Anuk Brändli (* 7. Juni 2003 in Chur) ist eine Schweizer Skirennfahrerin aus Arosa, die vorwiegend Slalom- und Riesenslalom-Rennen bestreitet. Sie gehört aktuell dem B-Kader von Swiss-Ski an.

Biografie Anuk Brändli entstammt einer skibegeisterten Familie. Sowohl ihr Grossvater väterlicherseits wie auch ihr Vater Adrian «Guy» Brändli und drei von dessen Geschwistern war beziehungsweise sind patentierte Skilehrer. Ihre Tante Barbara Kuppelwieser-Brändli wurde 1978 Bündnermeisterin in der Alpinen Kombination.Hans Danuser/Skiclub Arosa (Hrsg.): „100 Jahre Skiclub Arosa“, Arosa 2003, S. 120. Onkel Thedy Brändli bestritt Mitte der 1990er-Jahre unter anderem einige Weltcuprennen für das kanadische Ski-Team.

Anuk Brändli absolvierte das Sport-Gymnasium Davos und startet für den Skiclub Arosa. Am 14. November 2019 bestritt sie im Alter von 16 Jahren auf der Diavolezza ihre ersten FIS-Rennen. Am 10. März 2022 gewann sie in Engelberg ihren ersten FIS-Bewerb. Am 29. November 2022 debütierte sie in Mayrhofen im Europacup, konnte sich aber nur vereinzelt in den Punkterängen klassieren. Bei den Juniorenweltmeisterschaften im Januar 2023 in St. Anton belegte sie sowohl im Slalom als auch im Riesenslalom den 7. Rang. Zudem wurde sie zusammen mit Malorie Blanc Sechste in der Alpinen Team-Kombination.

2022 und 2023 wurde Brändli Schweizer Junioren-Meisterin im Slalom. Ihren bis dahin grössten Erfolg feierte sie am 25. März 2023 in Verbier mit dem Gewinn der Schweizer Meisterschaft 2023 im Slalom.

Im November 2023 erlitt Brändli während der Saisonvorbereitungen eine Gehirnerschütterung, weshalb sie mit Kopfschmerzen und visuellen Störungen in die Saison 2023/24 startete. Trotzdem feierte sie am 16. Januar 2024 im Slalom von Flachau ihre Weltcuppremiere, wobei sie im 1. Lauf ausschied. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2024 gewann sie zusammen mit Malorie Blanc die Goldmedaille in der Team-Kombination, hinzu kam die Silbermedaille im Slalom. Am 11. Februar 2024 kam sie beim Slalom von Soldeu zu ihrem zweiten Weltcupeinsatz, wobei sie sich nicht für den 2. Lauf qualifizieren konnte. Aufgrund der Gehirnerschütterung beendete sie die Wettkampfsaison Mitte März 2024 frühzeitig, da sie unter Beeinträchtigungen des Gleichgewicht und der visuellen Fokussierung litt.Aroser Zeitung vom 26. April 2024, S. 23.

Im Sommer 2024 absolvierte Anuk Brändli die Spitzensport-Rekrutenschule in Magglingen.Aroser Zeitung vom 26. April 2024, S. 23. Im Herbst 2024 begann sie ein Fernstudium im Bereich Wirtschaftswissenschaft.

In der Saison 2024/25 wurde Brändli dreimal für einen Weltcupslalom selektioniert, wobei sie bei allen drei Starts ohne zählbares Resultat blieb. Im Europacup zeigte sie konstante Leistungen und fuhr nicht nur ihren ersten Podestplatz, sondern am 8. Januar 2025 in Les Diablerets auch den ersten Sieg im Slalom heraus. Auf FIS-Stufe konnte sie ihre zweite Disziplin, den Riesenslalom, mit sechs Podestplätzen weiter aufbauen.Schweiz am Wochenende vom 29. März 2025, S. 34. Am 29. März 2025 wurde sie zum dritten Mal Clubmeisterin des Skiclubs Arosa, wobei die von ihr gefahrene Zeit auch bei den Herren zu Rang zwei gereicht hätte.Rangliste Clubrennen Skiclub Arosa vom 29. März 2025. An den Schweizer Meisterschaften 2025 erreichte sie im Slalom den zweiten Rang.

Ihre ersten Weltcuppunkte gewann Brändli am 23. November 2025 mit Platz 21 im Slalom von Gurgl. Das bisher beste Weltcupergebnis folgte am 16. Dezember 2025 mit Platz 14 im Slalom von Courchevel. Gemäss den damaligen internen Selektionskriterien von Swiss-Ski hätte eine weitere Top-15-Rangierung bei einem der darauffolgenden Weltcupslaloms die Qualifikation Brändlis für die Olympischen Winterspiele 2026 bedeutet. Diese Möglichkeit konnte sie jedoch in der Folge nicht nutzen, sie schied dreimal hintereinander bereits im 1. Lauf aus.

Am 25. Januar 2026 fädelte Brändli beim Slalom von Spindlermühle nach rund 24 Fahrsekunden so unglücklich ein, dass das Syndesmoseband an ihrem linken Fuss riss. Zwar erholte sie sich in der Folge nach Operation und konservativer Behandlung recht schnell, doch bereits am zweiten Tag auf Ski riss sie sich Anfang März 2026 im Training dasselbe Syndesmoseband nochmals, was das vorzeitige Saisonende für Brändli bedeutete.Schweiz am Wochenende vom 4. April 2026, S. 33. Das hinderte die dreifache Clubmeisterin allerdings nicht daran, am Ostermontag, 6. April 2026 zusammen mit ihrem ebenfalls verletzten Clubkollegen Thomas Zippert als "Zaungast" den traditionellen Clubmeisterschaften ihres Stammvereins an Krücken gehend beizuwohnen und den örtlichen Ski-Nachwuchs anzufeuern.

Erfolge und Auszeichnungen

Weltcup 1 Platzierung unter den besten 15

Europacup 2 Podestplätze, davon 1 Sieg: Datum Ort Land Disziplin 8. Januar 2025 Les Diablerets Schweiz Slalom

Juniorenweltmeisterschaften St. Anton 2023: 7. Slalom, 7. Riesenslalom, 6. Team-Kombination Haute-Savoie 2024: 1. Team-Kombination, 2. Slalom

Weitere Erfolge Sieg bei den Schweizer Meisterschaften 2023 im Slalom Silbermedaille bei den Schweizer Meisterschaften 2025 im Slalom 3 Siege in FIS-Rennen 2 Siege bei der Neujahrsabfahrt Arosa (Streckenrekord 2023)

Auszeichnungen Bündner Sportnacht vom 7. Juni 2024: Newcomerin des Jahres 2024

Trivia Seit April 2025 ist Anuk Brändli offizielle Botschafterin des Vereins Blindenschneesport Arosa.Aroser Zeitung vom 11. April 2025, S. 3.

Weblinks

Website von Anuk Brändli

Einzelnachweise

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