Eugen Fuchs (* 1. April 1893 in Nürnberg; † 29. März 1971 in Berlin-LichterfeldeStandesamt Steglitz von Berlin, Sterbeurkunde Nr. 1009 vom 1. April 1971) war ein deutscher Opernsänger (Bassbariton).

Leben Fuchs Eltern waren der Maschinist Ulrich Fuchs und Maria Fuchs, geb. Weinberger. Er wurde vier Jahre am Konservatorium Nürnberg ausgebildet. Sein erstes Engagement zum Herbst 1914 am Stadttheater Nürnberg konnte er kriegsbedingt erst 1917 beginnen.Fuchs wurde offenbar wegen einer Verletzung (Lungenquetschung) im September 1917 von Kriegsdienst befreit, s. Kriegsranglisten und -stammrollen des Königreichs Bayern, 1. Weltkrieg 1914-1918, Band: 6359. Kriegsstammrolle: Band 7 und 8 In Nürnberg blieb er bis 1920. Danach hatte er Engagements in Saarbrücken (Schauspielhaus, 1920–1923), Breslau (Stadttheater-Opernhaus, 1923–1926) und Freiburg im Breisgau (Stadttheater, 1926–1930).Einträge in den Deutschen Bühnenjahrbüchern 1915 bis 1927 Von 1930 bis 1961 gehört er zum Ensemble der Berliner Staatsoper. Hier wirkte er 1937 in der Uraufführung der Oper Rembrandt van Rijn von Paul von Klenau und 1939 in der Uraufführung der Oper Die Bürger von Calais von Rudolf Wagner-Régeny mit; er wurde auch bei wichtigen Premieren eingesetzt, so 1932 in der Titelpartie einer Neuinszenierung der Oper Wozzeck von Alban Berg.

Mit Erlass vom 19. April 1937 verlieh ihm Adolf Hitler den Titel eines Kammersängers.Ehrungen deutscher Künstler durch den Führer. In: Saale-Zeitung, 71. Jg., Nr. 92 (21. April 1937), S. 3.

Fuchs gab Gastspiele an den großen Opernbühnen des deutschen Sprachraums. Er wirkte mehrmals bei den Bayreuther Festspielen mit: 1933, 1934, 1943 und 1944 als Beckmesser, sowie 1956 bis 1961 alljährlich als Hans Foltz in den Meistersingern von Nürnberg.Eintrag in Wagnermania: Bayreuth Er sang in Paris (Théâtre des Champs-Élysées, 1937), Amsterdam (1937), London (1937), Monte Carlo (1939) und Rom (1941) sowie an der Waldoper von Zoppot (1941).

Fuchs trat zum 1. Januar 1931 der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 430.078).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/9971326Fred K. Prieberg: Handbuch deutsche Musiker 1933–1945. CD-ROM-Ausgabe, 2. Edition 2009, ISBN 978-3-00-037705-1. S. 9945 1932 war er Mitbegründer der gewerkschaftlichen NS-Betriebszelle der StaatsoperMisha Aster: Staatsoper. Siedler, München 2017, ISBN 978-3-8275-0102-8, S. 129. 1944 wurde er der Gottbegnadeten-Liste als Sänger handschriftlich angefügt. Im Oktober 1945 gehörte er zu den prominenten Staatsopern-Mitgliedern deren Gagen wegen NSDAP-Mitgliedschaft stark gekürzt wurdenAster, Staatsoper, S. 279, einige Monate später wurde er aus dem gleichen Grund entlassen, aber zur Spielzeit 1948/49 wieder engagiert.Aster, Staatsoper, S. 279 und Prieberg Handbuch, S. 8876Staatsoper Berlin – Spielzeit 1948/49 (online) Im Juli 1961 stand er als Stárek in Jenůfa dort zum letzten Mal auf der Bühne.Staatsoper Berlin – Spielzeit 1960/61 (online)

Nach Abschluss seiner Karriere arbeitete er als Gesangslehrer in Berlin.

Fuchs war seit 1920 verheiratet mit Rosa Sophie Aumer (1895–1981).Standesamt Nürnberg, Heiratsurkunde Nr. 613 vom 16. März 1920 Er starb 1971 in einem Krankenhaus in Berlin-Lichterfelde.

Repertoire Am häufigsten gastierte Fuchs als Beckmesser in den Meistersingern. Außer den bei Tondokumente genannten Partien sang er in Opern von Auber (Lord in Fra Diavolo), Berg (Titelpartie in Wozzeck), Klenau (Cornelis Graef in Rembrandt van Rijn), Lortzing (Rocco in Casanova in Murano, Baculcus im Wildschütz, van Bett in Zar und Zimmermann), Mozart (Don Alfonso in Così fan tutte, Leporello in Don Giovanni, Papageno in der Zauberflöte), Mussorgski (Waarlam in Boris Godunow), Nicolai (John Falstaff in Die lustigen Weiber von Windsor), Puccini (Mesner in Tosca), Smetana (Kezal in der verkauften Braut), Wagner (Klingsor in Parsifal) und Wagner-Régeny (englischer Offizier in Die Bürger von Calais).

Tondokumente Fuchs machte seine ersten Schallplattenaufnahmen Anfang 1933 in Berlin für das Label Columbia (Duette mit Charles Kullmann und Gerhard Hüsch unter Alexander von Zemlinsky). Es folgten einige Opern-Querschnitte auf Telefunken (1933/34, u. a. mit Erna Berger und Peter Anders), Arien auf Clangor (1935/36) und 1938 der Beckmesser in einer vollständigen Aufnahme des 3. Aktes der Meistersinger unter Karl Böhm. Von seinen Rundfunkaufnahmen wurden auf LP bzw. CD wiederveröffentlicht: Ariadne auf Naxos (Partie des Truffaldin, aufgenommen 1935, Dirigent: Clemens Krauss), La Bohème (Partie des Schaunard, aufgenommen 1942, Dirigent: Hanns Steinkopf), Tristan und Isolde (Partie des Melot, 1943, Dirigent: Robert Heger), Die Meistersinger von Nürnberg (Partie des Beckmesser, 1943, Dirigent: Wilhelm Furtwängler), Martha (Partie des Lord Tristan, 1944, Dirigent: Johannes Schüler) und Rigoletto (Partie des Grafen von Ceprano, 1944, Dirigent: Robert Heger).

In dem Film Figaros Hochzeit (1949) synchronisierte Fuchs den Dr. Bartolo.

Literatur Fuchs, Eugen in: Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens, Hansjörg Rost: Großes Sängerlexikon. Vierte, erweiterte und aktualisierte Auflage. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9 (7 Bände). S. 1586 Diskografie Eugen Fuchs in: Rainer E. Lotz, Axel Weggen, Oliver Wurl und Christian Zwarg: Discographie der deutschen Gesangsaufnahmen, Band 4. Brigit-Lotz-Verlag, Bonn 2005, ISBN 3-9810248-0-X, S. 1543–1548.

Weblinks

Aufführungsdatenbank - Bayreuther Festspiele (bayreuther-festspiele.de)

Einzelnachweise

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