mini|Wertseite der 5-Kuna-Probemünze aus dem Jahr 1934 mit dem Emblem der Ustascha (weitere Fotos siehe Weblinks). Die 5-Kuna-Probemünze aus dem Jahr 1934 ist eine Probeprägung mit Münzcharakter, die von der Ustascha-Bewegung im politischen Exil in Italien herausgegeben wurde. Die Herausgabe der Silbermünze diente der Propaganda und möglicherweise sollte damit auch die noch nicht eingeführte Währung Kuna als Komplementärwährung etabliert werden. Im Herausgabejahr verübte die Ustascha gemeinsam mit der Innere Mazedonische Revolutionäre Organisation (IMRO) das Attentat auf König Alexander I. von Jugoslawien (1888–1934).

Geschichte Der Ustascha-Führer Ante Pavelić (1889–1959) vereinnahmte die Idee der Währung Kuna für sich und schrieb in seinen Memoiren:

Die Autoren der Literatur über die 1934 geprägte 5-Kuna-Probemünze kamen zu unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Schlüssen. Die in Belgrad aufbewahrten Originaldokumente, die im Kroatischen Staatsarchiv auf MikrofilmHrvatski državni arhiv, mikrofilm D-2250 (ZM 53B/130) (MF : 130) (181) zugänglich sind, geben Aufschluss über viele Einzelheiten der Aktivitäten der Ustascha-Bewegung in Italien, die darauf abzielten, die Währung Kuna (unterteilt in 100 Banica), tatsächlich einzuführen. Das Ustascha-Hauptquartier veröffentlichte 1934 Bestimmungen über die Gründe für die Einführung der Währung. Diese Bestimmungen beschrieben auch die 5-Kuna-Münze, brachten eine Liste der Wechselkurse mit den wichtigsten Weltwährungen der damaligen Zeit und legten die genaue Bezahlung in Kuna für Beamte, Priester und Militär- und Verwaltungsbeamte fest. Die Schlussfolgerung ist, dass die Münzen wirklich 1934 geprägt wurden, nicht zum Gedenken an die Ermordung von König Alexander I., sondern als erster Schritt zur Einführung der neuen Währung, zuerst unter den Mitgliedern der Ustascha-Bewegung und dann, in noch unbestimmter Zukunft, in Kroatien selbst. Andererseits belegen Dokumente, dass mit diesem Geld keine Käufe oder Verkäufe getätigt wurden und Gehälter trotz detaillierter Anweisungen nicht in Kuna gezahlt wurden, sondern Mitglieder der Ustascha-Bewegung die Münzen als Souvenirs kauften. Die weitere Produktion von Kunas und Banicas wurde durch die Reaktion Italiens auf die Ermordung von König Alexander I. verhindert, als Ante Pavelić interniert und später die Aktivitäten der gesamten Ustascha-Organisation verboten wurden.

Beschreibung Vorderseite Die Bildseite der Probemünze zeigt in der Mitte den historischen kroatischen Wappenschild. Unter dem Wappenschild links und rechts befinden sich jeweils drei Ähren. Am oberen und unteren Rand der Münze befindet sich die Umschrift ZA NEZAVISNU DRŽAVU HRVATSKU (Für den Unabhängigen Staat Kroatien), unterbrochen von zwei kroatischen Dreiblättern.

Rückseite mini|hochkant|Emblem der Ustascha auf der Wertseite: Der Großbuchstabe U für Ustaša, darin eine Granate mit dem historischen kroatischen Wappenschild.Historische Hintergründe und Ursachen des Kroatienkrieges 1991–1995. Nationalismus, ethnischer Konflikt und nationale (Des-)Integrationsprozesse. Boris Katić, Wien 2012, S. 85.

Die Wertseite zeigt in der Mitte den Nennwert 5 / KUNA, darunter das Ustascha-Emblem (Buchstabe U mit Granate). Unter dem Ustascha-Emblem befindet sich das Prägejahr 1934. Um den Rand liegt ein Band aus kroatischem Flechtwerk. Unterhalb des Flechtwerks, in der Mitte, befindet sich die Punze A (im Kreis) 900. Der Buchstabe A wird meist mit dem Punzierungsamt von Wien identifiziert. In der älteren Fachliteratur wird Ungarn als Prägeort genannt.DOLENEC 1993 (s. Literatur) Es wird jedoch vielfach darauf verwiesen, dass diese Annahme veraltet ist und der Prägeort Wien ist.

Technische Daten Die Probemünze hat einen Nennwert von fünf Kuna und besteht aus Silber mit einem Feingehalt von 900/1000. Sie hat einen Durchmesser von 23 Millimetern und einen geriffelten Rand. Das Gewicht wird mit 4,24 bzw. 4,25 Gramm angegeben.

Wechselkurs Der Wert der 5-Kuna-Münze in Bezug auf 13 Weltwährungen, sollte damals folgendem Wechselkurs entsprechen:MIKULAN 2015 (s. Literatur)

23,00 Jugoslawische Dinar 1,25 Schweizer Franken 6,50 Französische Franc 5,00 Italienische Lira 1,25 Reichsmark 10,85 Belgische Franc 2,30 Österreichische Schilling 2,00 Ungarische Pengő 10,20 Tschechische Kronen 33,00 Bulgarische Lewa 1,60 Argentinische Pesos 0,42 US-Dollar 0,41 Kanadische Dollar

Phantasieprägung Um das Jahr 1970 wurde vermutlich in Australien ohne jede Autorisierung eine Phantasieprägung mit der Wertangabe 50 Kuna hergestellt, jeweils in Kupfer bzw. Kupfer-Nickel (6,5 g), Silber (8,57 g) und Gold (11,8 g). Diese gleicht in der Gestaltung der Bild- und Wertseite, einschließlich einer mit 1934 fälschlichen Jahresangabe, sowie mit einem Durchmesser von 25 oder 26 Millimetern der 5-Kuna-Probemünze. Die Umschrift auf der Bildseite ist jedoch mit dem Wort HRVATSKAU statt HRVATSKU sowie der Abbildung eines Sternchens statt des kroatischen Dreiblatts in Grammatik und Darstellung fehlerhaft.

In den Medien In der 2018 erstmals ausgestrahlten dritten Episode der Krimalfilmreihe Der Kroatien-Krimi mit dem Titel „Mord auf Vis“, dient der vermeintliche Fund von tausend dieser 5-Kuna-Silbermünzen als Lockmittel für mehrfachen Mord.

Quellen

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Münzprägung Kategorie:Komplementärwährung Kategorie:Geschichte der Propaganda Kategorie:Kroatische Wirtschaftsgeschichte Kategorie:Silbermünze Kategorie:Ustascha Kategorie:1934