mini|Gut Sienno um 1866, Sammlung Alexander Duncker. Das Rittergut Sienno war ein Rittergut in Sienno (heute Teil von Gmina Dobrcz) in der Provinz Posen.

Geschichte In der Vorzeit war Gut Sienno im Besitz der Familie von Wyszoczky, 1818 erwarb es der Kreisrat Herr von Loga-Kotomierz, für 60.000 Thaler. Loga bewirtschaftete Sienno von seinem Hauptwohnsitz aus. 1822 fand ein Gebietsaustausch zur Regulierung statt, sechs Bauern aus Sienno erhielten Land in Kotomierz und weitere fünf an der westpreußischen Grenze, dieser neue Ort wurde in Wilhelminenhof benannt. Für die Verbesserung in Sienno wurde mit ein gutsherrliches Vorwerk Franzenhof gegründet. 1828, Herr von Loga war verstorben, ging Gut Sienno in Pacht, bis zu einer öffentlichen Subhastation 1835.

1835 erwarb der preußische Hauptmann Wilhelm von Born das heruntergekommene Rittergut und betrieb es wirtschaftlich erfolgreich. Das Gut war ein landtagsfähiges Rittergut und berechtigte zur Teilnahme an der Wahl der Vertreter der Ritterschaft im Kreis Bromberg und Kreis Mogilno zum Provinziallandtag der Provinz Posen.Nachruf: † Wilhelm von Born, In: Hofrat(h) C. Herrlich: Wochenblatt der Johanniter-Ordens Balley Brandenburg. Jahrgang 17, Nr. 45, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin, den 8. November 1876, S. 1 f.] 1854 wurde Wilhelm von Born in den Provinziallandtag gewählt.PDF-Verhandlungen des zehnten Provinzial-Landtages der Provinz Posen im Jahre 1854. Band 10, Mit: Verzeichniß der Mitglieder des 10. Provinzial-Landtages, W. Decker & Comp., Posen 1854, S. 23. (Nr. 20) Nach dessen Tod 1876 ging das Gut in den Besitz von Friedrich von Fallois über, der sich danach Friedrich von Born-Fallois nannte. Dieser war ebenfalls politisch tätig und wurde 1896 aufgrund der Präsentation des Ritterstandes Mitglied im Preußischen Herrenhaus.A. Reißig: Uebersicht über die Verhandlungs-Gegenstände des Preußischen Herrenhauses in der Session vom 15. Januar bis 20. Juni 1896. Eigenverlag, Berlin 1896, S. 188. Nach dessen Tod erbte sein Sohn Wilhelm von Born-Fallois das Rittergut. Nach dem Übergang des Gebietes an das neugegründete Polen erlosch somit die Sonderstellung als Rittergut 1918. Bis zu seinem Tod 1934 blieb Wilhelm von Born-Fallois der Eigentümer. Danach übernahm kurz seine Witwe Valeska, geb. Freiin von Schlichting, Tochter der Valeska von Müller und des Gutsbesitzers sowie Landtagsmarschall der Provinz Posen Freiherr Maximilian von Schlichting, die Begüterung Sienno. Sie war faktisch stellvertretend für Erbengemeinschaft der drei Kinder, Friedrich, Gerda und Hilmar, tätig, die alle drei vor 1938 Mitglieder der Deutschen Adelsgenossenschaft wurden.Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft. 1938. Landesabteilung Hinterpommern, Schlieffen-Verlag, Berlin 1938, S. 160. Neuer Gutsherr wurde bald der älteste Sohn der Familie, der 1908 geborene Diplom-Landwirt Friedrich von Born-Fallois. Die Witwe Valeska von Fallois-Born lebte nach dem Krieg in WestfalenHans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1956. Band II, Band 12 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1956, S. 84. und starb 1958 in Vehlingen/Niederrhein. Friedrich von Born-Fallois lebte in den 1970er Jahren in Villingen/Baden-Württemberg, sein Bruder Hilmar von Born-Fallois war 1944 als Reserveleutnant gefallen.Walter von Hueck, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. B (Briefadel). 1981. Band XIV, Band 78 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1981, S. 205.

Beschreibung Das Rittergut hatte 1883 die Größe von 846,83 Hektar, davon 718,48 ha Ackerland, 110,31 ha Wiesen, 13,11 ha Weiden und 4,93 Hofräume und anderes. Der Grundsteuer-Reinertrag betrug 16.035 Mark. Schwerpunkt des Betriebs war die Züchtung von Holländer Rindvieh und ostpreußischen Pferden.Paul Hoffmann (Hrsg.): Grossgrundbesitzer- und Güter-Lexikon der Provinz Posen zugleich Adressbuch der Ritterguts- und Gutsbesitzer in der Provinz Posen. . Verlag L. Pentz, Berlin 1883, S. 218.

Literatur Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideicommiss- und Schatull-Gütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 9, Selbstverlag, Berlin 1866/1867, Blatt 489.

Einzelnachweise

Sienno Kategorie:Gmina Dobrcz