mini|415x415px|Karl-Heinz Langowski (2010) (c) Heike Feddern/ Karl-Heinz Langowski (* 20. Dezember 1931 in Gelsenkirchen; † 13. Februar 2020 ebendort) war ein deutscher Maler, Zeichner und Plastiker. In seinen sozialkritischen Werken setzte er sich häufig mit dem Anteil des Menschen an der Umweltzerstörung auseinander. Als selbständiger Handwerksmeister gestaltete er seit den 1960ern künstlerische Innen- und Außenfassaden, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde.

Er beteiligte sich an über 100 Einzel- und Gruppenausstellungen, sowohl national als auch international. Neben seinen eigenen Projekten kooperierte Langowski mit weiteren Kollegen z. B. als Mitglied der „gfg gruppe für gestaltung“ um Rolf Glasmeier. Im Rahmen des „Cultural Village of Europe“ entstand in Wijk aan Zee das Projekt mit elf Künstlern aus elf Ländern: Een Zee van Staal.Een Zee van Staal, auf eenzeevanstaal.nl In Kooperation mit dem hiesigen Stahlwerk entwarfen und bauten die Künstler ihre Stahlskulpturen, die seitdem in den Dünen von Wijk aan Zee zu besichtigen sind. Langowski kam als Repräsentant Deutschlands. Seine Stahlskulptur in den Dünen trägt den Titel Die leeren Augen der Sprachlosigkeit.Een Zee van Staal (PDF; 0,6 MB), S. 16, auf eenzeevanstaal.nl, abgerufen am 5. Juni 2023

Wirken - „Politik ist immer der Ausgangspunkt meiner Arbeit“ Im Fokus seines Schaffens stand der Mensch, sein Handeln, seine Interaktion mit Mensch und Umwelt („Auftrag Erde“/). Umweltschutz war eines seiner starken Sujets. So verwendete er meist auch natürliche oder recycelte Materialien für seine Arbeiten, aber auch Beton und Plexiglas.

Von der konstruktiven Malerei, mit der er seine künstlerische Laufbahn begann, entwickelte er sich im Laufe der Jahre zu einem „kritischen Realisten“. Stellte er anfangs politische Themen, menschliches Schicksal und Leid bissig und satirisch in den Mittelpunkt seiner Arbeiten, so zeichnen sich seine Werke später durch ihre körperlosen Darstellungen aus: „Meine Bilder sind jetzt verschlüsselter; zwar wird weiterhin der Mensch thematisiert, aber das findet nicht mehr in sichtbarer Gestalt statt.“

Gemeinsam mit vielen anderen Künstler-Kollegen engagierte er sich für Naturschutz (z. B. „Kunstwiese“, 1986), „Kunst gegen den Krieg“ (1991, Libanon), für Flüchtlingsinitiativen (z. B. Kunstauktion der Künstlergruppe werkstatt, Gelsenkirchen (1992) / „Grenzenlos“), gegen „Neofaschismus und Ausländerfeindlichkeit“ (1989).

Der Kunsthistoriker Dr. Bernd A. Gülker, Bochum:

Einzel- und Gruppenausstellungen national und international (Auszug)

seit 1960 Jahresschau Gelsenkirchener Künstler 1962 Kunstkabinett Funke, Gelsenkirchen / Handwerkskammer, Bielefeld 1963 Kunstkabinett Funke, Gelsenkirchen / Kunstkabinett Schellberg, Duisburg 1964–1977 Ausstellungsbeteiligung als Mitglied des Gelsenkirchener Künstlerbundes 1966–1991 Ausstellungsbeteiligung als Mitglied: Jahresschau „Künstler des WBK“, Forum Essen 1966 Kunstkabinett Funke, Gelsenkirchen / Große Düsseldorfer Kunstausstellung Nominierung „Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen“ 1968 Große Düsseldorfer Kunstausstellung 1969 Große Düsseldorfer Kunstausstellung „Licht und Bewegung“, Städt. Kunstsammlung Gelsenkirchen Buchvitrine Junius, Gelsenkirchen 1970 Große Düsseldorfer Kunstausstellung 1971 Märkisches Museum, Witten Nominierung „Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen“ 1972 Große Düsseldorfer Kunstausstellung 1975 „8 Individualisten“. VHS, Herne 1977 Nominierung Kunstpreis der Stadt Gelsenkirchen Festhalle Städt. Gymnasium, Ahlen·/ „Wir“. Kunstverein Gelsenkirchen, VHS Gelsenkirchen 1978 „Realisten“. Kommunale Galerie Gelsenkirchen mit Halbroth, Leiacker, Stein / „Wir“. Die Insel, Marl „Schwarz-Weiß“ (Gegensätze). werkstatt, Gelsenkirchen-Buer / Galerie Brüggemannshof, Recklinghausen Wanderausstellung in den Städten Neviges, Albachten, Kleve, Wulfen / Internationaler Bocholter Kulturwettbewerb 1979 Forum, Essen mit Hermann-Josef Baldenbach 1980 Große Düsseldorfer Kunstausstellung / „6 Realisten im Ruhrgebiet“. Kunstverein Gelsenkirchen, Kommunale Galerie / Auktion für Amnesty International „Al“, Folkwangmuseum Essen 1981 „6 Realisten im Ruhrgebiet“. Kunstverein Gelsenkirchen, Galerie Schloß Strünkede, Herne / „6 Realisten im Ruhrgebiet“. Kunstverein Gelsenkirchen / VHS Maria Lindenhof, Dorsten 1986 Kabinett im Forum, Essen Exponata 86, Münster „Kunst in der Landschaft“, Kunstverein Gelsenkirchen/Presseamt Gelsenkirchen: Schloss Berge, Gelsenkirchen 1988 Galerie im Amtsgericht, Gelsenkirchen 1989 „Quintessenz“, 14 Jahre Kunst im Hans-Sachs-Haus, Gelsenkirchen 1990 „Mensch &Umwelt“. Kommunale Galerie, Gelsenkirchen / „Materie & Figur“. Mit Dietmar Jäkel, Kommunale Galerie, Gelsenkirchen 1991 „Auftrag Erde“. Museumsvilla Gelsenkirchen mit Beate Hagemann und Heinz-Albert Heindrichs / de kleine galerie an de dijk, Jacpbieparochie, Niederlande / Exponata 91, BBK Münster / „Kunst gegen den Krieg“. Kommunale Galerie, Gelsenkirchen / Deutsch-Libanesisches Haus, Jounieh-Kaslik, Beirut, Libanon 1992 „Grenzenlos“. Kommunale Galerie, Gelsenkirchen 1994 „Auftrag Erde“. Thomas-Morus-Kapelle der kath. Hochschulgemeinde, Würzburg / "Spiegelung". Stadtsparkasse Gelsenkirchen "Antworten". Kommunale Galerie Gelsenkirchen mit Eckhard Wesener / "Odufroelige": Das kleine Format - Basar der Freunde. Ateliergalerie Rolf Glasmeier, Gelsenkirchen-Buer / Ateliergalerie Rainer Tillmann, Gelsenkirchen 1995 Bundesweiter Kunstwettbewerb „Einsichten - Aussichten“, Horn - Bad Meinberg / „Zaubertraum 8“ (Natur Traum). Ateliergalerie Rolf Glasmeier, Gelsenkirchen-Buer / Expositie, de kleine galerie aan de dijk, Jacpbieparochie, Niederlande / Bundesweiter Kunstwettbewerb „Städte + Revolutionen“, Bunkermuseum, Emden / „Odufroelige“: Basar der Freunde. Ateliergalerie Rolf Glasmeier, Gelsenkirchen-Buer 1996 „Mit fliegenden Fahnen“, Flottmann-Hallen, Herne 10 Jahre Flottmann-Hallen, Benefiz-Auktion, Herne Nikolaus Markt, Art und Rat, Klaus Küster, Remscheid 1997 Galerie Wurm, Herne / „Zeit“. Künstlerzeche Unser Fritz 2/3, Herne / „Tuchfühlung“, Aktion Kunsthaus Velbert in der Altstadt, Velbert Langenberg / „Kreislauf I“ Thema Recycling, Projekt der gfg, der Künstlersiedlung Halfmannshof, des Ateliers Rolf Glasmeier und der Stadt Gelsenkirchen / International Mail Art, theme Quicksilver, Middlesex University, London / Atelier-Galerie Rainer Tillmann, Gelsenkirchen / Nikolaus Markt, Art und Rat, Klaus Küster, Remscheid 1998 „Kreislauf II“ Thema Recycling, Projekt der gfg, der Künstlersiedlung Halfmannshof, des Ateliers Rolf Glasmeier und der Stadt Gelsenkirchen „mitweltgestaltung“, Gruppe für Gestaltung gfg, Georg-Kerschensteiner Schule, Gelsenkirchen / „Im anderen Kleid“, Forum Bergmannsglück, Gelsenkirchen / Westdeutscher Künstlerbund, Flottmann-Hallen, Herne 1999 „Cultural Village of Europe“, Wijk aan Zee, Niederlande. 11 Künstler aus 11 Ländern. Repräsentant für Deutschland - Stahlobjekt: „Die leeren Augen der Sprachlosigkeit“ 2006 „Galerie der Bälle“, Ballkünstler – Künstlerball, 100 Künstler – 100 Ballkunstwerke: Kunstmuseum Gelsenkirchen / Kokerei Hansa, Dortmund / Domforum, Köln / Landtag NRW, Düsseldorf 2010 „Zeiträume“, werkstatt, Gelsenkirchen-Buer 2011 „Zeit(t)räume“. Dieter Grundmann und Karl-Heinz Langowski, Künstlerzeche „Unser Fritz“, Her/nheinriche 2015 „Zeichnungen-Räume“, Galerie Wurm, Herne 2016 „30 Hoch“, 30 Jahre Flottmannhallen 2017 „Erdstrukturen“, Objekte und Materialarbeiten. Galerie Wurm, Herne

Wandgestaltungen und Arbeiten im öffentlichen Raum (Auszug)

1966 Wandgestaltung mit Quarzputz in einem Büro, Rembrandtstraße, Gelsenkirchen 1969 Wandgestaltung in einem Konstruktionsbüro, Bismarckstraße, Gelsenkirchen 1970 Gebrauchsmusterschutz für entworfenes Spielzeug, Patentamt München 1972 Wandgestaltung mit Betonelementen in einem Wohnraum, Plutostraße, Gelsenkirchen / Wandgestaltung mit Holzobjekten im Sparkassengebäude, Bickernstraße, Gelsenkirchen 1973 Giebelgestaltung in Niederhonnefeld 1977 Wandgestaltung in einem Sozialgebäude, Weststraße, Gelsenkirchen / Wandgestaltung in einem Büro, Bochum-Wattenscheid / Decken- und Wandgestaltung, Dickampstraße, Gelsenkirchen / Vorplatzgestaltung mit Betonobjekten, Plutostraße, Gelsenkirchen 1979 Treppenhausgestaltung, Plutostraße, Gelsenkirchen / Balkongestaltung an einem Zehn Familienhaus, Plutostraße Gelsenkirchen / Fassadengestaltung von vier Giebelwänden, Braubauerschaft, Gelsenkirchen / Treppenhausgestaltung, Manfredstraße, Gelsenkirchen / Wandgestaltung Tiefgarage am Verknüpfungspunkt Hauptbahnhof, Gelsenkirchen 1980 Gestaltung der Stützelemente auf der Verteilerebene Hauptbahnhof, Gelsenkirchen / Wandgestaltung in einem Büro, Manfredstraße, Gelsenkirchen / Fassadengestaltung Dickampstraße, Gelsenkirchen / Fassadengestaltung Gemn. Bauverein, Gelsenkirchen 1981 Fassadengestaltung von zwei Giebelwänden, Augustastraße, Gelsenkirchen / Giebelgestaltung, Wattenscheid / Wandgestaltung mit Holzelementen im Sparkassengebäude, Horster Straße, Gelsenkirchen 1983 Wandgestaltung in einem Sportcenter, Wildenbruchstraße, Gelsenkirchen / Wandgestaltung, Kinderklinik Westerholt, Gelsenkirchen / Gestaltungsentwurf und Ausführung 3000 × 3 Meter Lärmschutzwand, Rheda-Wiedenbrück 1984 Garagenhofgestaltung, Goethestraße, Gelsenkirchen / Gestaltung der Stadtbahn-Station, Hauptbahnhof, Gelsenkirchen 1988 Fassadengestaltung eines Turnhallengiebels, Gertrud-Bäumer-Realschule, Rotthauser Straße, Gelsenkirchen / Giebelgestaltung, Märkische Straße, Gelsenkirchen 1989 Gestaltung des Heizkraftwerkes, Gelsenkirchen / Fassadengestaltung am Postgebäude, Emscherstraße, Gelsenkirchen 1990 Trennwandgestaltung in einem Autohaus, Dortmund 1991 Wandgestaltung eines Eingangsbereiches, Küppersbuschstraße, Gelsenkirchen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

1979 1. Preis Fassadenwettbewerb Gelsenkirchen 1981 1. Preis Fassadenwettbewerb Gelsenkirchen 1988 1. Preis der Stadt Gelsenkirchen für den Wettbewerb „Kunst am Bau“ / Preis der Stadt Gelsenkirchen für den Gestaltungswettbewerb Parkstadion / Preis der Stadtwerke Gelsenkirchen für den Wettbewerb „Kunst am Bau“- Motoren-Heizkraftwerk 1994 Auszeichnung: 4. Internationaler Syrlin-Kunstpreis, Kunstverein Syrlin, Stuttgart.

Literatur / Kataloge (Auszug)

Die Linie. Niederlande. 1962 Bildende Künstler Nordrhein-Westfalen. Bd. 4: Ruhr. Recklinghausen: Bongers. 1968 Die Mappe. München 1972, 1975, 1980, 1987 Der Zeichner Karl-Heinz Langowski. In Wir, Katalog zur Ausstellung im Kunstverein Gelsenkirchen, Gelsenkirchen, 1977 I-Punkt Farbe. München, 1979 Im Angebot. Gelsenkirchen: Gelsendruck, 1982 (Illustration) Hugo Ernst Käufer, Karl-Heinz Langowski: Zeit wird es. Gelsenkirchen: Gelsendruck, 1983 (Illustration) Hugo Ernst Käufer [Hrsg.]. Schulter an Schulter. Neuss: Damnitz, 1985 (Illustration) Die Objekte des Karl-Heinz Langowski. In: tendenzen. 154, 27. Jahrgang, April–Juni 1986 Auftrag Erde. Katalogreihe Marmelsteiner Kabinett, 11. Diözese Würzburg, Neue Töne Verlag, Würzburg, 1994

Weblinks Karl-Heinz Langowski at „cultural village Wijk aan Zee“, Niederlande, 1999 Katalogübersicht Flottmann-Hallen - alle ausstellenden Künstler (PDF; 0,5 MB) WAZ: Zeichnungen zwischen Ruhe und Bewegung Offizielle Homepage khlkunst.de

Einzelnachweise

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