Die Friedrichshafen FF 59 war ein deutsches Aufklärungsflugzeug der Kaiserlichen Marine im Ersten Weltkrieg. Nach deren Flugzeug-Gruppeneinteilung gehörte sie zur Kategorie C2MG HFT (einmotoriges, zweisitziges Schwimmerflugzeug mit MG sowie FT-Sender und -Empfänger). Es wurde eine kleine Serie produziert.
Entwicklung Die FF 59 entstand aus der FF 49 und war wie diese eine etwas vergrößerte und mit einem leistungsstärkeren Antrieb ausgerüstete Weiterentwicklung der erfolgreichen FF 33. Eine Bestellung des Reichsmarineamts erfolgte am 27. August 1917. Es wurden zwei Exemplare mit den Marinenummern 1822 und 1823 gebaut. Nummer 1822 wurde mit einer „umgedrehten“, das heißt, nach unten gesetzten Seitenflosse ähnlich der Seitenflosse der Hansa-Brandenburg W.12 ausgestattet, um dem Bordschützen ein größeres Schussfeld nach hinten zu ermöglichen. Diese als FF 59a durchgeführten Test verliefen mit dieser Konfiguration jedoch nicht zufriedenstellend, sodass der Marinenummer 1822 eine zusätzliche, mit I-Streben an der Höhenflosse abgestützte Seitenflosse auf das Rumpfheck aufgesetzt wurde. Die zusätzlichen Stabilisierungsflächen unter der Höhenflosse wurden bei dem nun als FF 59b bezeichneten Flugzeug weggelassen. Da durch dieses ziemlich steil nach oben gezogene Seitenleitwerk der Effekt des hinteren großen Schussraums aber wieder verloren ging, entschied man sich, die Flugzeuge mit einem herkömmlichen FF-Leitwerk auszustatten. Solchermaßen umgebaut wurde die Marinenummer 1822 am 2. Februar 1918 dem Seeflugzeug-Versuchskommando in Warnemünde als FF 59c zur Erprobung übergeben. Die Tests verliefen zufriedenstellend und am 4. Juni 1918 erfolgte die Abnahme. Im Folgenden wurde eine kleine Serie von zwanzig Einheiten der FF 59c aufgelegt und ab Sommer des Jahres mit den Nummern 3064–3083Rainer Lüdemann: Die deutsche Seefliegerei. Buch I: Schwimmerflugzeuge. Epubli, Bad Sassendorf 2020, ISBN 978-3-7529-8719-5, S. 174. an die Marine geliefert.
Technische Daten mini|Marinenummer 1822, erste Leitwerksausführung mini|Marinenummer 1822, zweite Leitwerksausführung
Kenngröße Daten (FF 59c) Besatzung 2 Spannweite 17,80 m (oben)16,20 m (unten) Länge 11,50 m Höhe 4,25 m Flügelfläche 71,50 m² Flächenbelastung 31,45 kg/m² Leistungsbelastung 9,77 kg/PS Leermasse 1586 kg Zuladung 663 kg Startmasse 2249 kg Antrieb ein wassergekühlter Sechszylinder-Reihenmotor Benz Bz IVmit starrer Zweiblatt-Luftschraube Niendorf (ø 3,00 m) Nennleistung bei 1400/min Kraftstoffvorrat 408 l (286 kg) Höchstgeschwindigkeit 142 km/h in Bodennähe Marschgeschwindigkeit 120 km/h Landegeschwindigkeit 80 km/h Steigzeit 7,1 min auf 800 m Höhe8,9 min auf 1000 m Höhe15,6 min auf 1500 m Höhe23,5 min auf 2000 m Höhe49,7 min auf 3000 m Höhe Dienstgipfelhöhe 3500 m Reichweite 680 km Bewaffnung ein bewegliches Parabellum MG 14, 7,92 mm
Literatur Hans-Jürgen Becker: Wasserflugzeuge – Flugboote, Amphibien, Schwimmerflugzeuge (= Die deutsche Luftfahrt. Band 21). Bernard & Graefe, Bonn 1994, ISBN 3-7637-6106-3. Siegfried Borzutzki: Flugzeugbau Friedrichshafen GmbH. 1. Auflage, Markus Burbach, Berlin–Königswinter 1993, ISBN 3-927513-60-1. Günter Kroschel, Helmut Stützer: Die deutschen Militärflugzeuge 1910–1918. Mittler, Herford 1977, ISBN 3-920602-18-8.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:C-Flugzeugtyp der deutschen Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg Kategorie:Flugzeugtyp (Kaiserliche Marine) Kategorie:Seeaufklärer Kategorie:Schwimmerflugzeug Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Erstflug 1918