Johann Georg Ziegler (* 9. Oktober 1744 in Messelhausen; † 20. Juli 1832 ebenda) war ein Bildhauer und Bildstockmeister. Er wirkte, zusammen mit seinen Söhnen, vor allem im Hochstift Würzburg.

Leben Johann Georg Ziegler wurde am 9. Oktober 1744 in Messelhausen geboren, das damals Teil des Einflussbereichs der Zobel von Giebelstadt war. Der Vater Franz Ziegler war als Briefbote für die Dorfherrschaft tätig. Johann Georg Ziegler begründete eine Bildhauertradition, die von der Familie Ziegler bis ins 20. Jahrhundert bewahrt wurde. Die Schwester des Johann Georg hatte in Bamberg den dort ansässigen Bildhauer Martin Mutschele geheiratet. Bei ihm ging Johann Georg wohl in die Lehre.

Ziegler lernte in Bamberg auch seine spätere Frau Elisabeth Schleich kennen.Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Zu Leben und Werk der Bildhauer im 18. Jahrhundert zwischen Main und Tauber (= Stadt Aub: Kunst und Geschichte Bd. II). Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, ISBN 3-924178-03-8. S. 313. Wahrscheinlich kehrte er nach dem Ende seiner Lehrzeit Anfang der 1770er Jahre nach Messelhausen zurück. Erstmals trat er 1773 als Künstler in Erscheinung. Neben seiner Arbeit als Bildhauer betrieb Ziegler auch einen landwirtschaftlichen Betrieb im Dorf. Die Söhne Joseph (1773–1842) und Martin Ziegler (1778–1843) wurden ebenfalls Bildhauer und führten die Werkstatt des Vaters weiter.

Der Bildhauer schuf seine Werke im Stil des Rokoko, wobei viele Arbeiten von einer handwerklichen Schematisierung geprägt sind, die keiner Epoche eindeutig zugeordnet werden kann. Ziegler und seine Söhne traten in die Fußstapfen der großen Rokoko-Werkstätten im südlichen Hochstift Würzburg, wobei häufig die Familie Auwera als Vorbild angeführt wird. Neben Kirchenausstattungen entstanden eine Vielzahl an Bildstöcken und Heiligendarstellungen. Johann Georg Ziegler starb mit 88 Jahren am 20. Juli 1832 in Messelhausen.Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Zu Leben und Werk der Bildhauer im 18. Jahrhundert zwischen Main und Tauber (= Stadt Aub: Kunst und Geschichte Bd. II). Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, ISBN 3-924178-03-8. S. 312.

Werke (Auswahl) mini|Nahezu die gesamte Ausstattung der Kilianskirche in Röttingen stammt aus der Werkstatt Ziegler mini|Typisch sind auch die Bildstöcke mit dem Motiv der gekrönten Maria, hier in Bütthard 1775, Messelhausen, St. Burkhard, Grabmal des Johann Franz Valentin Zobel von Giebelstadt-Darstadt 1779, Vilchband, St. Regiswindis, Hochaltar 1781, Messelhausen, Amtshaus, herrschaftliches Wappen 1783–1785, Stalldorf, Hochaltar, Kanzel, Chorbogenkreuz u. a. 1789, Bütthard, Bildstock, Mariä Krönung 1790, Oesfeld, Auferstandener Heiland 1792/1793, Oberbalbach, Immaculata 1795, Allersheim, Bildstock, Mariä Krönung 1799, Deubach, Bildstock, Mariä Krönung 1799, Dittigheim, Bildstock, Mariä Krönung 1799, Gaurettersheim, Bildstock, Bildsäule mit Immaculata 1802, Mergentheim, Holzapfelgasse 27, Mariä Krönung 1803, Baldersheim, Bildstock, Vierzehnheiligen 1804, Lauda, Pfarrkirche, Kanzel u. a. 1811, Acholshausen, Bildstock, Mariä Krönung 1815/1816, Röttingen, Pfarrkirche, Hochaltar, Seitenaltäre 1816, Gerlachsheim, Bildstock, Mariä Krönung 1816, Markelsheim, Bildstock, Mariä Krönung 1817, Baldersheim, Bildstock, Heilige Familie 1817, Bernsfelden, Bildstock, Monstranz, Kruzifix und Pietà 1824, Baldersheim, Pfarrkirche, Kreuzigungsgruppe u. a. 1825/1826, Burgerroth, St. Andreas, Hochaltar, Kanzel, Josephsaltar, Taufgruppe

Literatur Georg Menth: Die Bildhauerfamilie Auwera in Aub. Zu Leben und Werk der Bildhauer im 18. Jahrhundert zwischen Main und Tauber (= Stadt Aub: Kunst und Geschichte Bd. II). Aubanusverlag, Wolfratshausen 1987, ISBN 3-924178-03-8.

Weblinks

WürzburgWiki: Johann Georg Ziegler

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer des Rokoko Kategorie:Person (Lauda-Königshofen) Kategorie:Geboren 1744 Kategorie:Gestorben 1832 Kategorie:Mann