Stare Brynki () ist ein Dorf in der polnischen Woiwodschaft Westpommern. Es gehört zur Gmina Gryfino (Gemeinde Greifenhagen) im Powiat Gryfiński (Greifenhagener Kreis).
Geographie Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, zwischen Oder und Jezioro Miedwie (Madüesee), etwa sieben Kilometer nordöstlich der Stadt Gryfino und acht Kilometer westnordwestlich des Dorfs Żelisławiec (Sinzlow).
Geschichte mini|Brünken nordöstlich der Stadt Greifenhagen auf einer Landkarte des 18. Jahrhunderts Die scheinbar erste Nennung des Dorfes stammt aus einer angeblichen Besitzbestätigung des pommerschen Herzogs Barnim I. für das Kloster Kolbatz von 1226, die aber als unecht erkannt ist.Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Bd. 1). Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 236. Das Dorf Brunnik hatte im 13. Jahrhundert dem Herzog Barnim I. gehört, der es 1240/1241 dem Kloster Kolbatz zusammen mit der Fischerei im angrenzenden Teil der Reglitz schenkte.Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Bd. 1). Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 373, 385. Im Jahre 1251 verlieh Bischof Wilhelm von Cammin dem Kloster überdies den Zehnten des hier Brunic genannten Dorfes.Klaus Conrad (Bearb.): Pommersches Urkundenbuch. Band 1. 2. Auflage (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern. Reihe 2, Bd. 1). Böhlau Verlag, Köln/Wien 1970, Nr. 535.
Wie Berghaus mitteilt, belehnte 1481 und abermals 1492 der Abt Johann des Klosters Kolbatz die Familie Palen mit Teilen der Dörfer Klebow, Brünken sowie Klütz und mit einem anderen Teil von Klebow die Familie Koldenbeck. Nach dem gänzlichen Erlöschen der Familie Palen um das Jahr 1679 wurden diese Güter, als erledigte Klosterlehen, mit dem Domänenamt Kolbatz vereinigt. Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Bearbeitet von Heinrich Berghaus. Zweiten Teils dritter Band: Kreise Greifenhagen und Piritz. Anklam 1868, S. 94 (Google Books). Im Urbarium des Amtes Kolbatz von 1700 ist der Ort als Brünniken aufgelistet.Heinrich Berghaus, 1868, ebenda, S. 146 (Google Books).
Um 1864 hatte das Dorf Brünken 18 Bauernhöfe, eine Schmiede, 69 Wohngebäude und eine große Anzahl kleiner Eigentumsstellen. Um 1935 gab es in Brünken unter anderem einen Gasthof, zwei Gemischtwarenläden, zwei Schmieden, eine Stellmacherei und eine Tischlerei.Klockhaus' kaufmännisches Handels- und Gewerbe-Adressbuch des Deutschen Reichs, Band 1 A, Berlin 1935, S. 997 (Google Books).
Bis 1945 bildete Brünken eine Landgemeinde im Landkreis Greifenhagen der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Zur Gemeinde gehörten die Wohnplätze: Die Gemeinde war dem Amtsbezirk Eichwerder zugeordnet.Amtsbezirk Eichwerder bei territorial.de.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Brünken von der Roten Armee eingenommen. Anschließend wurde Brünken, wie ganz Hinterpommern, von der Sowjetunion der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Der Ortsname wurde zu „Stare Brynki“ polonisiert. Die Bevölkerung wurde vertrieben.
Demographie
+ Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1782 – 42 Feuerstellen (Haushaltungen)Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 106–107, Ziffer (8) (Google Books). 1818 323 DorfAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko. Bei Karl August Kümmel, Halle 1821, S. 345, Ziffer 2642 (Google Books).Friedrich von Restorff: Topographische Beschreibung der Provinz Pommern mit einer statistischen Uebersicht. Nicolai, Berlin und Stettin 1827, S. 198, Ziffer 2 (Google Books). 1852 578 davon 141 Einwohner in der Siedlung Neu-BrünkenKraatz (Hrsg.): Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats, enthaltend die sämmtlichen Städte, Flecken, Dörfer … mit Angabe des Gerichts erster Instanz … Unter Benutzung der Akten des Königlichen Justiz-Ministeriums. Deckersche Geheime Ober-Hofbuchdruckerei, Berlin 1856, S. 75 (Google Books). 1864 716 am 3. Dezember, auf einer Gemarkungsfläche von 4102 Morgen in 69 WohngebäudenKönigl. Finanzministerium (Hrsg.): Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Stettin, Berlin 1866. 4. Kreis Greifenhagen, S. 2–9, Ziffer 8 (Google Books).Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Bearbeitet von Heinrich Berghaus. Zweiten Teils dritter Band: Kreise Greifenhagen und Piritz. Anklam 1868, S. 316 (Google Books). 1867 713 am 3. DezemberKönigliches Statistisches Bureau: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staats und ihre Bevölkerung. Teil III: Provinz Pommern, Berlin 1874, S. 32–33, Ziffer 12 (Google Books). 1871 675 am 1. Dezember, in 76 Wohngebäuden; sämtlich Evangelische 1910 634 am 1. DezemberBrünken, Dorf, Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Brünken (meyersgaz.org). 1925 643 darunter 634 Evangelische, sechs Katholiken und drei Einwohner unbekannter KonfessionGunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft: Die Gemeinde Brünken im ehemaligen Kreis Greifenhagen in Pommern (2011). 1933 645 1939 1010
Kirche Das Gebäude der Dorfkirche stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Außenwände bestehen an den Ecken, den Fensterrahmen, den Gesimsen usw. aus Backsteinen. Für das dazwischen liegende großflächige Gemäuer wurden behauene Granitsteine verwendet. Das Kirchengebäude wurde 1945 zerstört und erst in neuerer Zeit wieder aufgebaut.
Das evangelische Kirchspiel gehörte vor 1945 zur Synode Greifenhagen. Der Bestand an Kirchenbüchern reichte bis 1753 zurück.Martin Wehrmann: Die Kirchenbücher in Pommern, in: Baltische Studien, Band 42, Stettin 1892, S. 201–280, insbesondere S. 220 (Google Books).
Das katholische Kirchspiel war in Altdamm, Kr. Randow. Das Standesamt befand sich in Ferdinandstein.
Die nach Kriegsende zugewanderte polnische Bevölkerung ist größtenteils römisch-katholisch.
Siehe auch Liste der Orte in der Provinz Pommern
Literatur Brünken, Dorf, Kreis Greifenhagen, Regierungsbezirk Stettin, Provinz Pommern. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Brünken (meyersgaz.org). Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 106–107, Ziffer (8) (Google Books). Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Bearbeitet von Heinrich Berghaus. Zweiten Teils dritter Band: Kreise Greifenhagen und Piritz. Anklam 1868, S. 316 (Google Books).
Weblinks
Amtsbezirk Eichwerder (Territorial.de) Brünken beim Heimatkreis Greifenhagen
Fußnoten
Kategorie:Ersterwähnung 1240 Kategorie:Ort in Pommern Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Gryfino