Wiegen ist ein Ort in Österreich, durch den die Grenze zwischen den Bundesländern Steiermark und Kärnten verläuft. Der Kärntner Anteil des Orts wird als Ortschaft der Stadtgemeinde Friesach geführt; der steirische Anteil des Orts gilt als Teil der zur Gemeinde Neumarkt in der Steiermark gehörenden Ortschaft Dürnstein in der Steiermark und wurde früher bei Volkszählungen zeitweise als Ortsbestandteil von Dürnstein ausgewiesen.

Geschichte mini|Filialkirche St. Jakob in der Wiegen 1122 würde die Grenze zwischen den Grafschaften Friesach und Judenburg und somit zwischen seinerzeitigen Herzogtümern Kärnten und Steiermark bei Dürnstein festgelegt; davor verlief die Grenze weiter im Norden, am Nordabhang des Perchauer Sattels.Walter Brunner: Klausen im Südostalpenraum. in: Festschrift für Georg Heilingsetzer zum 70. Geburtstag. 2015, S. 113.

Der Ort wurde 1403 als in der Wiegen urkundlich genannt; der Name mag sich auf die wiegenartige Muldenform des Geländes beziehen.Tiroler Landesarchiv (Hrsg.): Ortsnamenbuch von Kärnten: Alphabetisches Kärntner Siedlungsnamenbuch. Geschichtsverein für Kärnten, Klagenfurt 1956, S. 244. Auf steirischem Gebiet des Orts, nur wenige Meter nördlich der Landesgrenze, liegt die Filialkirche St. Jakob, die 1202 erstmals genannt wurde.

Lage Wiegen liegt an den westlichen Abhängen des Guttaringer Berglands, am Grenzbach, etwa 1 ½ km östlich und etwa 200 Höhenmeter oberhalb des Dorfkerns von Dürnstein in der Steiermark.

Kärntner Teil von Wiegen

Der Kärntner Teil von Wiegen bildet eine Ortschaft in der Gemeinde Friesach im Bezirk St. Veit an der Glan in Kärnten. Die Ortschaft hat Einwohner (Stand ).

Lage mini|Hof Mar, Kärnten Zur Ortschaft, die in der Katastralgemeinde Zeltschach liegt, gehören die Höfe Mar (Haus Nr. 1, gleich südlich neben der Kirche), Wislinger (Nr. 2, etwa 500 m südöstlich der Kirche, auf gut 1000 m Seehöhe), Knabl/Knabel (Nr. 4, etwa 800 m südlich der Kirche) sowie ein Nebengebäude des abgekommenen Hofs Türk (etwa 600 m südlich der Kirche).

Geschichte Auf dem Gebiet der Steuergemeinde Zeltschach liegend, gehörte der Kärntner Teil von Wiegen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Steuerbezirk Dürnstein. Bei Gründung der Ortsgemeinden in Verbindung mit den Verwaltungsreformen Mitte des 19. Jahrhunderts kam die Ortschaft an die Gemeinde Friesach. 1890 fiel Wiegen an die damals neu gegründete Gemeinde Zeltschach; seit deren Auflösung 1972/73 gehört der Kärntner Teil von Wiegen wieder zur Gemeinde Friesach.

Bevölkerungsentwicklung Für die Ortschaft ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1869: 5 Häuser, 38 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission: Orts-Repertorium des Herzogthumes Kärnten. Auf Grundlage der Volkszählung vom 31. Dezember 1869. Carl Gerold’s Sohn, Wien 1872, S. 64. 1880: 4 Häuser, 31 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss der im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. December 1880. Alfred Hölder, Wien 1882, S. 51. 1890: 5 Häuser, 35 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Orts-Repertorien der im Österreichischen Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. V. Kärnten. Alfred Hölder, Wien 1894, S. 53. 1900: 4 Häuser, 32 EinwohnerK. K. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1900. V. Kärnten. K. K. Hof- und Staatsdruckerei, Wien 1905, S. 70. 1910: 5 Häuser, 24 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. V. Kärnten. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1918, S. 35. 1923: 4 Häuser, 30 EinwohnerBundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930. Abschnitt Kärnten, S. 14. 1934: 28 Einwohnerhandschriftlicher Nachtrag im Ortsverzeichnis 1923 (Bundesamt für Statistik (Hrsg.): Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 7. März 1923. Österreichische Staatsdruckerei, Wien 1930.) mit der Signatur II 28238 der Universitätsbibliothek Klagenfurt. Abschnitt Kärnten, S. 14. 1961: 4 Häuser, 13 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 254. 2001: 3 Gebäude (davon 2 mit Hauptwohnsitz) mit 4 Wohnungen; 9 Einwohner und 0 Nebenwohnsitzfälle; 2 Haushalte; 0 Arbeitsstätten, 2 land- und forstwirtschaftliche BetriebeStatistik Austria (Hrsg.): Ortsverzeichnis 2001 Kärnten. Wien 2004, S. 102. 2011: 3 Gebäude, 9 Einwohner, 2 Haushalte, 0 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Kärntner Ortsverzeichnis. Gebietsstand 1. 1. 2014. Klagenfurt 2014. 2021: 3 Gebäude, 9 Einwohner, 2 Haushalte, 3 ArbeitsstättenAmt der Kärntner Landesregierung, Landesstelle für Statistik: Ortsverzeichnis Kärnten. Daten Volkszählung 2021. Klagenfurt, 2024. S. 35.

Steirischer Teil von Wiegen mini|Mesnerhaus, Steiermark Der steirische Teil des Orts Wiegen gehört zur Ortschaft Dürnstein in der Steiermark der Gemeinde Neumarkt in der Steiermark im Bezirk Murau.

Lage Zum steirischen Teil von Wiegen gehört die Filialkirche St. Jakob in der Wiegen sowie die verstreut am Hang liegenden Höfe in einem Bereich von etwa 700 m nordwestlich der Kirche bis 700 m nordöstlich der Kirche, mit Ausnahme des Weilers Oberdorf.

Geschichte Bei Gründung der Ortsgemeinden Mitte des 19. Jahrhunderts kam der steirische Teil von Wiegen an die damalige Gemeinde Dürnstein in der Steiermark. Seit der Gemeindestrukturreform 2015 gehört der Ortsteil zur Gemeinde Neumarkt in der Steiermark.

Bevölkerungsentwicklung Für den steirischen Ortsteil ermittelte man folgende Einwohnerzahlen: 1880: 3 Häuser, 14 EinwohnerK. K. Statistische Central-Commission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium von Steiermark. Alfred Hölder, Wien 1883, S. 180. 1910: 8 Häuser, 42 EinwohnerStatistische Zentralkommission (Hrsg.): Spezialortsrepertorium der Österreichischen Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910. IV. Steiermark. Verlag der Staatsdruckerei, Wien 1917, S. 108. 1961: 5 Häuser, 30 EinwohnerÖsterreichisches Statistisches Zentralamt: Ortsverzeichnis von Österreich. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 21. März 1961. Österreichische Staatsdruckerei, 1965, S. 230. Die schwankende Häuserzahl korrespondiert mit gegenläufigen Schwankungen der Häuserzahl des benachbarten Ortsteils Oberdorf; offenbar wurden einige der Höfe einmal zu Oberdorf, ein anderes Mal zu Wiegen gerechnet.

Einzelnachweise

Kategorie:Geographie (Friesach) Kategorie:Ort im Bezirk St. Veit an der Glan Kategorie:Geographie (Neumarkt in der Steiermark) Kategorie:Ort im Bezirk Murau