mini|Städte und Gemeinden im Kreis Lippe. Der Bergbau im heutigen Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen fokussierte sich auf Kohle, Erze und Massenrohstoffe wie Sand, Sandstein, Schotter, Tonminerale und Kalkstein.
Geologie Das Kreisgebiet ist relativ arm an Lagerstätten mit größerer, über die Grenzen hinausgehender Bedeutung. Der größte Teil des Kreisgebiets wird von Diluvialablagerungen im lippischen Teil des Weserberglands sowie in den Tälern von Werre und Bega gebildet. Im Teutoburger Wald treten Formationen des Jura (201 bis 145 mya) und der Kreide (145 bis 66 mya), im Weserbergland die der Trias (251,9 bis 201,3 mya) zutage.
Bodenschätze Hinweis: bezogen auf die Gebiete der heutigen Städte und Gemeinden sowie ihrer Ortsteile. Fossile Energieträger Braunkohle: Dörentrup, Wahmbeck Erdöl: Brakelsiek, Oerlinghausen Steinkohle: Oerlinghausen Erze und Mineralien Blei (Pb): Lügde, Oerlinghausen Eisen (Fe): Berlebeck, Lügde, Oerlinghausen, Schieder-Schwalenberg Kupfer (Cu): Lügde Schwefelkies (FeS2): Horn-Bad Meinberg, Hummersen Silber (Ag): geringe Vorkommen im Silberbachtal bei Horn-Bad Meinberg (1711/12) Steine und Erden Kalkstein: Augustdorf, Detmold, Kalletal, Lügde, Oerlinghausen Kies: Hiddesen, Kalletal, Lemgo Mergel: Bad Salzuflen, Lügde Sand: Bad Salzuflen. Dörentrup Kristallsand: Dörentrup Sandstein: Bad Salzuflen, Detmold, Horn-Bad Meinberg, Lemgo Ton: Dörentrup, Lage, Oerlinghausen
Fundorte Im Weserbergland sowie im Teutoburger Wald wird von zahlreichen Unternehmen der in bemerkenswerten Mächtigkeiten anstehende Kalkstein gewonnen und dann zum Teil für die Verwendung im Straßenbau gebrochen oder zu Dünge- oder Branntkalk verarbeitet. Dem Vorhandensein von Diluvialablagerungen ist es zu verdanken, dass aus Lehm schon in frühester Zeit Ziegel und Backsteine, sowie aus Schiefertonen hochwertige Klinker, Fußboden- und Wandplatten hergestellt wurden.
Augustdorf Im seit 1929 betriebenen „Kalkwerk Dörenschlucht“ () wird homogenes Kalksteinmaterial abgebaut und zu Schotter und Splitt aufbereitet.Produktpalette des „Kalkwerks Dörenschlucht“; abgerufen am 23. Dezember 2023.
Bad Salzuflen mini|Steinbruch südlich der Kirchheider Straße im Ortsteil Wüsten bei Voßhagen Das Bad Salzufler Stadtgebiet ist durchzogen von den Flussauen der Werre, Bega und Salze. Podsol- und Pseudogley-Braunerden herrschen als Bodentypen vor. Die Podsolböden befinden sich überwiegend auf Unterlagen aus dem Tertiär, die von Bruchfalten aus dem Mesozoikum durchzogen sind. Charakteristisch für Bad Salzuflen sind die an diesen Falten austretenden salzhaltigen Quellen, denen die Region den Namen „Heilgarten Deutschlands“ verdankt. Im heutigen Stadtgebiet wurde hauptsächlich Sand – Sandgruben unter anderem an der heutigen Bundesstraße 239 und beim Stumpfen Turm in Wüsten – und Sandstein, zum Beispiel im Steinbruch am Vierenberg, abgebaut.
Ort Jahr Gewerbe Betriebe Beschäftigte Ref. Bauerschaft Breden Steinbruch mind. 1 Bauerschaft Oberwüsten Steinbruch mind. 1 Salzuflen 1904 Steinbruch 4 71 Bauerschaft Unterwüsten Sandgrube mind. 2
Mergelgrube und Steinbruch am Vierenberg
Südöstlich der Landesstraße 535, zwischen Heuweg, Salzeweg und Hasenkanzel, liegt der ehemalige Steinbruch (). mini|Verpachtung des Steinbruchs am Vierenberg (1897 bis 1903)
Sonstige Bega-Sandbaggerei Küstermeier bei Hündersen In den Sandgruben beim Stumpfen Turm (/) wurden Feinsande und Kiese abgebaut.Foto und Beschreibung der Sandgruben beim Stumpfen Turm bei www.woiste.de; abgerufen am 17. Mai 2023. Steinbrüche südlich der Kirchheider Straße im Ortsteil Wüsten bei Voßhagen Steinbruch am Boberg im Ortsteil Wüsten; hier wurden in den 1970ern Calcit-Drusen gefunden Mergelkuhle im Ortsteil Wüsten bei Giershagen
Blomberg In dem am Südhang des Eggebergs gelegenen Steinbruch () nördlich der Blomberger Ortschaft Istrup wurden bis 1939 Straßenschotter und Werksteine für Hausfundamente gebrochen.
Detmold Das Stadtgebiet weist, wie der gesamte lippische Raum, eine große geologische Vielfalt auf. Südlich der Detmolder Innenstadt verläuft der Kamm des Osning, der zusammen mit dem Eggegebirge den langgestreckten Teutoburger Wald bildet. Der Osning ist aus kalkigen Sandsteinen der Trias aufgebaut, mit vielen Brüchen und Falten. Diese Zerklüftung ist ein Grund dafür, dass es in der Umgebung so viele Kurorte und Mineralwasserquellen gibt. Die Böden weisen eine mittlere bis sehr gute Qualität auf. Zum Ende der letzten Kaltzeit hin lagerte sich entlang des nördlichen Hangs des Teutoburger Waldes Mergelstaub ab und bildete Lösserden. Bis dorthin waren die Gletscher vorgedrungen. Vorherrschender Untergrund sind Sand- und Tonsteine aus dem Mesozoikum. Darauf befinden sich überwiegend Podsol-Braunerden und Pseudogley-Braunerden. Im nordwestlichen Stadtgebiet dominieren die Keuperhügel des Lipperlandes. In den höheren Lagen des Osningkamms besteht die Oberschicht aus Muschelkalk, in dem vielfach Fossilien zu finden sind. – Exponate zur Detmolder Geologie sind im Lippischen Landesmuseum ausgestellt oder befinden sich dort im Fundus.
Ein bekannter Geologe, der die Sandsteine des Teutoburger Waldes erforscht hat, war der Gymnasialprofessor Otto Weerth.
Grotenburg Der Teutoburgerwald-Sandstein, Typ Grotenburg, ist seit dem Jahre 2008 nicht mehr im Abbau und wurde auf der Grotenburg gewonnen. Der quarzitisch gebundenen Naturstein ist ein hellgrauer Sandstein mit bräunlicher Flammung. Er besteht aus 98 % Quarz sowie 2 % Gesteinsbruchstücken und akzessorischen Anteilen von Schwermetallen.Grimm: Denkmalatlas wichtiger Denkmalgesteine. Gestein Nr. 122 (siehe Literatur) Er ist durch seine Quarzbindung sehr verwitterungsbeständig.
Steinbruch Bentrup-Loßbruch mini|Im Steinbruch Bentrup-Loßbruch
Im Steinbruch wird Muschelkalk aus der Zeitepoche der Trias abgebaut und zu Splitt, Baustoffgemischen, Mauersteinen, Gabionen, Asphalt und Beton verarbeitet. Im Nordwestbereich des Bruchs findet eine Endeinlagerug von Boden-Aushub und Bauschutt statt. Die Bodendeponie nimmt Boden-Aushub und Bauschutt entsprechend Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) Z 1.1 ohne organische und sonstige Fremdstoffe an.Informationen der Schiewe GmbH & Co. KG; abgerufen am 22. April 2023.
Sonstige Steinbruch Freise Kiesgrube Kater in Hiddesen Mordkuhle in Hiddesen Im seit 1929 betriebenen „Kalkwerk Dörenschlucht“ wird homogenes Kalksteinmaterial abgebaut und zu Schotter und Splitt aufbereitet.
Dörentrup mini|Dörentruper Sandgrube Weit über das Begatal hinaus bekannt ist die auf tertiäre Ablagerungen von Sanden und Tonen entwickelte Industrie im Raum Dörentrup. Die außerordentlich gute Beschaffenheit der Rohstoffe, gekennzeichnet durch ihre gleichmäßige Körnung und ihre chemische Reinheit, hat nicht nur zur Lieferung an auswärtige Glasindustrien geführt, sondern ein selbständiges Klinker- und Ziegelwerk mit hochwertigen Erzeugnissen entstehen lassen.
Dörentruper Sand- und ThonwerkeAus den Dörentruper Sand- und Thonwerken, deren Wurzeln bis zum Jahr 1873 zurückreichen, entstand die CB-Holding als Mutterfirma der Firmen Dörentrup Quarz, Dörentrup Feuerfest-Produkte und Dörentrup Ceramic.Eigendarstellung des Unternehmens auf der Firmenhomepage, abgerufen am 16. März 2010 Lippische Thonwarenfabrik mit der Tongrube „Bärenort“ Steinbruch Maibolte Braunkohle-Tagebau: Bei Dörentrup wurden seit Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1940er Jahre kleine Mengen Braunkohle im Tagebau gewonnen. Im Wesentlichen wurden diese für den Betrieb der „Dörentruper Sand- und Thonwerke“ verbraucht.
Extertal Das Gemeindegebiet liegt auf der Nordflanke der Pyrmont-Piesberger-Achse. Weitflächig stehen leicht nach Norden einfallende Schichten des Mittleren und Oberen Keupers an. Aus dem Mittleren Keuper (km) sind überwiegend Mergelgesteine überliefert. Dieses Gestein entstand aus vor rund 200 Millionen Jahren während der Oberen Trias abgelagerten Flachwassersedimenten. Bei einer zwischengeschalteten Sandsteinschicht, dem Schilfsandstein, handelt es sich um die Ablagerung eines riesigen Flusssystems. Die Keupermergel wurden in zahlreichen Mergelgruben abgebaut und dienten dem Kalken der mageren Äcker. Aus den Sandsteinen wurden Bruchsteine gewonnen. Der Obere Keuper (ko) ist von Ton- und Sandsteinen geprägt. Die Sandsteine sind überwiegend Quarzsandstein und somit sehr verwitterungsresistent. Diese Schichten bedecken weite Flächen und schützen sie vor Erosion. Die Sedimente des Oberen Keupers entstanden im Zuge einer Meerestransgression. Die Tonsteine des Oberen Keupers werden als Rohstoff für die Ziegelherstellung genutzt. Nur im Schutze von Mulden und Gräben im Zentrum des Extertals sind an einigen Stellen (Bösingfeld-Asmissen und Silixen) Tonsteine des Unteren Jura (Lias) erhalten geblieben. Die letzte Eiszeit hat deutliche Spuren im Extertal hinterlassen. Während der Saalekaltzeit kam es zu einem Vorstoß des Wesergletschers bis nahe an den Südrand des Gemeindegebietes. In den Mulden und Bachtälern in Extertal bedecken stellenweise mehrere Meter mächtige Lockergesteine des Eiszeitalters die oben beschriebenen Festgesteinsuntergrunde. Zu den Lockergesteinen zählen der Löss (durch äolische Prozesse angetragen), die Grundmoräne (Reste eiszeitlicher Gletscher) sowie der Kies und Sand im Tal der Exter. Der Ton wird bei Silixen für eine Ziegelei abgebaut – früher wurde der Ton in weiteren Gruben abgebaut. In den Baggerseen der Gemeinde wurden Kies und Sand abgebaut. Der Sandstein wurde ehemals in kleinen Steinbrüchen gewonnen.
Steinbruch Alverdissen
Horn-Bad Meinberg Externsteine Bei den Externsteinen wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Bergwerk zum Abbau von Schwefelkies errichtet, doch schon 1708 legte der aus Clausthal stammende Bergsyndikus Knorr ein niederschmetterndes Gutachten vor: „Es gibt Erze, so keinen blanken Schein oder Glantz an sich haben und doch guth sind; hingegen ist nicht alles guth was gläntzet …“
Velmerstot Der Sandsteinbruch „Silberort“ () liegt an der Velmerstot bei Horn-Bad Meinberg im südöstlichen Teutoburger Wald und wird seit 2008 nicht mehr abgebaut. Es handelt sich um einen hellgrauen, teilweise braun-gebänderten Sandstein aus dem Neokom, der teils tonig und teils quarzitisch gebunden ist. Er besteht aus 85 % Quarz, 13 % Gesteinsbruchstücken und 2 % Feldspat, daneben treten Muskovit und Schwermetalle akzessorisch auf.Grimm: Denkmalatlas wichtiger Denkmalgesteine. Gestein Nr. 121 (siehe Literatur) Verbaut wurde dieser Sandstein bei Massivbauten, Fassaden, Portalen und Denkmälern wie dem Fürstlichen Residenzschloss, dem Landestheater und dem Amtsgericht in Detmold sowie dem Rathaus in Horn-Bad Meinberg.
Kalletal mini|Steinbrüche Talle Im Lipper Bergland um Kalletal befinden sich im Bereich der Muschelkalkgesteine inselartig Braunerden in Verbindung mit Rendzina. Der Kiesabbau im Wesertal hinterließ einige Baggerseen im Norden der Gemeinde. Ein alter Kalksteinbruch in Bavenhausen zeugt vom ehemaligen Abbau des Muschelkalks.
Steinbrüche Talle In den beiden Taller Steinbrüchen wird Kalksandstein abgebaut.
Der nördliche, 17 Hektar große und bis zu 90 Meter tiefe Steinbruch wird von der Firma Hermann Vollmer betrieben, um Schotter- und Splittmaterialien für den Tief- und Straßenbau zu produzieren. Nach Abbauende soll der Steinbruch Lebensraum für seltene Tiere werden.Steinbruch zwischen Talle und Kirchheide wird ab 2020 verfüllt. In: lz.de
Der südliche Steinbruch wird seit 2000 von der Firma Schiewe betrieben.Internetauftritt der Schiewe GmbH & Co. KG
Sonstige Kalksteinbruch in Bavenhausen Kieswerke Erder-Weser, Stemmen Weserkieswerk Varenholz
Lage