Robert David „Robbie“ Keane (* 8. Juli 1980 in Tallaght, Dublin) ist ein ehemaliger irischer Fußballspieler. Als Stürmer, den gleichsam Fähigkeiten als Torjäger sowie etwas zurückhängend in der Spielgestaltung auszeichneten, hält er in der irischen Nationalmannschaft die Rekorde als Spieler mit den meisten Treffern (68 Tore) und den meisten Einsätzen (146). Seine bekannteste Station im Vereinsfußball war Tottenham Hotspur (2002 bis 2008 und 2009 bis 2011). Nach seiner aktiven Karriere wechselte er in den Trainerstab der irischen Nationalmannschaft.

Vereinskarriere Karrierebeginn: Wolverhampton Wanderers (1997–1999) Robbie Keane lernte das Fußballspielen, als er während seiner Schulzeit beim Dubliner Verein Crumlin United spielte. Schon früh wurde das Talent des jungen Stürmers erkannt und er bekam Angebote von den Wolverhampton Wanderers und seinem späteren Profiklub FC Liverpool. Keane entschied sich allerdings zunächst gegen Liverpool, da er sich bei Wolverhampton in der First Division eine bessere Chance auf Einsätze in der ersten Mannschaft ausrechnete.„10 things you need to know about Robbie Keane“ (mirror.co.uk) Nach seinem Wechsel im Alter von 15 Jahren spielte er zunächst einige Zeit für die Jugendmannschaft der „Wolves“ (liverpoolfc.com), bevor er nach einer sehr erfolgreichen Jugendspielzeit 1996/97 (aber nur zwei Einsätzen in der Reservemannschaft) am 9. August 1997 ein umjubeltes Debüt in der zweiten Liga gab, als er beim 2:0-Sieg über Norwich City auf Anhieb beide Treffer erzielte. Insgesamt gelangen ihm in seiner Premierensaison 1997/98 elf Ligatore, wobei er zumeist etwas zurückgezogen hinter den beiden Sturmspitzen agierte. Zwar verlor er in der Schlussphase der Saison nach einigen Partien auf der rechten Außenbahn seinen Stammplatz, aber seine Darbietungen brachten ihm die Nominierung in die Zweitligamannschaft des Jahres („PFA Team of the Year“) ein.

In der Folgespielzeit 1998/99 schoss Keane 16 Pflichtspieltore und obwohl er zwei längere Verletzungspausen im Herbst 1998 (mit sieben verpassten Partien und anschließend kurzzeitiger „Degradierung“ auf die Ersatzbank) und ab März 1999 durchlief, war er der treffsicherste Spieler seiner Mannschaft – die Abwesenheit aufgrund der Abstellung für die U-20-Weltmeisterschaft in Nigeria konnte zudem nur unzureichend im Verein kompensiert werden. Mit seiner Treffsicherheit wurde er auch für andere Vereine attraktiv und für sechs Millionen britische Pfund wechselte Keane nach dem zweiten Spieltag in die Premier League zu Coventry City. Dies war der bis dato teuerste Transfer eines britischen oder irischen Teenagers,„Keane in £13m Inter switch“ (bbc.co.uk) wobei zuvor Aston Villa der aussichtsreichste Interessent gewesen war, der dann aber den ausgeschriebenen Preis nicht zahlen wollte – dazu hatten sich vergebliche Offerten des FC Middlesbrough gesellt.

Sportlicher Durchbruch: Coventry, Mailand und Leeds (1999–2002) Wie schon in Wolverhampton schoss Keane auch für Coventry bei seinem Einstand zwei Tore. Mit insgesamt elf Toren in den ersten 21 Partien an der Seite von vier verschiedenen Sturmpartnern fügte er sich auf höchstem Niveau im englischen Fußball gut ein und bereits im August 1999 zeichnete ihn die Premier League zum Fußballer des Monats aus. Sein persönlicher Höhepunkt war Weihnachten 1999, als er gegen den FC Arsenal einen trickreichen Siegtreffer erzielte und dabei Tony Adams und David Seaman düpierte. Zwar ließen seine Darbietungen in der Rückrunde (auch verletzungsbedingt) ein wenig nach, dessen ungeachtet belegte er nach Saisonende bei der Wahl zu Englands Fußballer des Jahres in der Jungprofi-Kategorie den zweiten Platz.

Im Sommer 2000 wurde er dann von Marcello Lippi zu Inter Mailand geholt. Am 30. Juli 2000 unterschrieb er bei Inter einen Fünfjahresvertrag, der Coventry 13 Millionen Pfund in die Kasse spülte. Allerdings war seine Zeit in Mailand wenig erfolgreich. Nachdem Lippi bald nach Keanes Ankunft den Trainerstuhl räumen musste, kam der Ire in der Sturmformation, die üblicherweise mit Ronaldo und Christian Vieri antrat, unter dem neuen Coach Marco Tardelli nur zu sechs Ligaeinsätzen. Bereits im Dezember 2000 wurde Keane deshalb an Leeds United ausgeliehen.

In Leeds fügte er sich schnell ein, schoss bei seiner ersten Partie von Beginn an gegen Middlesbrough das erste Tor für Leeds und ließ in den sieben Begegnungen danach fünf weitere Tore folgen – darunter per Fallrückzieher gegen seinen Ex-Klub aus Coventry. Problematisch war, dass er für Spiele der Champions League der laufenden Saison gesperrt war und häufig mit Alan Smith um den Stammplatz im Angriff an der Seite von Mark Viduka zu kämpfen hatte. Dennoch hinterließ er in der Leihperiode mit seinen technischen Fertigkeiten, der hohen Laufbereitschaft und allgemein uneigennützigen Spielweise einen guten Eindruck und so verpflichtete ihn Leeds im Mai 2001 für zwölf Millionen Pfund. Die Saison 2001/02 war für Keane mit gerade einmal drei Ligatoren weniger erfolgreich. Seine besten Leistungen zeigte er zumeist in Pokalwettbewerben, darunter ein Hattrick gegen Leicester City sowie drei Treffer im UEFA-Pokal gegen Marítimo Funchal, ES Troyes AC und Grasshoppers Zürich. Als Leeds im November 2001 mit Robbie Fowler einen neuen Stürmer hinzukaufte, verblieb Keane zumeist nur noch die Rolle des Einwechselspielers. Auch zu Beginn der anschließenden Saison 2002/03 verbesserte sich seine Perspektive nicht – obwohl bei der Weltmeisterschaft 2002 zu einem der „Stars“ gehörend – und so wechselte er Ende August 2002 für sieben Millionen Pfund zu Tottenham Hotspur nach London.

Ende der „Heimatsuche“ mit Unterbrechungen: Tottenham Hotspur (2002–2011) hochkant|mini|Robbie Keane im Trikot der Spurs Als bedeutendster Transfer von Tottenham unter Glenn Hoddle in der Saison 2002/03 dauerte es nicht lange, bis sich Keane in der neuen Mannschaft etablierte und zum Ende der Spielzeit war er mit dreizehn Ligatreffern bester Torschütze der „Spurs“ – die beste Leistung zeigte er per Hattrick gegen den FC Everton. Dabei fand seine Stärke, die neben einer schnellen Handlungsfähigkeit vor dem gegnerischen Tor vor allem darin lag, dass er sich durch häufigen Rückzug ins Mittelfeld am Spielaufbau beteiligte, wieder bessere Verwendung. Zwar hatte er zu Beginn der Saison 2003/04 unter Verletzungen sowie einer Torflaute zu leiden, aber seine Darbietungen stabilisierten sich im Fortlauf. Maßgeblich dafür verantwortlich war auch die Ankunft des neuen Sturmpartners Jermain Defoe; dazu sorgte der groß gewachsene Frédéric Kanouté für weitere Optionen im Angriffsspiel. Keane hielt dem zunehmenden Konkurrenzkampf, der zur Mitte der Spielzeit 2004/05 durch den ägyptischen Neuzugang Mido noch angeheizt wurde, auch fortan stand, wobei er in der Rückrunde anstelle des plötzlich wenig treffsicheren Defoe die eigene Torquote signifikant steigerte. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Stationen wurde Keane nun vor allem aufgrund seiner Beständigkeit geschätzt und in seinem mittlerweile vierten Jahr avancierte der Publikumsliebling mit 16 Premier-League-Toren zum dritten Mal zu Tottenhams Toptorjäger. Als im Sommer 2006 der bulgarische Nationalspieler Dimitar Berbatow zum Verein stieß, dauerte es zunächst einige Zeit, bis sich die neue Offensivformation eingespielt hatte, aber nach nur zwei Toren in den ersten elf Partien und kurzzeitigen Verletzungssorgen im Dezember 2006 beendete Keane die Spielzeit mit 17 Treffern aus den letzten 22 Pflichtbegegnungen. Zusätzlich vertrat er öfters den etatmäßigen Kapitän Ledley King. In seiner vorerst letzten Saison 2007/08 für die Nordlondoner war er gemeinsam mit Berbatow erneut treffsicherster Spielers seines Klubs, obwohl er nach der Verpflichtung von Darren Bent häufig nur im Mittelfeld zum Einsatz kam. In der Partie gegen den AFC Sunderland schoss er am 19. Januar 2008 das 100. Pflichtspieltor für Tottenham. Dazu verabschiedete er sich 2008 mit dem Gewinn des Ligapokals, nachdem er mit seinen Mannen im Finale den FC Chelsea mit 2:1 bezwungen hatte. Dort war er in der Verlängerung gut 20 Minuten vor Schluss für den defensiveren Younès Kaboul ausgewechselt worden. Als „Leitwolf“ und Tottenhams dreimaliger Spieler des Jahres empfahl er sich nachhaltig für englische Spitzenklubs und so sicherte sich der damalige englische Rekordmeister FC Liverpool Ende Juli 2008 für nicht weniger als 20,3 Millionen Pfund Keanes Dienste – obwohl dieser zuvor noch seinen Vertrag in London bis 2012 verlängert hatte.

Mit der Unterzeichnung eines Vierjahresvertrags bei den „Reds“ erfüllte sich Keane einen Kindheitstraum (liverpoolfc.tv), aber die Hoffnungen auf eine ertragreiche Sturmpartnerschaft mit Fernando Torres erfüllten sich nicht. Zunächst musste der Ire bis zum 1. Oktober 2008 anlässlich des 3:1-Siegs in der Champions League gegen die PSV Eindhoven auf den ersten Pflichtspieltreffer warten – dies war gleichzeitig Keanes erstes Tor in der Champions League überhaupt. In der heimischen Liga war er erst im November 2008 erfolgreich, als er zwei Tore zum Sieg gegen West Bromwich Albion beisteuerte. Fortan stabilisierten sich seine Leistungen etwas, aber Trainer Rafael Benítez berücksichtigte ihn dessen ungeachtet weniger. Bei seinen 24 Pflichtpartien für Liverpool wechselte Benítez Keane 17 Mal aus und als Ersatzspieler blieb er gelegentlich auch dann auf der Bank, wenn die Mannschaft dringend ein Tor benötigte. Nach einem Monat zahlreicher Spekulationen bezüglich einer Rückkehr nach Tottenham, wurde diese kurz vor Ende der Transferperiode am 2. Februar 2009 für eine Ablösesumme von zwölf Millionen Pfund realisiert.„Robbie returns“ (tottenhamhotspur.com) Keane selbst kommentierte das frühzeitige Scheitern in Liverpool, „dass er den Wechsel nie bereut habe, aber er sei mit dem Trainer Rafael Benítez nicht zurechtgekommen“. (Yahoo! Sport)

Nach seiner Rückkehr übernahm Keane sofort für den dauerverletzten King die Rolle des Mannschaftskapitäns und bei den ersten sechs Auftritten für die zwischenzeitlich in Abstiegsgefahr geratenen „Spurs“ blieb die Mannschaft unter dem neuen Trainer Harry Redknapp ungeschlagen – am Ende platzierte sich das Team noch in der oberen Tabellenhälfte und Keane hatte dazu in vierzehn Ligapartien fünf Tore beigetragen. In der Saison 2009/10 schoss Keane neun Tore in 25 Pflichtspielen, wobei er angesichts seiner vier Tore beim 5:0-Sieg gegen den FC Burnley hinsichtlich seiner Torquote unterdurchschnittlich blieb – wenngleich berücksichtigend, dass er häufig zurückgezogen im linken Mittelfeld agierte. Am 1. Februar 2010 erlaubte Tottenhams Vereinsführung Keanes Wechsel auf Leihbasis bis zum Ende der laufenden Spielzeit zu Celtic Glasgow.„Keane in Celtic loan“ (tottenhamhotspur.com) Dort entwickelte er sich mit zwölf Toren in sechzehn Ligaspielen schnell zum Publikumsliebling, aber nach Ablauf der Ausleihfrist ging es für ihn zurück zu den Spurs.

Einen ähnlichen Verlauf nahm die Saison 2010/11 für Keane, als er in der Hinrunde zunächst bei Tottenham agierte (dort jedoch ohne jeglichen Torerfolg blieb) und dann Ende Januar 2011 für den Rest der Spielzeit zum Ligakonkurrenten West Ham United ausgeliehen wurde. Für die „Hammers“ kam Keane neun Mal in der Premier League zum Zuge (dabei stand er jedoch nur fünfmal in der Startelf). Am Ende stieg das Team in die Zweitklassigkeit ab und Keane kehrte nach Tottenham zurück.Robbie Keane expects Spurs exit (London Evening Standard)

Wechsel nach Nordamerika und Karriereausklang hochkant|mini|Robbie Keane als Spieler der LA Galaxy (2013).