mini|Dorfkirche von Netzeband mit Blick von Nordwesten Die ehemalige evangelische, denkmalgeschützte Temnitzkirche Netzeband steht in Netzeband, einem Ortsteil von Temnitzquell, einer Gemeinde im Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Brandenburg.
Geschichte Die Kirche wurde 1834–1835 im Auftrag des Grafen von Königsmarck als Gutskirche erbaut. Zwei Drittel der Finanzierung bewilligte der Herzog von Mecklenburg, denn Netzeband war seinerzeit mecklenburgische Exklave. 1970 wurde die Kirche letztmalig für Gottesdienste genutzt, was die bereits begonnene Baufälligkeit beschleunigte. 1991 begann der Wiederaufbau, der bis 1995 dauerte.
Beschreibung Die klassizistische, verputzte Kirche besteht aus einem Langhaus aus fünf Achsen und einem quadratischen Kirchturm im Westen, der mit einem Pyramidendach bedeckt ist. In den mittleren Achsen der Langseiten befinden sich Risalite, die mit Giebeln bekrönt sind. Die Fenster in den Längswänden sind in zwei Zonen angeordnet, über dem Gesims sind sie halbkreisförmig.
Der Innenraum ist mit einer Flachdecke überspannt. Zwischen den hölzernen dorischen Säulen sind an drei Seiten die Emporen gespannt.
Aktuelle Nutzung Die Temnitzkirche hat sich seit 2021 zu einem ganzjährigen Kulturzentrum entwickelt. Der Förderverein Temnitzkirche nutzt das Gebäude für ein Veranstaltungsprogramm, das Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Filmvorführungen und Performances umfasst.Webseite Förderverein Temnitzkirche e.V. Daneben kann die Kirche auch für private und geschäftliche Zwecke angemietet werden.
Ein Schwerpunkt ist der jährliche „Theatersommer Netzeband“, bei dem seit 1996 Open-Air-Aufführungen im angrenzenden Gutspark stattfinden. Die Kirche dient dabei als Theaterfoyer, Auftrittsort oder Teil des Bühnenbildes. Besonders charakteristisch ist das hier entwickelte Synchrontheater, eine einzigartige Theaterform mit übergroßen Masken und vorproduzierten Tonspuren, die 2006 von Frank Matthus mit der Inszenierung von Shakespeares Macbeth kreiert wurde. Im Jahr 2024 war die Temnitzkirche wieder Kulisse für ein Shakespeare-Stück, der Regisseur und künstlerische Leiter von Netzeband Kultur, Hans Machowiak, inszenierte Shakespears Klassiker „Othello“ als Synchrontheater.
Galerie
Literatur Georg Dehio Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V. (Hrsg.), (Bearb. Gerhard Vinken, Barbara Rimpel et al.): Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 731–32. Friedrich Schlie: Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Grossherzogthums Mecklenburg-Schwerin. V. Band: Die Amtsgerichtsbezirke Teterow, Malchin, Stavenhagen, Penzlin, Waren, Malchow und Röbel. Hrsg. Grossherzogliches Ministerium des Innern, Komm. K. F. Köhler Leipzig, Bärensprung, Schwerin 1902, S. 593 f. Das Gut und Filial-Kirchdorf Netzeband
Weblinks
Temnitzkirche
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Baudenkmal in Temnitzquell Kategorie:Profaniertes Kirchengebäude in Brandenburg Kategorie:Saalkirche in Brandenburg Kategorie:Klassizistische Kirche Kategorie:Klassizistisches Bauwerk in Brandenburg Kategorie:Erbaut in den 1830er Jahren Netzeband