Der Tannbach ist ein mit längster Oberlauffolge fast 8 km langer Bach im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg, der nach etwa südwestlichem Lauf beim Dorf Miedelsbach der Stadt Schorndorf von links in die untere Wieslauf mündet.

Geographie Zusammenfluss Der Tannbach entsteht in Luftlinie etwa anderthalb Kilometer nordöstlich der Dorfmitte von Steinenberg in einem klingenreichen Bergwald. Dort laufen auf etwa die zwei großen Oberlaufklingen des längeren linken Burgsteigklingenbachs und des kürzeren rechten Glasklingenbachs zusammen.

Oberlauf Burgsteigklingenbach Die Talklinge des Burgsteigklingenbachs beginnt am Ostrand des Welzheimer Weilers Langenberg am südlichen Ende der Liashöhenplatte um den Ort. In der von Anfang an bewaldeten Klinge setzt der Bachlauf etwa auf ein und zieht anfangs etwa südwärts, schlägt dann aber bald einen Rechtsbogen nach Nordwesten, der in einen langgezogenen Linksbogen übergeht, in dessen Verlauf er neben kleineren Stufen den drei Meter hohen Wasserfall Forellensprung hinabstürzt. Zuletzt fließt er ostwärts und nach einem 2,8 km langen Weg mit mittlerem Sohlgefälle von 56 ‰ mit dem Glasklingenbach zusammen. Der Burgsteigklingenbach hat ein ca. 1,6 km² großes Einzugsgebiet.

Oberlauf Glasklingenbach Der linke Oberlauf Glasklingenbach fließt selbst aus zwei nordwestlich und westlich von Langenberg beginnenden bewaldeten Klingenbächen zusammen, deren Bäche beide etwas unterhalb von entstehen. Nach Vereinigung des westwärts laufenden Wannenbächles und des von Nordosten kommenden Oberlaufzweigs etwa gleicher Länge wendet sich der entstandene Glasklingenbach, dabei über kleine Fälle laufend, durch die Glasklinge nach Südwesten. Zusammen mit jedem seiner beiden Oberläufe ist er jeweils etwa 1,3 km lang und hat ein Sohlgefälle von rund 118 ‰. Sein Teileinzugsgebiet umfasst nur etwa 0,7 km².

Verlauf Der aus der Vereinigung entstandene Bach heißt zunächst Brunnengehrenbächle, er zieht mäandernd westwärts und nimmt schon bald von Norden her das Brunnenbächle auf. Nachdem er unter der baumreichen Wiese des Fockenbergs am rechten Oberhang entlanggeflossen ist, wendet er sich nach Süden und tritt aus dem Wald. Der schlängelige Bach wird in sich nun ausweitendem Tal weiterhin von einer Baumgalerie begleitet. Von Osten her läuft aus dessen eigenem weiten Taltrichter der über 2 km lange Trosenbach zu, der seinen Weg ebenfalls in einer engen Waldklinge beginnt.

Einen Viertelkilometer weiter, nachdem er unter der Brücke der Römerstraße durchgeflossen ist, geht auf nurmehr etwa rechtsseits ein Mühlkanal ab und der nunmehr Tannbach genannte Bach wendet sich vor dem Berg Mühlwand auf weiterhin mäandrierend südwestlichen Lauf. Dabei passiert er den rechtsseits liegenden Rudersberger Teilort Steinenberg, durch welches hindurch ihm sein mit fast 5 km Länge größter Zufluss Geißgurgelbach zuläuft, der zuletzt den vom Tannbach abgegangenen Mühlkanal aufgenommen hat.

Unterhalb von Steinenberg wechselt er auf Schorndorfer Stadtgemarkung, wendet sich südwärts und durchfließt dann bald meist offen und unter Bäumen das Dorf Miedelsbach der Stadt in einer Kurve nach Südwesten, dabei unterquert er die von Rudersdorf im oberen Wieslauftal kommende L 1148 und gleich danach die Wieslauftalbahn. Nach der unteren Ortsgrenze beginnt der Tannbach sich wieder zu schlängeln, passiert die Metzlinsweiler Mühle und mündet dicht an dieser von links und zuletzt Osten auf in die untere Wieslauf.

Der Tannbach mündet nach zusammen mit seinem größeren Oberlauf 7,7 km langem Weg mit mittlerem Sohlgefälle von ca. 32 ‰ rund 248 Höhenmeter unterhalb der Quelle des Burgsteigklingenbachs.

Einzugsgebiet Der Tannbach hat ein 11,3 km² großes Einzugsgebiet. Naturräumlich gesehen gehört sein östlicher Teil mit den Quellen der großen Oberläufe zum Unterraum Vorderer Welzheimer Wald des Welzheimer Waldes, sein westlicher dagegen zum Unterraum Mittleres Remstal und Schorndorfer Becken des Remstales, die alle Teile des Naturraums Schurwald und Welzheimer Wald sind. Sein höchster Punkt auf der Waldkuppe Lichte Eichen nahe an seiner Nordecke erreicht etwa .

Das Gebiet ist im Nordosten überwiegend bewaldet, ausgenommen einige kleine Höhenkuppen und -rücken, auf denen Wiesenwirtschaft und auch Ackerbau betrieben wird. Der Mündung zu wird das Terrain immer offener, es umfasst vor allem Obst- und andere Wiesen. Das nordöstliche Teilgebiet mit den Weilern Langenberg und Obersteinenberg gehört überwiegend zur Stadt Welzheim, das mittlere mit dem Dorf Steinenberg zur Gemeinde Rudersberg, das mündungsnahe südwestliche mit dem Mündungsdorf Miedelsbach zur Stadt Schorndorf.

Reihum grenzen die Einzugsgebiete der folgenden Nachbargewässer an: Im Norden fließt der Brunnenbach oberhalb des Tannbachs zur Wieslauf; im Nordosten konkurriert die Wieslauf über einige kurze linke Zuflüsse von der Burgholzklinge bis zum Hanstobelbach hinauf; jenseits der östlichen Wasserscheide führen kleinere Bäche den Abfluss der anderen Seite zum höheren großen Wieslauf-Zufluss Edenbach; im Südosten fließt der Urbach etwas oberhalb der Wieslauf zur Rems.

Zuflüsse und Seen Liste der Zuflüsse und klasse=noviewer|10px Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge, Seefläche, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt.Auswahl.

Zusammenfluss des anfangs Brunnengehrnbächle genannten Tannbachs auf im Waldtalgewann Geigelberg südsüdöstlich von Welzheim-Obersteinenberg.

Burgsteigklingenbach, linker Oberlauf von insgesamt Osten, 2,8 km und ca. 1,6 km². Entsteht auf etwa wenig südöstlich von Welzheim-Langenberg. Bratkachelbach, von links und Südosten auf etwa nordwestlich von Welzheim-Taubenhof, 0,4 km und ca. 0,2 km². Entspringt auf etwa westsüdwestlich von Taubenhof. Läuft über den Wasserfall Forellensprung. Glasklingenbach, rechter Oberlauf von Ostnordosten, 0,8 km und ca. 0,7 km². Entsteht auf etwa westlich von Langenberg zwischen den Waldgewannen Wanne und Burgsteig. Wannenbächle, linker Oberlauf von Osten, ca. 0,5 km und ca. 0,1 km². Entsteht auf etwa wenig westlich von Langenberg. (Klingenbach), rechter Oberlauf von Nordosten, ca. 0,5 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa nordwestlich von Langenberg. Unbeständig. Brunnenbächle, von rechts und Nordnordosten auf etwa südlich von Obersteinenberg, 0,5 km und ca. 0,2 km². Entsteht auf etwa in den Hangwiesen wenig unterhalb von Obersteinenberg. klasse=noviewer|10px Passiert zwei Teiche links am Lauf auf etwa nordöstlich von Steinenberg kurz nach dem Waldtalaustritt, zusammen unter 0,1 ha. Trosenbach, von links und Osten auf etwa östlich von Steinenberg kurz vor der Querung der Straße von Steinenberg in Richtung Eselshalden, 2,1 km und 1,6 km². Entsteht auf etwa am Südwesthang des Renzenbühls. (Bach aus der Schneckenwiesenklinge), von rechts und Nordosten auf etwa , 0,6 km und ca. 0,2 km². Entsteht auf etwa im Waldgewann Schneckenweiler. (Bach aus der Rauhklinge), von rechts und Nordosten auf etwa , ca. 0,8 km und über 0,2 km². Entsteht auf etwa im Waldgewann Schneckenweiler. Unbeständig. (Bach aus der Trogklinge), von links und Südsüdosten auf etwa kurz nach der Querung der Straße von Steinenberg in Richtung Eselshalden, 0,5 km und über 0,2 km². Entsteht auf etwa im Waldgewann Mühlwand. klasse=noviewer|10px Durchfließt auf etwa einen Teich, wenig über 0,1 ha. → (Abgang des Mühlkanals Steinenberg), nach recht auf etwa kurz nach dem vorigen Zufluss.Von diesem Abzweig an wird das bisherige Brunnengehrnbächle nunmehr Tannbach genannt. Geißgurgelbach, von rechts und insgesamt Nordosten auf beim Gewerbegebiet am Südrand von Steinenberg, 4,8 km und 3,6 km². Entsteht auf knapp nordwestlich von Langenberg. (Bach vom Edelmannshof), von rechts und Nordosten auf nördlich von Obersteinenberg, ca. 0,6 km und ca. 0,2 km². Entsteht auf etwa südlich von Rudersberg-Edelmannshof. (Bach bei der Roßbuckelhütte), von links und Ostsüdosten auf etwa kurz vor dem folgenden, ca. 0,7 km und ca. 0,3 km². Entsteht auf etwa nördlich von Obersteinenberg am Hangwaldrand. klasse=noviewer|10px Durchfließt auf etwa den Berghofsee, 0,4 ha. (Einmündung des Mühlkanals Steinenberg), von links und Ostnordosten auf etwa am Südrand des Siedlungskontur von Steinenberg, 0,6 km und ca. 0,1 km².

Mündung des Tannbachs von links und Nordosten auf an der Metzlinsweiler Mühle des Schorndorfer Stadtteils Miedelsbach in die Wieslauf. Der Bach ist ab dem Zusammenfluss seiner Oberläufe 4,9 km, ab der Quelle des längeren Oberlaufs 7,7 km lang und hat ein 11,3 km² großes Einzugsgebiet.

Geologie Im Einzugsgebiet treten mesozoische Schichten vom Unterjura bis hinunter zum Gipskeuper (Grabfeld-Formation) des Mittelkeupers auf. Der Unterjura hat einen geringen Flächenanteil vor allem am Nordostrand des Einzugsgebietes in Gestalt einer Hochebene um Langenberg auf.

Dort oder am Hang darunter, wo der Knollenmergel (Trossingen-Formation) ausstreicht, beginnen nur wenige Gerinne, darunter im Stubensandstein (Löwenstein-Formation) die meisten oberen Läufe des Bachsystems. Er zieht sich in Gestalt breiter, abgerundeter Sporne, welche die oberen Läufe trennen und einrahmen, teils weit südwestwärts und nimmt einen großen Teil des Einzugsgebietes ein. Die Mittelkeuperschichten darunter bis zum Schilfsandstein (Stuttgart-Formation) hinab legen sich in gewöhnlich schmalen Bändern um die Hochebenenvorsprünge, vereinzelte Verebnungsflächen von einiger Größe haben davon nur der Kieselsandstein (Hassberge-Formation) und die Unteren Bunten Mergel (Steigerwald-Formation).

Der noch tiefere Gipskeuper, der auf dem Talgrund des Hauptstrangs etwa am Zusammenfluss von Burgsteigklingenbach und Glasklingenbach zum zunächst Brunnengehrnbächle genannten Tannbach einsetzt und sich bis zur Mündung erstreckt, hat wiederum einen großen Flächenanteil.

Sobald die großen Bäche den Gipskeuper erreicht haben und dort flacher fließen, begleitet sie ein Band von Schwemmland, bald aus Auenlehmen, das sich talwärts ausweitet. Es gibt zwei kleine Lösssediment-Inseln aus quartärer Ablagerung auf der östlichen Wasserscheide und einen etwas größeren Bereich mit lössführenden Fließerden in Steinenberg um den untersten Geißgurgelbach. Nahebei um den Steinenberger Mühlkanal gibt es teils anmoorige holozäne Altwasserablagerungen.

Aufgelassene Steinbrüche im Stubensandstein, der Forellensprung und zwei weitere Aufschlüsse sind als Geotope ausgewiesen.

Natur und Schutzgebiete Ein längerer Talabschnitt des linken Oberlaufs Burgsteigklingenbach mit dem durch seine Fallhöhe von etwa drei Metern ungewöhnlichen Wasserfall Forellensprung und ein kürzerer des rechten Oberlaufs Glasklingenbach in der Glasklinge sind als Naturdenkmale ausgewiesen, desgleichen ein längerer Klingenabschnitt am Oberlauf des Zuflusses Trosenbachs. Sie zeigen jeweils die Wechselfolge von harten Sandstein- und weichen Mergelschichten im oberen Mittelkeuper mit meist kleinen Fällen, teils begleitet von am Ufer aufragenden Sandsteinfelsen, sowie die farn- und moosreiche Vegetation solcher luftfeuchter Keuperklingen. Daneben sind auch noch eine Feuchtwiese rechtsseits des unteren Trosenbachs sowie ein Quellwiesen linksseits des Tannbachs unterhalb von Steinenberg Naturdenkmale.

Der Ostrand des Einzugsgebietes um Langenberg liegt im Landschaftsschutzgebiet Gebiete um Welzheim und Walkersbacher Tal, ein deutlich größerer Teil von ihm um Steinenberg, der sich auch weit das Geißgurgelbachtal hinaufzieht, im Landschaftsschutzgebiet Schornbach-, Wieslauf-, Urbach- und Bärenbachtal mit angrenzenden Höhen und Sünchenberg.

Im oberen Teileinzugsgebiet des Trosenbachs ist am Südwesthang des Renzenbühls ein Wasserschutzgebiet eingerichtet, ein etwas kleineres oberhalb des Bachs in der Trogklinge, das geringfügig über die Wasserscheide hinweg ausgreift.