Die ET Multimedia AG, kurz ETM, mit Sitz in Wien, war Österreichs größter Spezialzeitschriften- und hinter der News-Gruppe zweitgrößter Magazinverlag.ET Multimedia AG auf der offiziellen Webpräsenz der Unternehmens Invest AG, kurz UiAG, abgerufen am 29. März 2023, abgerufen am 29. März 2023 1991 in Wien als Wirtschafts-Printmedien GmbH gegründet, wurde sie 1999 von der Radda & Dressler-Gruppe für deren Wirtschafts-Printaktivitäten aufgekauft und in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. In dieser Form existierte sie bis zur Übernahme durch die Styria Medien AG im Jahr 2005.
Geschichte Die Anfänge Im Jahr 1991 erfolgte die Gründung der Wirtschafts-Printmedien GmbH, die unter anderem das 1987 von Friedrich Radinger gegründete Wirtschaftsmagazin Option von der Verlagsgruppe Handelsblatt GmbH & Co. KG übernahm.ET Multimedia AG - Hälfteeigentümer des "WirtschaftsBlatt", abgerufen am 29. März 2023 Nach der Gründung des Immobilienmagazins 1992 folgte im darauffolgenden Jahr die Gründung der New Business Verlag GmbH, die das Magazin New Business vertrieb. Im Oktober 1995 erschien die Erstausgabe des WirtschaftsBlatts, an dem das Unternehmen zu 50 Prozent beteiligt war. Zwei Jahre später erfolgte die Gründung der „How to spend it“ Zeitschriften Verlag GmbH, durch die das Engagement im Special-Interest- und Spartensektor verstärkt wurde.
Übernahme durch Radda & Dressler und ETM-Gründung Nachdem im November 1999 das Magazin Wiener von der Radda & Dressler-Gruppe (R & D) für kolportierte 15 Millionen Schilling gekauft worden war, sollte das Magazin nach einem Relaunch ab Februar 2000 neupositioniert als Lifestyle-Magazin für Männer wieder erscheinen.Magazin WIENER an Radda & Dressler verkauft - Rund 15 Mio. Kaufpreis - Verluste im Metro-Verlag, abgerufen am 29. März 2023"Wiener" an Radda & Dressler verkauft, abgerufen am 29. März 2023 Für den Neustart wurde von R & D ein Budget von 22 Millionen Schilling festgelegt. Im Februar 2000 gründete die R & D-Verlagsgruppe die ET Multimedia AG, um in dieser ihre Wirtschafts-Printaktivitäten zu bündeln.Radda & Dressler-Gruppe gründet ET-Multimedia AG, abgerufen am 29. März 2023 Als Gründungsgesellschafter traten neben Chris Radda und Andreas Dressler auch der frühere Handelsblatt-Manager Axel Mader und der Mitbegründer der „Wiener Beiselszene“ Germanos Athanasiadis in Erscheinung. In der ET Multimedia AG wurden die R & D-Publikationen und -Beteiligungen wie Option, New Business, Immobilienmagazin, die How to spend it-Titel (Special-Interest-Zeitschrift) und die 50-prozentige Beteiligung am WirtschaftsBlatt (die anderen 50 % hielt die schwedische Bonnier AB) zusammengefasst. Der Plan sah vor, dass das neue Unternehmen 2003 auf einen Umsatz von einer Milliarde Schilling kommen sollte. In weiterer Folge kam es zu Beteiligungen an anderen Medienunternehmen; im November 2000 etwa stieg ETM mit 51 Prozent in den CDA Verlag (CDAustria-Verlag und HandelsgesmbH) ein.ET Multimedia AG beteiligt sich am CDAustria-Verlag, abgerufen am 29. März 2023ET Multimedia übernimmt Fachverlag, abgerufen am 29. März 2023
Anfangs nur für Wirtschaftsmedien vorgesehen, gliederte die ET Multimedia ab 1. Jänner 2001 auch die R & D-Lifestyle-Medien sowie die Handels- und Produktionsgeschäfte der R & D-Verlagsgruppe ein und hatte damit alle Medien ihrer ehemaligen Konzernmutter übernommen.Raddas und Dresslers packen auch Lifestyle-Titel in ET Multimedia, abgerufen am 29. März 2023 Neben den Publikationen Diva, WIENER, Wohnen, City – Stadtzeitung für Wien und Auftragsprodukten für Kunden wie Diners Club, max.mobil., die bei R & D-Finanzierungen schon oft behilfliche Imperial Finanzgruppe oder Österreich Werbung war das auch das gesamte Produktionsgeschäft der Lithographie- und Technikabteilung. Zu dieser Zeit bereitete sich das Unternehmen bereits auf einen im Jahr 2001 geplanten Börsengang vor.ET Multimedia AG bereitet sich auf den Börsegang vor, abgerufen am 29. März 2023 Dabei wollte sich das Unternehmen, das zu dieser Zeit nach eigenen Angaben über 400 Mitarbeiter verfügte, im Jahr 2001 an einer europäischen Börse platzieren und seinen Umsatz auf über 600 Millionen Schilling anheben. Gleichzeitig wollte man die Geschäftstätigkeit auch auf die deutschsprachigen Nachbarmärkte ausdehnen.R&D-Medien in ET Multimedia-Gruppe eingeführt, abgerufen am 29. März 2023 Mit rund 30 Prozent wurde die Radda & Dressler-Gruppe, neben der Unternehmens Invest AG mit 25,01 Prozent, größter Einzelaktionär der ETM. Nach der Einbringung der R & D-Lifestyle-Medien wurde die ET Multimedia AG mit mehr als 500 Millionen Schilling Umsatz zur zweitgrößten Magazingruppe und insgesamt zum siebtgrößten Verlagsunternehmen Österreichs. Durch die Zusammenführung der zuvor klar getrennt geführten Gruppen sollte es zu einer gemeinsam günstigeren Produktion kommen. Gleichzeitig wurden der werbetreibenden Wirtschaft Kombinationsmöglichkeiten wie etwa Werbepackages über verschiedene Medien der Gruppe geboten.
Nachdem der Metro-Verlag Anfang Februar 2001 rückwirkend mit Stichtag 31. Dezember 2000 seine Zeitschriftentitel WIENERIN, WIENERIN youngworld und SKIP in eine eigene Gesellschaft, die D & Z Zeitschriftenverlags GmbH, abgespaltet hatte und nur mehr die Verlagsverwaltung sowie die Beteiligung am Wiener Privatradiosender 88.6 behielt,Metro Verlag spaltet Zeitschriftentitel ab, abgerufen am 29. März 2023 übernahm nur wenige Tage später die ET Multimedia die neugegründete Gesellschaft samt ihren Zeitschriften.ET Multimedia übernimmt Metro- und R&D-Zeitschriften, abgerufen am 29. März 2023 Im Gegenzug erhielten die Metro-Gesellschafter – die Finanzgesellschaft Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) und die deutsche Schlott-Sebaldus-Gruppe, deren größter Einzelaktionär wiederum die DBAG war – Anteile der ET Multimedia AG. Die ETM sah nach der Übernahme die Einführung des Kinomagazins SKIP im gesamten deutschsprachigen Raum und den Aufbau einer Cross-Marketing- und Datenbasis rund um die Kernprodukte der Jugend- und Eventmagazine vor. Insgesamt erhielten die beiden deutschen Unternehmen rund 21 Prozent an ETM, woraufhin die R & D Holding AG 29 Prozent, die Schlott-Sebaldus-Gruppe 14 Prozent, die Unternehmens Invest AG 12 Prozent, die DBAG und die DBG Fonds III Gesellschaft je 7 Prozent und die Imperial Finanzgruppe 6 Prozent hielten; weitere 25 Prozent wurden von den Verlagsgründern, dem Management und den Mitarbeitern gehalten. Nachdem rund zweieinhalb Monate zuvor noch von einem geplanten Umsatz für das Jahr 2001 in Höhe von 600 Millionen Schilling die Rede war, plante man nach der Übernahme bereits mit 700 Millionen Schilling. Die D & Z Zeitschriftenverlags GmbH mit ihren Magazinsaktivitäten und die Lifestyle-Medien der ETM wurden daraufhin in einer neu gegründeten 100-Prozent-Tochter der ETM, der Lifestyle Zeitschriften GmbH, verschmolzen.Metro Verlag wird in ET Multimedia hineinfusioniert, abgerufen am 29. März 2023 Die beiden Geschäftsführer der neuen Verlags-Unit, Gerhard Koller und Albert Löcker, schätzten den kumulierten Umsatz allein dieser Unit für das Jahr 2001 auf rund 250 Millionen Schilling und planten in naher Zukunft auch neue Titel auf den Markt zu bringen. Mit 1. März 2001 wurde Michael Geringer als neuer Vorstandsvorsitzender der ET Multimedia AG öffentlich bekanntgegeben.Geringers Rückkehr, abgerufen am 30. März 2023
Noch im Jänner 2001 stand eine mögliche Kreuzbeteiligung zwischen der angeschlagenen Einzelhandelskette Libro und der ET Multimedia an der österreichischen Internetbuchhandlung lion.cc im Raum,Rückzug bei lion.cc, abgerufen am 30. März 2023 kam in weiterer Folge jedoch nicht zustande. Im März 2001 ging Gate-to-Austria (www.gatetoaustria.com), eine Internetplattform für Betriebsansiedlungen und Gewerbeimmobilien, deren Technik von der ET Multimedia stammte, online."Gate-to-Austria" startet im Netz, abgerufen am 30. März 2023Betriebsansiedlungen sollen mit "Gate-to-Austria" vereinfacht werden, abgerufen am 30. März 2023 Im Mai 2001 gründete die ET Multimedia AG zusammen mit medienhaus + partner die PG The Corporate Publishing Group GmbH, die ausschließlich die Akquisition, Gestaltung und Produktion von gedruckten Unternehmensmedien als Unternehmensgegenstand hatte.ET Multimedia AG und medienhaus + partner gründen Corporate Publishing GmbH, abgerufen am 30. März 2023 Mit 49 Prozent stieg ET Multimedia, das bereits zu dieser Zeit am Online-Sektor tätig war, 2002 beim privaten österreichischen Musiksender gotv ein. Im gleichen Jahr stieg die Beteiligung sogar auf 90 Prozent.Betrugsverdacht trifft "Wirtschaftsblatt"-Aktionär, abgerufen am 30. März 2023gotv konnte laut Teletest Viva überholen, abgerufen am 30. März 2023 Im Frühjahr 2002 musste das von ETM miterrichtete Kultiplexx im Prater mit dessen Betreiberfirma, der Kaleidoskop Kultiplexx Entertainment GmbH, Konkurs anmelden.Kultiplexx im Prater insolvent, abgerufen am 30. März 2023Prater-Kaleidoskop im Anschlusskonkurs, abgerufen am 30. März 2023 Ab dem 18. November 2002 erschien für kurze Zeit zweimal jährlich das Magazin WIENERIN Menstyle mit einer Auflage von 55.000 Stück.Auf den Mann gekommen, abgerufen am 30. März 2023Die WIENERIN kommt auf den Mann, abgerufen am 30. März 2023 In diesem Jahr erzielte die ET Multimedia einen konsolidierten Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Im Sommer 2003 ging City – Stadtzeitung für Wien an den St. Pöltener LW Verlag; die City Zeitschriften Verlag GmbH wurde dabei von der Sportzeitung Verlags-GmbH übernommen.ET Multimedia trennt sich von "City", abgerufen am 30. März 2023
Im Jänner 2004 gab die Unternehmens Invest AG, die mittlerweile selbst 27 Prozent an der ETM hielt, den Einstieg der Styria Medien AG und des Medienmanagers Friedrich Radinger in einer Ad-hoc-Mitteilung bekannt. Radinger wurde zudem zum Vorstandsvorsitzenden ernannt. Die Styria sollte einen signifikanten Anteil an der ETM übernehmen, die neuen Aktionäre sollten jedoch vorerst mit einem Minderheitsanteil einsteigen. Horst Pirker, damals Vorstandsvorsitzender der Styria Medien AG und seit 2014 CEO und seit 2016 Mehrheitseigentümer der Verlagsgruppe News, gab dazu bekannt, dass die Styria eine qualifizierte Minderheitsbeteiligung – also mindestens 25,1 Prozent – anstrebe. Einem Letter of Intent zufolge stand auch die Einbringung von Medien durch die Styria in die ETM, etwa der Presse, mit der damit einhergehenden Erhöhung der Styria-Anteile im Raum, was jedoch erst einer kartellrechtlichen Genehmigung bedurfte. Zu dieser Zeit befanden sich rund 75 Prozent der Anteile im Besitz eines Finanzkonsortiums unter der Führung der UiAG mit ihren 27 Prozent. Laut Firmen-Compass lagen die restlichen Anteile bei der medianet AG, die das Wirtschaftsmagazin medianet vertreibt, sowie bei den Gründern, dem Management und den Mitarbeitern. Laut einem Bericht in Der Standard vom 11. Februar 2004 teilte sich die Eigentümerstruktur des Verlages wie folgt auf: Unternehmens Invest AG 27 Prozent, Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft 20 Prozent, Radda & Dressler Holding AG 14 Prozent, Deutsche Beteiligungs AG 13 Prozent, Deutsche Beteiligungsgesellschaft Fond III GmbH 13 Prozent, Verlagsgründer/Management/Mitarbeiter 13 Prozent. Zur damaligen Zeit arbeitete man immer noch an einem etwaigen Börsengang, der jedoch nie zustande kam.