Hans Engels (* 30. Juni 1924 in Leipzig; † 1995) war ein deutscher Maler und Grafiker.
Leben und Werk Engels absolvierte von 1939 bis 1942 eine Lehre als Schaufensterdekorateur. Daneben besuchte er die Abendakademie der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe Leipzig. Von 1942 bis 1945 nahm er als Soldat der Wehrmacht am Zweiten Weltkrieg teil.
Danach wurde er bereits 1945 an der weiterbestehenden Akademie immatrikuliert. Nachdem diese bis 1947 geschlossen war, gehörte er zur studentischen Arbeitsgemeinschaft von Ernst Hassebrauk und Max Schwimmer. Daneben nahm er Privatunterricht bei Oskar Behringer. Dann studierte er bis 1951 an der Akademie, die nun den Namen Akademie für Grafik und Buchkunst trug, bei Walter Arnold, Hassebrauk und Schwimmer, dessen Meisterschüler er war. In dieser Zeit schuf er u. a. Illustrationen zu Thomas Manns Tristan. Nachdem Schwimmer als „Formalist“ diskreditiert worden war und deshalb 1951 seine Lehrverpflichtung niederlegte, brach Engels mit Bernhard Heisig das Studium aus Protest ab.Karl-Siegbert Rehberg und Hans-Werner Schmidt (Hrsg.): 60/40/20. Kunst in Leipzig seit 1949. E. A. Seemann, Leipzig 2010, S. 49
Danach arbeitete er in Leipzig als freischaffender Maler und Grafiker, 1952/53 kurzzeitig unterbrochen durch Lehrtätigkeit an der Hochschule für bildenden und angewandte Kunst Berlin-Weißensee. Neben der freien künstlerischen Arbeit schuf er u. a. architekturgebundene Werke für repräsentative Bauten und betätigte er sich als Buchillustrator.
Museen und öffentliche Sammlungen mit Werken Engels (unvollständig)
Altenburg: Lindenau-Museum Gera: Kunstsammlung Gera Leipzig: Museum der bildenden Künste
Werkbeispiele Siehe auch Bildindex der Kunst & Architektur.
Tafelbilder
Rentnerehepaar (1974, Mischtechnik, 94 × 58 cm)Rehberg s. a. o., S. 23 (Abbildung)
Im Park (1970, Mischtechnik, 46,5 × 64 cm; Museum der bildenden Künste Leipzig) Schlosspark im Volksgut Kohren-Sahlis (Mischnik, 40,5 × 59 cm; Museum der bildenden Künste Leipzig) Stillleben mit Clivia und Zeitungen (1974, 96 × 132 cm; Museum der bildenden Künste Leipzig)
Architekturbezogene Werke
Kostümprobe zum „Falstaff“ (1963, Wandgestaltung, Tempera auf Hartfaserplatten, 2,60 × 9,80 m; Leipzig, Georgi-Ring 6, Weinrestaurant „Falstaff“)Erika Neumann (Bearbeitung): Bildende Kunst + Architektur. Katalog Teil 2 Halle/Leipzig. Deutsche Bauakademie, Berlin, 1969, S. 164/165 Weimar (1965, Wandgestaltung, Sgraffito und Fresco; Leipzig, Interhotel "Deutschland"Anmerkung: heute Radisson Blu Hotel Leipzig). Das Bild stieß auf heftige Kritik. Alfred Kurella sprach von „untragbaren Abweichungen von den Kunstauffassungen der Partei“.Karl-Siegbert Rehberg und Hans-Werner Schmidt (Hrsg.): 60/40/20. Kunst in Leipzig seit 1949. E. A. Seemann, Leipzig 2010, S. 26/27
Buchillustrationen
Alphonse Daudet: Tartarin von Tarascon. PhilReclam jun., Leipzig 1950 Walter Basan: Von Rennbahnstaub, Sacharin und Kabeljaulake. Ein heiterer Jugendroman. Mitteldeutscher Verlag, Halle/Saale 1950 Fjodor Dostojewski: Der Spieler. Aus den Aufzeichnungen eines jungen Mannes. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1967
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
1974: Leipzig, Museum der Bildenden Künste 1974: Leipzig, Galerie am Sachsenplatz (mit Otto Möhwald) 2000: Leipzig, Ausstellungszentrum der Universität Leipzig („Retrospektive Hans Engels“)
Ausstellungsbeteiligungen in der DDR
1956: Leipzig, Georgi-Dimitroff-Museum (Atelier-Ausstellung mit weiteren Künstlern, u. a. Christl Blume, Harry Blume, Bernhard Heisig, Hans Mayer-Foreyt, Heinz Mäde, Gerhard Kurt Müller, Werner Tübke und Heinrich Witz) 1957: Leipzig (Atelier-Ausstellung mit der „Neuen Gruppe Rheinland-Pfalz“) 1961 bis 1985: Leipzig, sechs Bezirkskunstausstellungen 1975: Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum („Lithografie im Bezirk Leipzig“) 1977: Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum („Zeichnung im Bezirk Leipzig“) 1982: Leipzig, Museum der Bildenden Künste („Selbstbildnisse Leipziger Künstler“) 1984: Leipzig, Museum der bildenden Künste („Kunst in Leipzig 1949–1984“) 1985: Cottbus, Staatliche Kunstsammlungen („Zeichnungen in der Kunst der DDR. 1974–1984“)
Literatur
Günter Meißner: Leipziger Künstler der Gegenwart. E. A. Seemann-Verlag, Leipzig 1977, S. 222. Rainer Behrends und Anneliese Hübscher: Hans Engels. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Passage-Verlag, Leipzig 2000. ISBN 3-932900-30-8, ISBN 978-3-932900-30-3. Saur. Allgemeines Künstlerlexikon. Band 34, 2002, S. 61/62 Engels, Hans. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010. ISBN 978-3-355-01761-9, S. 189.
Weblink
Dreifaches Spielvergnügen – Der Leipziger Maler Hans Engels, ein großzügiger Vereinfacher | Kunst und Technik
Einzelnachweise
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