Urs W. Saxer (* 1957 in Zürich) ist ein Schweizer Anwalt und Universitätsprofessor.Lebenslauf von Prof. Dr. Urs Saxer. Universität Zürich, 5. September 2019, abgerufen am 8. April 2023. Er ist Präsident der Stiftung Nietzsche-Haus in Sils Maria. und war bis 2026 Präsident des Institutsrates der Zurich Law School.Prof. Dr. iur. Urs Saxer zum Präsidenten des Institutsrats der ZLS gewählt. Zurich Law School, 17. Januar 2023, abgerufen am 8. April 2023.

Leben und Wirken Urs Saxer studierte nach der Matura Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und erlangte 1981 das Lizenziat. Von 1982 bis 1984 war er Assistent bei Dietrich Schindler am Institut für Völkerrecht und ausländisches Verfassungsrecht. 1987 erfolgte dort die Promotion mit einer Dissertation unter dem Titel Die Grundrechte und die Benutzung öffentlicher Strassen.

Das Anwaltspatent des Kantons Zürich wurde ihm 1988 erteilt. Nachdem einer Anwaltstätigkeit in einer Zürcher Wirtschaftskanzlei studierte er an der Law School der Columbia University in New York City und schloss 1991 mit dem Master of Laws (LL.M.) ab. Zurück in der Schweiz, war er als selbstständiger Anwalt und ab 1992 als Lehrbeauftragter an der Universität Zürich tätig, wo er sich im Jahr 2000 für Völkerrecht, Staatsrecht, Verwaltungsrecht und Medienrecht habilitierte. In dieser Zeit war er auch Dozent an der Universität St. Gallen und an der Universität Basel in den Fächern Völkerrecht, Recht der internationalen Organisationen und Öffentliches Recht sowie von 2001 bis 2005 Dozent für Völkerrecht an der ETH Zürich. 2008 wurde er an der Universität Zürich zum Titularprofessor ernannt. Er ist Mitglied des Schindler Centre for International Law der Universität Zürich (früher: Institut für Völkerrecht und ausländisches Verfassungsrecht).

Von August bis Dezember 2023 weilte Saxer für einen Forschungsaufenthalt als Visiting Fellow am Lauterpacht Centre for International Law in Cambridge (UK). In den Jahren 2024 bis 2026 war er mehrmals zu Forschungszwecken am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg, im Juni 2026 auch in Paris. Am 20. Mai 2026 hielt er in der Aula der Universität Zürich seine Abschiedsvorlesung.

Saxer ist Partner des Rechtsanwaltsbüros Steinbrüchel Hüssy in Zürich sowie Mitglied diverser Verwaltungs- und Stiftungsräte.

Medienkommentare Saxer vertritt oft seine Standpunkte zu aktuellen und auch kontroversen Themen in den Medien. Er äussert sich auch regelmässig zu medien- und völkerrechtlichen Problemstellungen und zu staatspolitischen Fragen.

Im Vorfeld der Abstimmung über den Auftrag des Schweizer Radio und Fernsehens (SRF) wurde seine Stellungnahme bezüglich Aufgabe des Service public kritisiert.Christian Müller: Service public: der Professor liegt falsch. In: Infosperber. 7. Juni 2015, abgerufen am 8. April 2023. Im Streit um die Tarife im Schweizer Gesundheitswesen (Tarmed/Tardoc)Christoph Meier: Rechtsprofessor kritisiert Santésuisse. In: medinside.ch. 10. September 2019, abgerufen am 8. April 2023. erfolgte zeitnah eine Replik durch Santésuisse.Christoph Meier: Replik: Rechtsprofessor kritisiert Santésuisse. In: medinside.ch. 11. September 2019, abgerufen am 8. April 2023. In Zusammenhang mit der im März 2023 erfolgten Rettung der Schweizer Grossbank Credit Suisse äusserten zwei Rechtsprofessoren unterschiedliche Meinungen bezüglich des von der Schweizer Regierung genutzten Notrechts. Während Saxer die Auffassung vertrat, dass die Regierung nicht in einem rechtsfreien Raum gehandelt habe,Urs Saxer: Notrecht findet nicht im rechtsfreien Raum statt. In: Neue Zürcher Zeitung. 4. April 2023, S. 18. bezeichnete Peter V. Kunz das Vorgehen der weitgehenden Enteignung der Aktionäre der Credit Suisse als eines Rechtsstaats unwürdig. 2024 gehörte er zu den Mitinitianten des Manifests 'Neutralität für das 21. Jahrhundert', das eine zeitgemässe Neutralitätsinterpretation verlangt.Gegen das Zögern und Zaudern: Eine Gruppe Intellektueller proklamiert eine Neutralität für das 21. Jahrhundert, auf nzz.ch Im Vorfeld zur Abstimmung zur SVP-Neutralitätsinitiative 2026 zeigte er die Gefahren der Initiative für die Sicherheit der Schweiz auf. Ferner trat er zuweilen in der Politiksendung 'Arena' von SRF als Völkerrechtsexperte auf, so zum Beispiel zu den Konflikten in Gaza und in Südlibanon 2023/24.Die Angst vor dem grossen Krieg in Nahost, auf srf.ch

Weitere Tätigkeiten Von 2000 bis 2004 war er Präsident der Schweizer Sektion der Internationalen Juristenkommission Mitinitiant und Vorstandsmitglied des Forums Gesundheitsrecht Mitglied Fachgruppe Medienrecht des Verbands Schweizer Medien. Mitglied Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer Mitglied Deutsche Gesellschaft für Internationales Recht Mitglied Amerikanische Gesellschaft für internationales Recht Mitglied International Institute for Strategic Studies, London 2021 bis 2026: Verwaltungsratspräsident der Publicom AG, ZürichStefan Thommen: Urs Saxer ist Verwaltungsratspräsident der Publicom AG. In: publicom.ch. 8. Juli 2021, abgerufen am 8. April 2023. Von 2023 bis 2026: Präsident des Institutsrates der Zurich Law School. Bei seiner Ernennung am Institut für Rechtswissenschaften wurde Saxer als renommierter Anwalt und Akademiker gewürdigt, welcher die Welt der Praxis und der Wissenschaft auf höchstem Niveau verbindet.

Veröffentlichungen Urs Saxer. Aktuelles. Website der Universität Zürich, 29. November 2022, abgerufen am 8. April 2023. Publications Urs Saxer auf ResearchGate, abgerufen am 8. April 2023. Von den Medien zu den Plattformen. Die Regulierung öffentlicher Kommunikation im Zeichen der digitalen Revolution. Mohr Siebeck, Tübingen 2023 (open access). The Law of Global and European Organisations, Springer 2025

Weblinks

Urs Saxer. Website der Kanzlei Steinbrüchel Hüssy Website Urs Saxer SCIL/UZH

Einzelnachweise

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