miniatur|Ehrengrab von Alois Theodor Sonnleitner am Perchtoldsdorfer Friedhof Alois Theodor Sonnleitner, eigentlich Alois Tlučhoř (* 25. April 1869 in Daschitz bei Pardubitz, Böhmen; † 2. Juni 1939 im Wilhelminenspital, Wien) war ein tschechisch-österreichischer Pädagoge und Schriftsteller.

Leben Tlučhoř entstammt einer böhmischen Bauernfamilie. Seine Schulzeit erlebte er am Gymnasium Melk. In Wien studierte er Philologie und Pädagogik und beendete seine Ausbildung mit der Promotion zum Dr. phil.Potentielle Willensfreiheit und Suggestion des Objekts. Dissertation. Wien s. a., Signatur: D 34, Nominalkatalog bis 1931 (sogenannter Bandkatalog), UB Wien. Die Arbeit dürfte 1924 wieder/neu aufgestellt worden sein. – Siehe: Katalogzettel Schlagwortkatalog bis 1931, UB Wien, sowie OBV.

Seinen Beruf übte er an einer Bürgerschule in Wien aus, anfangs als Fachlehrer, später als Direktor dieser Schule.

Er wurde in einem Ehrengrab am Perchtoldsdorfer Friedhof (Gruppe 2B, Nummer 32) bestattet.

Pseudonym Tlučhoř wählte sein Pseudonym Sonnleitner in Anlehnung an seinen Wohnsitz „Auf der Sonnleite“ in Perchtoldsdorf. Im Buch Die Höhlenkinder stellt er sich als Nachfahr seiner Figuren dar.

Leistungen Neben pädagogischen und sozialpolitischen Schriften veröffentlichte Tlučhoř Gedichte und Märchen, international bekannt wurde er jedoch unter seinem Pseudonym A. Th. Sonnleitner mit seiner, auch verfilmten Trilogie Die Höhlenkinder.

Die Jugendbuch-Trilogie besteht aus den Bänden Die Höhlenkinder im Heimlichen Grund, 1918.

Die Höhlenkinder im Pfahlbau, 1919.

Die Höhlenkinder im Steinhaus, 1920.

Neuauflagen der Trilogie sind auch heute noch (2014) im Buchhandel.

Weitere Bücher sind die drei Koja-Bände und die drei Hegerkinder-Bände: Kojas Wanderjahre Kojas Waldläuferzeit Kojas Haus der Sehnsucht, erster und zweiterwähnter sind Vorgeschichten zum Haus der Sehnsucht (erstaufgelegt 1923); alle sind erschienen bei Kosmos Naturfreunde Verlag Franckh, Stuttgart. Die Hegerkinder von Aspern; Die Hegerkinder in der Lobau; Die Hegerkinder im Gamsgebirge (Alle drei 1923–1926 mit Bildern von Franz Roubal; Umschlagbild von Ernst Kutzer). Deutscher Verlag für Jugend und Volk, Wien (u. a.). Dr. Robin-Sohn. Jungen und Alten erzählt. Franckh’sche Verlagshandlung, Stuttgart 1929.

Literatur

Gero von Wilpert: Deutsches Dichterlexikon. Biographisch-bibliographisches Handwörterbuch zur deutschen Literaturgeschichte (= Kröners Taschenausgabe. Band 288). 2., erweiterte Auflage. Kröner, Stuttgart 1976, ISBN 3-520-28802-8, S. 660. Klaus Doderer (Hrsg.): Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Bd. III, S. 411–413, Verlag Beltz, Weinheim und Basel 1979, ISBN 3-407-56513-5. Carl Ludwig Lang (Hrsg.): Deutsches Literaturlexikon, Bd. 18, S. 314, Verlag K.G.Saur, Bern und München 1998, ISBN 3-907820-23-1. Rolf Marbach: A. Th. Sonnleitner als österreichischer Reformpädagoge. Eine Untersuchung aus Anlass seiner Jugendschrift „Die Höhlenkinder“, DDD, Dr. und Verl, Darmstadt 1996 (= Pädagogische Reihe, Band 1), ISBN 3-931713-25-3. Christa Singer: Perchtoldsdorfer Literaten: Alois Th. Sonnleitner 1869–1939. In: Perchtoldsdorfer Rundschau 08-09.2013, S. 4. Gregor Gatscher-Riedl: Sonnleitnergasse, Dr. Alois. In: Perchtoldsdorfer Rundschau 1-2/2003, S. 9.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Autor Kategorie:Pseudonym Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Literatur (Österreich) Kategorie:Schriftsteller (Wien) Kategorie:Kinder- und Jugendliteratur Kategorie:Person (Märchen) Kategorie:Lyrik Kategorie:Pädagoge (19. Jahrhundert) Kategorie:Pädagoge (20. Jahrhundert) Kategorie:Person (Cisleithanien) Kategorie:Person (Perchtoldsdorf) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1869 Kategorie:Gestorben 1939 Kategorie:Mann