mini|hochkant|Hermine Ginzkey mini|hochkant|Exlibris von Ferdinand Schmutzer für Hermine Ginzkey Hermine Ginzkey (* 13. September 1864 in Maffersdorf; † 19. November 1933 in Görlitz) war eine österreichische Radiererin, Malerin und Zeichnerin.

Leben Hermine Ginzkey war eine Tochter des böhmischen Teppichfabrikanten Ignaz Ginzkey und dessen Ehefrau Julie Ginzkey, geb. Bergmann († 1909), die außerdem drei Söhne (darunter Wilhelm Ginzkey) und vier weitere Töchter hatten.Mittheilungen des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen. 25. Jg., Prag 1887, S. 321. Mit dem allenfalls über eine Urgroßmutter entfernt verwandten Dichter Franz Karl Ginzkey pflegte sie eine Bekanntschaft.

Ihre künstlerische Ausbildung erhielt Hermine Ginzkey bei den Malern (Josef ?) Zink in München, Hugo Charlemont in Wien sowie insbesondere dessen Bruder Eduard Charlemont in Paris, der auch eine Studienreise nach Italien mit ihr unternahm.

Sie lebte und arbeitete sowohl in ihrem Geburtsort Maffersdorf als auch einige Jahre in Wien, wo sie ein Atelier im Tuchlaubenhof im Bezirk Innere Stadt unterhielt. Es entwickelte sich zu einem Künstlertreffpunkt und Veranstaltungsort von privaten Kammermusikabenden, zu denen Ginzkey als Pianistin beitrug. Sie engagierte sich auch karitativ und erhielt 1916 das Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz mit Kriegsdekoration.

Ginzkey war Mitglied des Aquarellisten-Clubs des Wiener Künstlerhauses (ab 1899) sowie der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs VBKÖ (ab 1930) und nahm an Ausstellungen beider Organisationen teil. Weiters stellte sie unter anderem mehrfach im Salon Pisko aus, wo sie 1903 dreizehn ihrer Werke präsentierte. Kaiserin Zita kaufte zwei ihrer Radierungen (u. a. Darstellung des Ministeriums des Inneren) auf.

Neben der Malerei war Ginzkey auch als Innenarchitektin tätig. Sie starb nach langer Krankheit im Alter von 69 Jahren in einem Sanatorium in Görlitz.

Werk mini|hochkant|Hermine Ginzkey: Svatvečer (1906) mini|Signatur von Hermine Ginzkey Hermine Ginzkey machte zunächst als Landschaftsmalerin auf sich aufmerksam. Motive fand sie in ihrer Umgebung und der Architektur von Prag und Rom. Bei ihren oft als stimmungsvoll charakterisierten Landschaftsbildern bevorzugte sie die Jahreszeiten Spätherbst und Vorfrühling. Inspiriert durch eine Arbeit von Erich Veit und mit seiner Unterstützung wandte sie sich um 1915 der Radierung zu. Hierbei wählte sie häufig Wiener Motive (Karlskirche, Belvedere). Auch architektonische Zeichnungen gehören zu ihrem Gesamtwerk. Für die Stadt Münster entwarf sie eine plastische Ehrengabe. Zuletzt widmete sie sich vor allem dem Kopieren der Werke alter Meister.

Werke von Ginzkey befinden sich unter anderem in der Sammlung der Ungarischen Nationalgalerie. Die VBKÖ hält 25 ihrer Radierungen.VBKÖ Bestandsverzeichnis. In: skgal.org, abgerufen am 4. April 2023.

Werke (Auswahl) Solitude (antik gekleidetes Mädchen auf Waldwiese), Herbststudie, Mühlbach, 1902 bei Ausstellung Salon Pisko Bäume am Weiher, Gouache, Erlen, Feierabend (Bauernhaus mit Birke) und Abendfrieden, Kreide, 1903 bei Ausstellung Salon Pisko Birken am Waldesrand, Öl, 1904 bei Acht Künstlerinnen und ihre Gäste, Salon Pisko8 Künstlerinnen und ihre Gäste. Salon Pisko. Katalog. 1904, S. 13 (online) Baumstudie und Vorfrühling, Tempera, 1904 Ausstellung Aquarellisten-Club des Wiener Künstlerhauses Winterstudie, Fettstiftzeichnung, 1904 Ausstellung HagenbundKatalog der elften Ausstellung: März Juni 1904, S. 25 (online) Abend und Wolkenschatten, 1906 bei Acht Künstlerinnen und ihre Gäste, Salon PiskoKatalog 8 Künstlerinnen und ihre Gäste. 1906, S. 5, 9 (online) Svatvečer (Nachtwache), 1906, Öl auf Leinwand, 93 × 79,5 cm Tauwetter, 1907 Jahresausstellung im Rudolfinum, Prag Der Dorfheilige, Öl, Ankauf 1907 für Moderne Galerie, Baumgarten Prag Rosen, Öl, 1909 bei Acht Künstlerinnen und ihre Gäste, Salon PiskoKatalog 8 Künstlerinnen und ihre Gäste. 1909, S. 12 (online) Studie aus Lovrana, Öl, 1910 bei XXXVII. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession Motiv aus Brioni, 1912 Ausstellung VBKÖKatalog der dritten Ausstellung der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. 1912, S. 23 (online) Brandung Brioni, Aus dem Wimmbachtal, Dämmerung, Geburtshaus meines Vaters, Schloßpark, Feierabend, Gebirgsstudie, Jeschen, Birken, Kiefern, 1913 Ausstellung VBKÖ, WienKatalog Kollektivausstellung in den Ausstellungsräumen der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs. 1912, S. 3 (online) Villa des Freiherrn von Liebig und Herbst, 1913 Ausstellung Hotel Astoria, Wien Tempel des Constantin, Radierung, 75,5 × 52,8, Signatur „Hermine Ginzkey“; 1916, Bestand VBKÖ Belvedere Sphinx, Radierung, 45,7 × 70,7, Signatur „Hermine Ginzkey“, 1917, Bestand VBKÖ Ulrichshof, Radierung, 1925 Ausstellung Kunstgemeinschaft Burggarten Winterabend, Radierung in dunklem Türkis, 51,8 × 74,9, Signatur „Hermine Ginzkey“, Bestand VBKÖ

Ausstellungen (Auswahl) 1902, 1903: Salon Pisko, Wien 1903: Verein deutscher bildender Künstler in Böhmen, Galerie Miethke, Wien 1904, 1917: Aquarellisten-Club, Wiener Künstlerhaus 1904, 1906, 1909: Acht Künstlerinnen und ihre Gäste, Salon Pisko 1905: Hagenbund 1907: Rudolfinum, Prag 1910: Wiener Secession 1910, 1912, 1916: Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs 1913: Kollektivausstellung mit Franz Barwig, Alfred Buchta, Oskar Larsen und Karl Sterrer, Ausstellungsräume der VBKÖ, Wien 1922, 1925: Kunstgemeinschaft, Burggarten, Wien 1927: Wien und die Wiener, Messepalast Wien 2021: Die Frauen der Wiener Werkstätte, Museum für angewandte Kunst (MAK), Wien (mit Katalog)

Literatur

Ginzkey, Hermine. In: Heribert Sturm (Hrsg.): Biographisches Lexikon zur Geschichte der böhmischen Länder. Band 1: A – H. Collegium Carolinum, München 1979, ISBN 3-486-49491-0, S. 440 (online) Ginzkey, Hermine. In: Heinrich Fuchs: Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts: Ergänzungsband. Wien 1978, S. 133. Ginzkeyová, Hermina. In: Prokop Toman: Novy Slovník Československých Výtvarných Umělcu. Band 1. Prag 1947, S. 259.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Radierer (Österreich) Kategorie:Maler (Wien) Kategorie:Träger des Ehrenkreuzes II. Klasse für Verdienste um das Rote Kreuz Kategorie:Österreicher Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Frau