Die Playoffs um den Stanley Cup des Jahres 2023 begannen am 17. April 2023 und endeten am 13. Juni mit dem 4:1-Sieg der Vegas Golden Knights über die Florida Panthers. Die Golden Knights gewannen damit bei ihrer zweiten Finalteilnahme nach 2018 den ersten Titel ihrer noch vergleichsweise jungen Franchise-Geschichte. Zudem stellten sie mit Jonathan Marchessault den mit der Conn Smythe Trophy ausgezeichneten MVP sowie mit Jack Eichel den Topscorer der Playoffs. Die Panthers verloren ihr zweites Endspiel nach 1996 und sorgten zudem für das vierte Finale mit einer Beteiligung eines Teams aus Florida in Folge. Ferner waren in den Conference-Finals erstmals nur Teams aus dem Sun Belt vertreten.

Die Pittsburgh Penguins verpassten zum ersten Mal seit 2006 die post-season, sodass nach 16 aufeinander folgenden Playoff-Teilnahmen die längste aktive Serie dieser Art endete. Auch für die Nashville Predators und die Washington Capitals endete nach jeweils acht Playoff-Teilnahmen eine vergleichsweise lange Serie. Dem gegenüber qualifizierten sich die Seattle Kraken in ihrem zweiten Jahr erstmals für die Stanley-Cup-Playoffs, während die Buffalo Sabres ihren NHL-Negativrekord auf 12 Jahre in Folge ohne Playoff-Teilnahme ausbauten.

In der ersten Playoff-Runde wurden zum vierten Mal überhaupt sowie zum zweiten Mal in Folge über 50 Partien bestritten. Dabei wurden mit einem Verhältnis von 31:19 überwiegend Auswärtssiege eingefahren, was einen neuen NHL-Rekord darstellte.

Modus Nachdem sich aus jeder Division die drei punktbesten Teams sowie die zwei Wildcard-Teams der jeweiligen Conference qualifiziert hatten, starteten die im K.-o.-System ausgetragenen Playoffs. Die Divisionssieger trafen dabei in der ersten Runde auf die Wildcard-Teams der jeweiligen Conference, wobei der Divisionssieger mit den meisten Punkten auf das schlechtere der beiden Wildcard-Teams traf. Die übrigen Paarungen des Conference-Viertelfinals wurden divisionsintern unter den zweit- und drittplatzierten Teams ausgetragen.

Jede Conference spielte in der Folge im Conference-Viertelfinale, Conference-Halbfinale und im Conference-Finale ihren Sieger aus, der dann im Finale um den Stanley Cup antrat. Alle Serien jeder Runde wurden im Best-of-Seven-Modus ausgespielt, das heißt, dass ein Team vier Siege zum Erreichen der nächsten Runde benötigte. Das höher gesetzte Team hatte dabei in den ersten beiden Spiele Heimrecht, die nächsten beiden das gegnerische Team. Sollte bis dahin kein Sieger aus der Runde hervorgegangen sein, wechselte das Heimrecht von Spiel zu Spiel. So hatte die höher gesetzte Mannschaft in den Spielen 1, 2, 5 und 7, also vier der maximal sieben Spiele, einen Heimvorteil. Der Sieger der Eastern Conference wurde mit der Prince of Wales Trophy ausgezeichnet und der Sieger der Western Conference erhielt die Clarence S. Campbell Bowl.

Bei Spielen, die nach der regulären Spielzeit von 60 Minuten unentschieden blieben, folgte die Overtime, die im Gegensatz zur regulären Saison mit fünf Feldspielern gespielt wurde. Zudem endete sie durch das erste Tor (Sudden Death) und nicht, wie in der regulären Saison üblich, mit einem Shootout.

Qualifizierte Teams Eastern Conference Atlantic Division A1: Boston Bruins A2: Toronto Maple Leafs A3: Tampa Bay Lightning

Metropolitan Division M1: Carolina Hurricanes M2: New Jersey Devils M3: New York Rangers

Wild Cards EWC1: New York Islanders EWC2: Florida Panthers Western Conference Central Division C1: Colorado Avalanche C2: Dallas Stars C3: Minnesota Wild

Pacific Division P1: Vegas Golden Knights P2: Edmonton Oilers P3: Los Angeles Kings

Wild Cards WWC1: Seattle Kraken WWC2: Winnipeg Jets

Playoff-Baum

Conference-Viertelfinale Eastern Conference (A1) Boston Bruins – (EWC2) Florida Panthers Die Boston Bruins trafen in der ersten Runde als Sieger der Presidents’ Trophy auf die Florida Panthers und schieden dabei durch eine 3:4-Niederlage überraschend aus. Insgesamt war es erst das zweite Aufeinandertreffen beider Teams in den Playoffs nach 1996, das ebenfalls Florida für sich entschieden hatte. Aufgrund Bostons von Rekorden geprägter Hauptrunde (meiste Punkte und meiste Siege der NHL-Historie) wurden Vergleiche mit dem Sweep der Columbus Blue Jackets gegen die Tampa Bay Lightning in der ersten Runde der Playoffs 2019 angestellt. Für besondere Schlagzeilen sorgte naturgemäß das siebte Spiel, in dem Florida erst in der Schlussminute ausgleichen konnte und letztlich in der Overtime gewann. Die Serie insgesamt stellte sich ausgeglichen dar, wobei die Bruins mehr Tore als die Panthers erzielten (27:26). Offensiv überzeugte für Florida vor allem Neuzugang Matthew Tkachuk mit elf Scorerpunkten, während Tyler Bertuzzi und Brad Marchand für die Bruins auf je zehn Punkte kamen. Im Tor der Bruins blieb Linus Ullmark mit einer Fangquote von 89,6 % deutlich unter seinen Leistungen der Hauptrunde und wurde im entscheidenden siebten Spiel durch Jeremy Swayman (87,5 %) ersetzt. Nur unwesentlich bessere Leistungen zeigte derweil das Tandem der Panthers um Sergei Bobrowski (89,1 %) und Alex Lyon (90,2 %), wobei das Team auf Spencer Knight verzichten musste.

(A2) Toronto Maple Leafs – (A3) Tampa Bay Lightning Zwischen den Toronto Maple Leafs und den Tampa Bay Lightning kam es zur Wiederauflage der Erstrunden-Begegnung des Vorjahres und zum zweiten Playoff-Aufeinandertreffen beider Teams überhaupt, wobei sich die Maple Leafs mit 4:2 durchsetzten. Sie beendeten damit eine Negativserie von sieben Erstrunden-Niederlagen in Folge und konnten zugleich erstmals seit 2004 wieder eine Playoff-Serie für sich entscheiden. Offensiv überzeugten Mitchell Marner (11 Scorerpunkte) und Auston Matthews (9) für Toronto sowie Anthony Cirelli und Nikita Kutscherow (jeweils 6) für Tampa. Im Duell der russischen Torhüter hingegen zeigten sowohl Ilja Samsonow (90,0 % Fangquote) für die Maple Leafs als auch Andrei Wassilewski (87,5 %) für die Lightning eher unterdurchschnittliche Leistungen.

(M1) Carolina Hurricanes – (EWC1) New York Islanders Die Carolina Hurricanes und die New York Islanders trafen zum zweiten Mal nach 2019 aufeinander, was nun – nach einem 4:0-Erfolg für Carolina vor vier Jahren – mit einem 4:2-Sieg der Hurricanes einen ähnlichen Ausgang nahm. Abermals war Kapitän Sebastian Aho mit sieben Punkten bester Scorer der Hurricanes, gefolgt von fünf Vorlagen von Sommer-Neuzugang Brent Burns. Fünf Scorerpunkte erreichten bei den Islanders derweil nur Kyle Palmieri und Brock Nelson. Auf der Torhüterposition übertraf Ilja Sorokin (92,4 % Fangquote) von den Islanders zwar sein Gegenüber Antti Raanta (90,6 %), in der sechsten Partie allerdings wechselten die Hurricanes zu Frederik Andersen, der nur ein Tor zuließ, 97,1 % aller Schüsse parierte und die Serie somit letztlich für Carolina mitentschied.

(M2) New Jersey Devils – (M3) New York Rangers In der ersten Runde kam es in der Metropolitan Division zum Aufeinandertreffen der New Jersey Devils und der New York Rangers, wobei sich die beiden Rivalen bereits zum siebten Mal in den Playoffs gegenüberstanden, zuletzt im Conference-Finale 2012. In einer ausgeglichenen Serie (17:17 Tore) benötigte es die volle Distanz von sieben Spielen, um letztlich mit dem 4:3-Sieg der New Jersey Devils einen Sieger zu ermitteln – dies, obwohl die Rangers zwischenzeitlich bereits eine 2:0-Führung herausgespielt hatten. In einer vergleichsweise defensiv geführten Serie machten dabei vor allem die Torhüter den Unterschied, wobei New Jersey nach den ersten beiden Niederlagen von Vítek Vaněček (82,7 % Fangquote) auf den Schweizer Rookie Akira Schmid wechselte, der mit 95,1 % gehaltener Schüsse, einem Gegentorschnitt von 1,38 und zwei Shutouts herausragende Leistungen zeigte. Auch Igor Schestjorkin auf Seiten der Rangers verblieb mit einer Fangquote von 93,1 % überdurchschnittlich. Beste Scorer wurden Chris Kreider (9 Punkte) auf Seiten New Yorks sowie Erik Haula (6) auf Seiten New Jerseys.

Western Conference (C1) Colorado Avalanche – (WWC1) Seattle Kraken Die Colorado Avalanche traf als amtierender Stanley-Cup-Sieger in der ersten Runde auf die Seattle Kraken und musste dabei eine relativ überraschende 3:4-Niederlage hinnehmen. Für Seattle war es die erste Playoff-Teilnahme im zweiten Spieljahr des neu gegründeten Franchise und zugleich die erste seit 99 Jahren für die Stadt, als die Seattle Metropolitans um den Stanley Cup des Jahres 1924 antraten. In einer ausgeglichenen Serie, in der Colorado sogar mehr Tore als Seattle erzielte (19:18), war es letztlich unter anderem die Torhüterposition, auf der Philipp Grubauer (92,6 % Fangquote) für die Kraken den Unterschied gegenüber Alexander Georgijew (91,4 %) auf Seiten der Avalanche machte. Ferner überzeugte Seattle wie auch bereits in der Hauptrunde durch einen breit aufgestellten Kader, in dem nur zwei Feldspieler ohne Scorerpunkt blieben, gegenüber zehn auf Seiten Colorados. Zugleich stellte die Avalanche, die komplett auf Kapitän Gabriel Landeskog verzichten musste, mit Mikko Rantanen (10 Punkte; 7 Tore) den besten Scorer und Torschützen der Serie. Bester Scorer der Kraken wurde Yanni Gourde mit sechs Punkten.

(C2) Dallas Stars – (C3) Minnesota Wild In der ersten Runde trafen die Dallas Stars zum zweiten Mal in der Playoff-Historie auf die Minnesota Wild, was mit einem 4:2-Erfolg für Dallas den gleichen Ausgang nahm wie das erste Aufeinandertreffen in der ersten Runde der Playoffs 2016. Für die Wild bedeutete dies die siebte Erstrunden-Niederlage in Serie, was zu diesem Zeitpunkt – durch das zeitgleiche Weiterkommen Torontos – die längste aktive Negativserie dieser Art der Liga darstellte. Für Dallas überzeugten vor allem Roope Hintz, der mit zwölf Punkten bester Scorer der gesamten ersten Runde wurde, sowie Torhüter Jake Oettinger mit einer Fangquote von 92,9 % und einem Gegentorschnitt von 2,01. Für Minnesota hingegen erreichte kein Akteur mehr als sechs Scorerpunkte, während Filip Gustavsson im Tor (92,1 %; 2,33; Marc-André Fleury bestritt Spiel 2) durchaus ebenfalls überdurchschnittliche Leistungen zeigte.

(P1) Vegas Golden Knights – (WWC2) Winnipeg Jets Als Erster der Pacific Division trafen die Vegas Golden Knights zum zweiten Mal in der Playoff-Historie auf die Winnipeg Jets, was mit einem 4:1-Erfolg für Vegas den gleichen Ausgang nahm wie das erste Aufeinandertreffen im Conference-Finale der Playoffs 2018. Beste Scorer der Golden Knights wurden Kapitän Mark Stone und Chandler Stephenson mit jeweils acht Punkten, während offensiv für die Jets vor allem Verteidiger Neal Pionk mit sieben Vorlagen und Blake Wheeler mit sechs Punkten überzeugten. Auf der Torhüterposition übertraf derweil Laurent Brossoit sein Gegenüber mit einer Fangquote von 91,6 % deutlich, wobei Connor Hellebuyck (88,6 %) auch deutlich nicht an die Leistungen der Hauptrunde bzw. der letzten Jahre anknüpfen konnte.

(P2) Edmonton Oilers – (P3) Los Angeles Kings