden. 2002 sagte er, dass ein Nachfolgealbum mit dem vorläufigen Titel I/O (das war auch ein früher vorgesehener Name für das Album Up) irgendwann 2003 oder 2004 erscheinen sollte. Die Tourneen Growing Up und Still Growing Up von 2002 bis 2004 sowie Gabriels weitere neue Projekte verschoben I/O jedoch weit in die Zukunft.
Nach einem Artikel der Zeitschrift Rolling Stone aus dem Jahr 2005 hatte Peter Gabriel 150 Lieder in verschiedenen Stadien, an denen er mit dem Tontechniker Richard Chappell und dem Schlagzeuger Ged Lynch arbeitete. Gabriel sagte, er habe „versucht, hauptsächlich über Geburt und Tod zu schreiben, mit dem Sex in der Mitte“. In dem Interview sprach er über die Idee, vor der Aufnahme und Veröffentlichung des Albums auf Tournee zu gehen, sowie über eine mögliche Tournee nur mit ihm selbst, einem Schlagzeuger und einem Bassisten. Gabriel konzentrierte sich kurz darauf auf das 2010 erschienene Cover-Album Scratch My Back und das 2011 erschienene Orchester-Album New Blood.
Im März 2012 gab Gabriel bekannt, dass er an zwölf Ideen für neue Lieder gearbeitet habe. In einem Interview mit dem Rolling Stone aus dem Jahr 2013 erwähnte er, dass er zwanzig Lieder in Arbeit habe, und sagte: „Es hat sich wahrscheinlich nicht annähernd so viel bewegt, wie ich es mir in der Zwischenzeit gewünscht hätte. Die Lieder sind immer noch da, aber einige von ihnen würde ich jetzt neu machen und es gibt auch einige neue Sachen.“ Während der Back to Front Tour von 2012 bis 2014 spielten Peter Gabriel am Klavier und Tony Levin an der Bassgitarre einen damals unfertigen Song mit dem Titel Daddy Long Legs bzw. O But (auch Oh But). Dieses Lied wurde am 7. März 2023 unter dem Namen Playing for Time veröffentlicht. Im Jahr 2014 sagte Gabriel, dass er an einigen tanzorientierten Songs arbeitete, weil „es für mich sehr einfach ist, in melancholisches Zeug zu verfallen“. Außerdem sagte er, dass er an einem Lied namens Here Comes Love arbeitete, sowie an einem weiteren Lied mit dem Arbeitstitel In and Out (der später in den Titeltrack i/o des Albums i/o umbenannt wurde). In einem Konzert in Italien führte er ein weiteres unveröffentlichtes Lied mit dem Namen What Lies Ahead auf. Während der Jahre 2014 und 2015 postete Gabriel immer wieder in den sozialen Medien über die Arbeit an dem neuen Album an der Seite von Ged Lynch und Richard Chappell. Auf der Rock Paper Scissors Tour im Jahr 2016 mit Sting probierte er vier bis dahin unveröffentlichte Songs aus, darunter auch Love Can Heal. Im März 2018 teilte Gabriel auf Facebook mit, dass sich das neue Album in der Comping-Phase befinde.
Im April 2019 erwähnte Peter Gabriel, dass er eine Pause von der Musik genommen hatte, um sich um seine damals kranke Frau Meabh zu kümmern, kehrte aber zurück, als sie sich vollständig erholt hatte. Er sagte, er arbeite an etwa 50 Ideen, mit der Absicht, die Lieder bis Ende 2019 fertigzustellen, um sie Anfang des darauffolgenden Jahres aufzunehmen. Im März 2020 sagte Gabriel dann, dass er an einem Song über das Altern arbeite, der den Titel So Much trägt. Im Juli 2020 sagte Gabriel: „Ich bin aufgeregt über das, was im Moment entsteht - ich wurde durch den Lockdown ziemlich gebremst, wir konnten Dickie (=Richard Chappell), meinen Ingenieur, nicht hier haben - aber ich habe genug Songs, die mir gefallen, um eine Platte zu machen, auf die ich stolz bin.“
Im Oktober 2021 sagte Peter Gabriel, dass er und seine Band kürzlich an 17 Songs im Studio gearbeitet hätten. Später im Monat erwähnte er, dass er vor zwei Wochen im Studio gewesen sei und mit seiner „üblichen“ Band 23 Songs aufgenommen habe. Im Laufe des folgenden Jahres postete Gabriel in den sozialen Medien eine Reihe von Fotos, auf denen er, Manu Katché, Tony Levin und David Rhodes im Aufnahmestudio zu sehen waren. Im Juni 2022 sagte Manu Katché, dass das Album fast fertig sei.
mini|200px|Gabriel in Denver während der i/o The Tour, 2023 mini|200px|Gabriel ließ sich von der Astronomie inspirieren, als er die einzelnen Songs des Albums im Jahr 2023 vorstellte. Der Titel des Albums i/o steht für „input/output“, ist aber auch der Name des Mondes Io des Planeten Jupiter. mini|200px|Der Ambient-Musiker Brian Eno leistete wichtige Beiträge zum Album i/o Am 8. Dezember 2022 gab Peter Gabriel offiziell bekannt, dass er nach fast 20 Jahren der Vorfreude und nach insgesamt 27 Jahren und acht Monaten Entwicklungszeit bereit sei, ein neues Album zu veröffentlichen, und organisierte sein Team, um mit der neuen Musik auf Tournee zu gehen. i/o the Tour führte 2023 durch Europa und Nordamerika. Gabriel gab diesmal an, dass er 20 mögliche Songs für das Album habe. i/o steht nicht nur für input/output (=Eingabe und Ausgabe), sondern ist auch der Name des Mondes Io des Planeten Jupiter.
Peter Gabriel sagte, dass das Album „in seinen Ohren“ von Titel zu Titel „sehr unterschiedlich“ klingt.
Bei dem WOMAD-Festival 2023 in Charlton Park wurde am 28. und 29. Juli 2023 erstmals das komplette Album in einer „immersive listening session“ in voller Länge im Luke Jerram Studio's The Museum of the Moon in Hans-Martin Buffs Dolby Atmos-Mix gespielt. Dadurch wurde erstmals die komplette Trackliste des Albums bekannt, deren Reihenfolge der der späteren Vinyl-Versionen entsprach. Es waren genau die Titel deren Artwork zuvor im Tourprogramm der i/o The Tour vorgestellt wurde. Damit war klar, dass What Lies Ahead nicht Teil des Albums sein würde. Das Album würde nach den damaligen Angaben der Besucher ca. 65–68 Minuten lang sein und insgesamt 12 Titel umfassen. Ende Juli 2023 lagen noch keine Infos zu dessen Coverfoto vor. Es gab bis dahin auch noch keine Albumankündigung oder Aussagen, wann man das komplette Album als physischen Tonträger kaufen können wird.
Am 13. Oktober 2023 veröffentlichte das britische Mojo-Magazin neue Infos zu dem kommenden Album i/o von Peter Gabriel. Dieses wurde für den Dezember 2023 als „echtes“ physisches Album mit 12 Titeln auf Tonträgern angekündigt. Bis zu diesem Zeitpunkt standen dann alle zwölf Titel des Albums auch bereits in digitaler Form zur Verfügung. Die Art der Formate war zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Außerdem sagte Gabriel, dass er nach den Konzerten der i/o The Tour im Jahr 2023 zunächst für „6 Monate ein Familienmensch sein wird“, bevor er sich dann wieder der Musik widmen wird. Er sagte: „Da ist noch mehr Musik im Köcher und ich werde dies wahrscheinlich zu anderen Vollmonden veröffentlichen“. Das wurde von ihm in seinem Full Moon Update zum Vollmond im November 2023 bestätigt. Ob es 2024 noch weitere Konzerte der i/o-Tour geben würde, wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt gegeben.
Am 18. Oktober 2023 wurde von petergabriel.com per Newsletter der 1. Dezember 2023 als Veröffentlichungsdatum des vollständigen Albums in physischer Form und als Download bekannt gegeben.
In einem am 2. Dezember 2023 im Spiegel veröffentlichten Interview sagte Gabriel, dass er für das nächste Album keine zwanzig Jahre brauchen würde und aktuell zwei verschiedene „Gerichte“ im Ofen hätte. Er würde weiterhin das Album-Format gegenüber einzelnen Songs oder sogar nur Teilen davon bevorzugen. Den Inhalt von i/o sah er als Folge einer Lebenshaltung als realistischer Optimist. Die Veröffentlichung der Songs von i/o zu den ersten 12 Vollmonden des Jahres 2023 begründete er damit, dass die Menschen wegen der Technologie vergessen haben woher sie kommen. Er würde eine Fusion aus Natur und technischem Fortschritt bevorzugen.
Nach der Veröffentlichung des Album i/o blieb das Bandcamp-Abonnement bestehen. Im Dezember 2023 war geplant in einer Pause Material aus dem Archiv auf Bandcamp zu veröffentlichen und im Laufe des Jahres 2024 weitere neue Titel zu bringen. Weitere Details waren zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt.
Veröffentlichung Gabriel kündigte am 6. Januar 2023 an, dass er zu jedem Vollmond eine neue Single aus dem Album i/o veröffentlichen würde und dass er dieses Veröffentlichungsformat bis zum Ende fortsetzen würde, wenn er genug Ausdauer hätte, um dies bis dahin durchzuhalten. Gabriel sagte dazu: „Es ist ein bisschen so, als würde man jeden Monat ein Lego-Steinchen bekommen.“
Er veröffentlichte jedes Mal auch alternative Mischungen für jeden Titel, um den jeweiligen Abmischtechniker hervorzuheben. Diese erschienen an den jeweiligen Neumonden des Jahres. Gabriel sagte: „Anstatt nur einen ihrer Mixe zur Veröffentlichung auszuwählen, habe ich beschlossen, dass die Leute in der Lage sein sollten, all die großartige Arbeit zu hören, die sie beide leisten.“ Die Mixe von Mark ‚Spike‘ Stent wurden jeweils als Bright-Side Mix bezeichnet, während Tchad Blakes Mixe jeweils Dark-Side Mix genannt wurden. Ob zuerst der Bright-Side Mix oder zuerst der Dark-Side Mix veröffentlicht wurde, änderte sich von Song zu Song. Alle Titel wurden zusätzlich jeweils in einem dritten alternativen Mix in Dolby Atmos veröffentlicht, der als In-Side Mix bezeichnet wurde und von Hans-Martin Buff in dem Red Room der Real World Studios und im Aural Majority Pad in Boofland erstellt wurde und jeweils an den Neumonden gleichzeitig mit dem jeweiligen Gegenstück zum Hauptdatum an den Vollmonden erschien.