Dies ist ein jiddisch-deutsches Glossar zur Schoah (siehe unter Holocaust). Es erhebt keinen Anspruch auf Aktualität oder Vollständigkeit. mini|120px| Kurzeinführung Ein Schwerpunkt des Glossars liegt auf in der jiddischen Sprache (jidischer schprach) gebräuchlichen Begriffen, die im Deutschen nicht aus sich heraus verständlich sind, enthält aber auch solche. Neben jiddischen Wörtern enthält das Glossar auch hebräische, insoweit sie im Jiddischen verwendet wurden.Siehe z. B. die Buchtitel der beiden jiddischsprachigen Buchreihen Dos poylishe yidntum und Musterverk fun der yidisher literatur.

Das folgende im weiteren Aufbau begriffene Glossar ist kein Fachvokabularium zur mörderischen Todesmaschinerie des Holocaust.Zu englischsprachigen Holocaust-Vokabularien, vgl. neben der reichhaltigen Fachliteratur (siehe unter Holocaust) z. B. encyclopedia.ushmm.org: Glossary, holocaust.projects.history.ucsb.edu: Glossary of Relevant Terms, hmh.org: Vocabulary Terms Related to the Holocaust oder thebreman.org: Vocabulary of the Holocaust u. a. Es hat zum Ziel, die jiddischen Begriffe zusätzlich mit einer deutschen Übersetzung wiederzugeben und wo nötig, ergänzende Informationen zu liefern (bzw. zu diesen zu verlinken). Die flexibel gehandhabte Transkription folgt aus praktischen Gründen zunächst des Öfteren worldcat.org,vgl. worldcat.org (zu der jiddischen Buchreihe Musterverk fun der yidisher literatur) eine Einheitlichkeit der Schreibungen wurde nicht angestrebt, Alternativschreibungen wurden daher verschiedentlich aufgenommen. Das Wort für den Holocaust / die Schoah beispielsweise begegnet in den Schreibungen churbn, ḥurbn, khurbn usw. - Die von den amerikanischen und britischen Militärbehörden als „Displaced Persons“ (DPs) kategorisierte Personengruppe nannte sich selbst she'erit hapletah (; „der überlebende Rest“).vgl. Tobias Brinkmann: Migration und Transnationalität. 2012, (S. 155).

In ihrem Essay "'A Rubric of Pain Words': Mapping Atrocity with Holocaust Yiddish Glossaries"Etwa: Eine Rubrik von Wörtern des Schmerzes: Die Kartierung von Gräueltaten mit jiddischen Glossaren des Holocaust. untersucht die Historikerin Hannah Pollin-Galay beispielsweise einige der ersten Linguisten (Nachman Blumental, Elye Spivakvgl. yivoencyclopedia.org: Spivak, Elye und Israel Kaplan), die die Entwicklung des Jiddischen während und nach dem Holocaust dokumentierten und liefert einen genauen Blick auf das, was sie einen “catastrophe dialect” (“Katastrophendialekt”) nennt, und auch auf die Art und Weise, wie Nachkriegswissenschaftler versuchten, die Veränderungen, die der Nationalsozialismus in der Sprache und ihren Vokabularen bewirkte, zu verstehen.katz.sas.upenn.edu: Fun a ganef iz shver tsu ganvenen: On Holocaust Linguistics [Von einem Dieb ist schwer zu stehlen: Über Holocaust-Linguistik]

Glossar

ariše papirn = arische Papiere

bafrayung = Befreiung

churbn (siehe unter khurbn) churves = Ruinen

Daiṭšland (siehe unter Deitschland) Deitschland = Deutschland deitšer okupatzie = deutsche Besatzung Dos poilische jidntum = Das polnische Judentumvgl. Malena Chinski: Memorias olvidadas: los judíos y la recordación de la Shoá en Buenos Aires, 1942-1956. [Vergessene Erinnerungen: Juden und Schoah-Gedenken in Buenos Aires, 1942–1956] Diss. 2017 (Online) (jiddischsprachige Buchreihe)

Exodus 1947 = Exodus 1947

fabrikn fun toit = Todesfabriken / Vernichtungslager

gaz kamer = Gaskammer gēhinnōm = Hölle (z. B. in dem Buchtitel Treblinker gēhinnōm / Die Hölle von Treblinka von Wassili Grossman; siehe auch Gehinnom) geṭo = Ghettovgl. bundesfinanzministerium.de: BMF-Ghettoliste (z. B. Budapest, Warschau, Vilnius) geto lider = Ghettolieder (siehe auch Liste von Schoah-Liederbüchern)

heimlozikeit = Heimatlosigkeit Hiṭler-tkufe = Hitler-Zeit

jidišer literatur = jiddische Literatur jidn = Juden jidntum = Judentum

katset = KZ (Konzentrationslager) ḳatseṭlers = KZ-Häftlinge khurbn = Zerstörung (ein Wort für den Holocaust / die Schoah)

lager = Lager

memuarn = Memoiren milḥome = Krieg (z. B. Großer Vaterländischer Krieg)

Mizreḥ-Eirope = Osteuropa Musterverk fun der yidisher literatur bzw. Musterwerk fun der jidischer literatur = Meisterwerke der jiddischen Literatur (jiddischsprachige Buchreihe)

nochmilhamedikn lebn = Nachkriegsleben

oyfshtand = Aufstand (z. B. der Aufstand im Warschauer Ghetto oder der Aufstand im Ghetto Bialystok) okupirte gebitn = besetzte Gebiete

parṭizaner = Partisanen pleiṭe = Flucht pleiṭim = Flüchtlinge poiliše jidn = polnische Juden Poiln = Polen

Raṭn-Farband = Sowjetunion (wörtlich Räte-Verband)

she'erit hapletah (hebr.) = „der überlebende Rest“ (siehe auch den Artikel Displaced Persons) štetl = Schtetl („Städtlein“)

ṭogbuch = Tagebuch toit lager = Todeslager toit marshn = Todesmarsch tzurikgekomener = Zurückgekommener

velt-milhomes bzw. welt-milḥāmōt = Weltkriege

Waršewer geṭo = Warschauer Ghetto

yidntum (siehe unter jidntum) yidisher literatur (siehe unter jidisher literatur)

zichroines = Erinnerungen

Siehe auch Liste von Schoah-Liederbüchern

Literatur

Dos poylishe yidntum Musterverk fun der yidisher literatur

Das Schwarzbuch über die verbrecherische Massenvernichtung der Juden durch die faschistischen deutschen Eroberer in den zeitweilig okkupierten Gebieten der Sowjetunion und in den faschistischen Vernichtungslagern Polens während des Krieges 1941–1945. Russischsprachige Erstveröffentlichung: Tarbut, Jerusalem 1980. Deutsche Übersetzung der vollständigen Fassung: Wassili Grossman, Ilja Ehrenburg, Arno Lustiger (Hrsg.): Das Schwarzbuch, der Genozid an den sowjetischen Juden (übersetzt von Ruth und Heinz Deutschland), Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994, ISBN 3-498-01655-5

Hannah Pollin-Galay: "A Rubric of Pain Words": Mapping Atrocity with Holocaust Yiddish Glossaries. Jewish Quarterly Review. University of Pennsylvania Press, Volume 110, Number 1, Winter 2020, pp. 161–193 (in Teilansicht)

Weblinks

Sharit Ha-Platah – der gerettete Rest (Debórah Dwork)

Einzelnachweise und Fußnoten

Kategorie:Liste (Wörter) Kategorie:Jiddisch Kategorie:Holocaust